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Von des Bauern Plage – dem Alleinsein

Limbach
Von des Bauern Plage – dem Alleinsein
Thorsten Wolf
23. Februar 2017

Limbacher Fastnachter des Rentner- und Pensionärvereins widmeten sich vielen Themen und ihren Facetten
Max Victor Limbacher, der Vorsitzende des ausrichtenden Limbacher Rentner- und Pensionärvereins „Unter Linden“, machte selbst als Bauer auf Brautschau am Dienstagnachmittag in der Bütt eine wahrlich gute Figur. Foto: Thorsten Wolf
Max Victor Limbacher, der Vorsitzende des ausrichtenden Limbacher Rentner- und Pensionärvereins „Unter Linden“, machte selbst als Bauer auf Brautschau am Dienstagnachmittag in der Bütt eine wahrlich gute Figur. Foto: Thorsten Wolf

In den Reigen der Kappensitzungs-Veranstalter hat sich traditionell am Dienstagnachmittag nun auch der Limbacher Rentner- und Pensionärverein „Unter Linden“ eingereiht. Dessen Vorsitzender Max Victor Limbacher hatte im Vereinsheim der Palatia ein buntes Programm aus Musik und Büttenreden zusammengestellt, in die Bütt gingen neben Limbacher selbst auch Dieter Schorcht, Leni Schmidt, Leonore Conrad, Heike Geiger und Heidi Reiss. Das Besondere: Alle Auftritte stemmte der Verein mit seinen eigenen Mitgliedern, „Eingekauftes“ gab's nur flüssig und für den Gaumen. Beides sorgte zusammen mit richtig guten Wortbeiträgen für gute Stimmung und viel Gelächter im Saal – und dass es mitunter auch mal deftig-heftig-kräftig wurde, auch das war ein Markenzeichen der Sitzung vom Dienstag.

Den Auftakt machte Dieter Schorcht, der als „Protokoller“ gekonnt gereimt die zurückliegenden Monate und zahlreichen Aktivitäten des Vereins Revue passieren ließ. Danach hatte Max Victor Limbacher seinen ersten Auftritt – und er schaute dem Landwirtsleben nachdrücklich in die Güllegrube, vor allem vor dem Hintergrund fehlender Zweisamkeit. Bauern suchen eben immer Frauen, weiß man doch! „Ihr Leit, habt Mitleid un hert mir gut zu, denn jeder Bulle der find sei Kuh. Awer ich spür, mei End is nah – denn ich, ich krien eenfach keeni Fra!“ So klagte Limbacher in Wortkaskade nach Wortkaskade sein Leid als Bauer ohne Anhang. „Mei Ansprüch' sin erscht net so groß. Blond halt, kräftig, passe soll se in mei alt Schaffkleider-Hos. Unn hinlange soll se kenne, net nur owends in unserm Zimmer, sondern vor allem aufm Feld, im Stall, in der Küch' – halt immer.“

Da mag man schon verstehen, warum des Limbachers Kunstfigur wohl noch eine Weile alleine wird wandeln müssen. Doch es nahte, nur wenig und ein Lief später, schon eine mögliche Kandidatin in Person von Leni Schmidt, die, da konnte Limbachers Bauer nun hoffen, als Bauersfrau in die Bütt ging. Doch was die Schmidten so zum Besten gab, das war vor allem ein feiner Blick aufs Landleben.

Ein ganz anderes Thema hatte sich Leonore Conrad auserkoren, sie reimte einiges „von de Scheenheitskeenichin“. Ihre klare Botschaft vor dem Hintergrund des Missen-Wahns aller Orten: „Das alles dät mich jo net quäle und dät ich eich aach net verzähle - wann net bei dere Wählerei nur junge Mädcher wäre dabei. Is das e Kunscht, ihr liebe Kinn, mit 18, 19 scheen zu sinn? Bis 20, 25 nur sucht man die Idealfigur. Un mir mit iwwer 60 heit, sinn mit net a noch scheene Leit?“ Das gab Jubel im Saal - nicht der letzte an diesem Dienstagnachmittag bei der Sitzung der Limbacher Pensionäre! Dafür sorgte auch Heidi Reiss, die ganz unangekündigt und außerhalb des eigentlichen Programms zur Rede ansetzte - und mit gelungenen Pointen für Stimmung sorgte. „De letscht hann ich moijens in den Spiegel geguckt. Do hann ich gedenkt: Du liiieewe Zeit Heidi, das do Gesicht hat dir a mol besser gefall! Un erscht die Hüfte unn de Bauch! Ne, do musche jetzt was abnemme. Unn wissner was? Ich hann erschemol de Spieschel abgenomm!“






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