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Ein wenig Englisch sollte man können

Ommersheim
Ein wenig Englisch sollte man können
Jörg Martin
20. April 2017

Der Ommersheimer Chor'98 zeichnet sich durch ein eher abseitiges Repertoire aus. Offenbar ein gutes Konzept, um den Bestand zu sichern.
Der Ommersheimer Chor'98 bei seiner Probe im Nebenzimmer der Saarpfalz-Halle, rechts mit im Bild Chorleiter Friedel Hary. Foto: Jörg Martin
Der Ommersheimer Chor'98 bei seiner Probe im Nebenzimmer der Saarpfalz-Halle, rechts mit im Bild Chorleiter Friedel Hary. Foto: Jörg Martin

In einer Zeit, in der Chöre von Überalterung sprechen und andere sich wegen Nachwuchsmangels auflösen, fällt ein Zusammenschluss auf: Der Chor‘98. Als Bestandteil der Chorgemeinschaft Ommersheim erweckt er den Eindruck, dass die Macher anders vorzugehen scheinen. Ein Eindruck, der sich beim Interview-Termin verfestigt. „Wir suchen die Leute, die gerne Musik hören und denjenigen, der auch zu Hause gerne singt“, sagt Friedel Hary, Leiter des rund 50 Personen zählenden Klangkörpers.

Man müsse nicht zwanghaft Notenkenntnisse haben, meint Hary. Ein gutes Hör- und Musikverständnis reiche aus. Denn für alles andere habe man die Gemeinschaft der Sänger. Da hört man, wie die Nebenmänner links und rechts singen und passt sich automatisch an. „Jeder hilft jedem“, sei in „Ummaschum“ nicht einfach nur so ein Spruch, sondern Realität. Wie der Chor-Boss betont, sei die „enorme Bandbreite“ (Hary) ein mehr als wichtiger Punkt für den Erfolg. Eine Mischung nämlich aus Rock, Pop, Beat, Oldies und Schlager sei das Rezept der Truppe. „Wir suchen das Mittelalter. Die Leute, die ihr Haus gebaut haben, deren Kinder aus dem Gröbsten raus sind und auch mal ohne Eltern bleiben können“, umschreibt der fidele Musiker (Klavier) die Intension des Chor‘98.

In etwa quasi die Generation 45plus. Gegen jüngere Sänger hat man nichts. Im Gegenteil. Doch die wollen meist nur kurz bleiben, berichtet der Chorleiter. Die Ommersheimer hoffen jedoch auf langfristige Mitglieder. Dabei geht es bei ihnen alles andere als verstaubt zu. Die Sänger schlagen was vor, Hary sichtet die Noten und arrangiert das Ganze. Da kann es sein, dass man Supertramp genauso wie Christina Stürmer oder Die Ärzte singt. „Der Wohlfühlfaktor ist uns wichtig“, betont der umtriebige Musikus. Da werden soziale Netzwerke für den Alltagskontakt ebenso bemüht, wie Youtube, um Lieder um Eigenstudium zu Hause zu erlernen. Per Cloud-Zugang stellt Friedel Hary Noten und Texte sowie Hörbeispiele zur Verfügung. Abgelehnt habe die moderne Technik bislang noch niemand.

„Das beschleunigt, gerade bei neuen Liedern, den Lernprozess ungemein“, freut er sich. Dennoch kommen die ursprünglichen Wurzeln mit modernen Spirituals und Gospel nicht zu kurz. Man sei kein klassischer Chor und alles andere als konservativ. „Bei Titeln von Karel Gott streiken die schnell“, berichtet er lachend. Für poppiges, modernes, deutsches Liedgut sei man über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. So stammen auch etwa die Hälfte der Mitglieder von außerhalb. „Wir singen das Außergewöhnliche, das man von anderen Chören nicht hört“, fasst Friedel Hary zusammen. Ein wenig Englisch sollte man können.

Eine voll ausgebildete Stimme wird nicht erwartet. Mit Neulingen gehe man in den Proben (montags um 20 Uhr im Nebenraum der Saarpfalzhalle) mehr als behutsam um.

 

www.chor98.de






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