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Noch kein Aufatmen für das Tierheim in Homburg

Homburg
Noch kein Aufatmen für das Tierheim in Homburg
Christine Maack
20. Februar 2017

Während im Saarbrücker Tierheim keine existenzbedrohenden Probleme zu beklagen sind, fehlt im Saarpfalz-Kreis das Geld.
Keine Lösung in Sicht? Viele Katzen leben im Tierheim. Foto: Ulrike Stumm
Keine Lösung in Sicht? Viele Katzen leben im Tierheim. Foto: Ulrike Stumm

Wenn die Menschen sich verantwortungsvoll um ihre Tiere kümmerten, bräuchte man kein Tierheim. Aber leider ist das nur ein frommer Wunsch, denn es gibt immer wieder Menschen, die Katzen, Hunde oder auch kleinere Nagetiere aussetzen oder sie einfach vor dem Tierheim deponieren. „Wir bezahlen die Tierarztkosten, die Unterbringung, das Futter, das ist alles sehr teuer“, erklärt die Vorsitzende des Homburger Tierschutzvereins, Marion Schinkmann-Heppekausen. Und das Tierheim Homburg ist chronisch pleite, nicht erst seit einem Jahr, als die Insolvenz vor der Tür stand, sondern seit jeher. Nur, dass es im Sommer 2016 augenfällig wurde. Die letzte Rettung war damals eine Einmal-Zahlung der Kommunen: Homburg schoss 15 000, Bexbach 5000 Euro dazu, den Rest brachten die übrigen Saarpfalz-Gemeinden auf, um ein Minus von 42 000 Euro abzudecken.

Nicht nur für Marion Schinkmann-Heppekausen, sondern auch für Theophil Gallo, den Landrat des Saarpfalz-Kreises, war diese schnelle Hilfe nur eine kurzzeitige Lösung. Langfristig sei ein sogenannter Konsortialvertrag (siehe Info) geeignet, um das Homburger Tierheim auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen, betonten beide. Theophil Gallo war noch während der letzten Sitzung des Kreistages optimistisch, „dass man auf einem sehr guten Weg“ sei, um eine Lösung auch in Kooperation mit den Kreisen Neunkirchen, St. Wendel und dem Saarpfalz-Kreis hinzubekommen.

Doch dem ist nicht so. Denn der Landesverband Tierschutz Saar, der die Verhandlungen um den Konsortialvertrag geführt hat und die Leiterinnen der beiden Tierheime in Niederlinxweiler (Linxbachhof) und in Homburg (Ria-Nickel-Heim), wollen den Vorschlag des Saarpfalz-Kreises so nicht akzeptieren. „Wir lehnen den Vorschlag nicht kategorisch ab“, betonte Schinkmann-Heppekausen, „aber die Bedingungen, die man uns gestellt hat, sind für uns nicht akzeptabel.“ So habe der vorgeschlagene Konsortialvertrag beispielweise enthalten, „dass das Tierheim finanziell in Vorleistung treten soll. Wie soll das wohl gehen? Wir haben kein Geld für Vorleistungen“, sagt die Vorsitzende des Homburger Tierheims.

Auch seien die vorgeschlagenen 30 Cent pro Kopf zu wenig. Was heißt das? 30 Cent pro Kopf bedeuten, dass jeder Bürger der Kommunen, dessen Tiere das Tierheim aufnimmt, mit 30 Cent pro Jahr zur Kasse gebeten wird – im Falle Homburg wären dies auch die Einwohner von Bexbach, Blieskastel, Kirkel, Mandelbachtal und Gersheim. Sie alle werden zusammengezählt und mit 30 Cent multipliziert, daraus ergibt sich die Summe, die der Saarpfalz-Kreis zu geben bereit ist.

Zum Vergleich: In dem Konsortialvertrag zwischen dem Tierheim Dillingen und den Kommunen in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern zahlt jeder Bürger symbolisch hingegen 90 Cent. „Selbst mit 90 Cent sind nur 60 Prozent der Kosten eines Tierheims abgedeckt,“ betont Marion Schinkmann-Heppekausen, „da kann man sich vorstellen, wie wenig 30 Cent sind.“

Sie habe natürlich Verständnis, dass der Kreis vorerst nicht mehr als 30 Cent geben wolle, „aber es muss doch eine Steigerung für die kommenden Jahre drin sein. Diese 30 Cent bieten langfristig keine Perspektive.“

Landrat Theophil Gallo war enttäuscht über die Ablehnung aus Homburg und Niederlinxweiler: „Wir waren fast so weit, die chronischen Finanzprobleme der beiden Tierheime in den Griff zu kriegen. Und jetzt wird doch nichts daraus.“ Er betonte auch, dass „90 Cent, wie in den anderen Kreisen, für uns nicht machbar sind.“ Es sei frustrierend, dass die ständigen Finanzsorgen des Tierheims nun doch nicht gelöst werden könnten. Er könne das nicht begreifen: „Die Tierfreunde müssen doch ein Interesse daran haben, dass die Unsicherheit endlich aufhört.“

Gallo betonte, er sei froh gewesen, Kommunen, die nie etwas bezahlt haben, endlich mit ins Boot genommen zu haben, was nicht einfach gewesen sei. Und nun werde der Vorschlag abgelehnt. Doch Marion Schinkmann-Heppekausen ist optimistisch: „Wir sind gesprächsbereit und haben um ein paar Änderungen im Vertrag gebeten, die für uns nicht erfüllbar sind. Wir warten jetzt auf einen Vorschlag aus dem Landratsamt. Ich glaube, dass wir eine Lösung finden werden.“ Fragte man die Bürger selbst, würde wohl jeder gerne einen Euro im Jahr für die Tiere spenden, ist sich Schinkmann-Heppekausen sicher.

Zum Thema:

Ein Konsortialvertrag beinhaltet, dass sich alle Kommunen im Umkreis des Tierheims an dessen Unterhalt beteiligen. Ein Vertrag wurde zwischen dem Tierheim Dillingen und den Kommunen in den Kreisen Saarlouis und Merzig-Wadern geschlossen.
 






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