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Mannschaft und Stimmung im Keller

Brotdorf
Mannschaft und Stimmung im Keller
Roland Schmidt
29. März 2017

Bei Handball-Saarlandligist TuS Brotdorf gab es am Sonntag nur lange Gesichter. Das 27:27-Remis zu Hause im Kellerduell gegen Dudweiler war zu wenig und der Frust groß. Die Abstiegsangst geht um.
Der Schrecken steht TuS-Trainer Thomas Schmitt ins Gesicht geschrieben. Statt des erhofften Befreiungsschlages gab es eine weitere Enttäuschung. Die Leistung der Mannschaft lässt Fragen aufkommen – auch bei den Spielern. Foto: Britz
Der Schrecken steht TuS-Trainer Thomas Schmitt ins Gesicht geschrieben. Statt des erhofften Befreiungsschlages gab es eine weitere Enttäuschung. Die Leistung der Mannschaft lässt Fragen aufkommen – auch bei den Spielern. Foto: Britz

„Enttäuschung pur.“ In zwei Worten beschrieb Thomas Schmitt am Sonntagabend in der Brotdorfer Seffersbachhalle das 27:27-Remis des Handball-Saarlandligisten TuS Brotdorf gegen die HSG Dudweiler-Fischbach und wirkte ungewohnt reserviert. Fast emotionslos sah der TuS-Trainer 15 Sekunden vor dem Abpfiff, wie sein Linksaußen Marvin Hoff den Ausgleichstreffer markierte und somit immerhin noch die drohende Pleite im letzten Moment abwendete. „Besser als eine Niederlage“, dachten sich die 150 Zuschauer, klatschten Beifall und atmeten erleichtert auf.

Beinahe wäre das Kellerduell komplett in die Hose gegangen. So holte ihr Team (15 Punkte) im Abstiegskampf wenigstens einen Zähler und zog am punktgleichen Rivalen TuS Elm-Sprengen vorbei, der in Merchweiler mit 20:26 verlor. Es hätte also schlimmer kommen können. Echte Freude kam im TuS-Lager trotzdem nicht auf. Rang zwölf ist immer noch ein potenzieller Abstiegsplatz, und mit einem Sieg gegen den Tabellenelften Dudweiler (17 Punkte) hätten die Wombats bei fünf noch ausstehenden Spielen das rettende Ufer erreichen können. Chance verpasst, Stimmung mies.

„Im Moment ist einfach niemand gewillt, den Schritt links und rechts zum Mitspieler zu machen. Man muss sich fragen, ob wirklich alle wissen, wie tief wir im Schlamassel stecken und um was es hier geht“, stöhnte Lucian Scheid und machte seinem Frust Luft. Nach starkem Beginn hätte die Mannschaft die Vorgaben des Spielmachers ignoriert und sich hängen lassen. Die Struktur sei verloren gegangen, bilanzierte der TuS-Rückraumspieler selbstkritisch.

Christian Leinen sah es ebenso. „Nach zehn Minuten haben wir mit 6:1 geführt und effizient gespielt. Dann lassen wir vorne wie hinten nach und verstricken uns in Einzelaktionen. Ein verlorener Punkt“, monierte der neunfache Torschütze. In der 17. Minute hatten die Wombats den Vorsprung verspielt und die Gäste den 9:8-Anschlusstreffer erzielt. Nach der 13:12-Pausenführung knickten die Gastgeber weiter ein und liefen immer einem Rückstand hinterher: 13:14 (32.), 17:20 (40.), 25:27 (57.). „Wir sind einfach nicht mehr zum Zug gekommen. Es war zum Verzweifeln, und dann wurde der Druck immer größer“, beschrieb Schmitt das Spielgeschehen. Nach dem Anschlusstreffer zum 26:27 von Hoff (58.) verhinderte eine Glanzparade des starken TuS-Torwarts Dominik Thome Schlimmeres. Die Ausgleichs-Chance vergab der bis dato sichere Strafwurf-Schütze Leinen danach vom Punkt. So blieb es spannend, bis Hoff den Ball bekam, die Nerven behielt und den glücklichen 27:27-Endstand markierte. Das Resümee von Spielmacher Matze Böhm fiel später nüchtern aus: „Insgesamt ein gerechtes Ergebnis. Viele einfache Fehler und verpasste Gelegenheiten haben uns heute den Sieg und im Abstiegskampf einen wichtigen Punkt gekostet.“

Die Tore für den TuS Brotdorf: Christian Leinen 9/6, Marvin Hoff 5, Lucian Scheid 4, Nikolas Jung 3, Michael Oehm 2, Matthias Böhm 2, Christian Schneider 1, Philipp Krangemann 1.






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