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Beständigkeit spielt eine große Rolle: Raimund Kuhn und Volker Fuchs ziehen seit Jahrzehnten beim Lockweiler Verein die Fäden – Große Erfolge mit Open-Air-Theater

Beständigkeit spielt eine große Rolle
Raimund Kuhn und Volker Fuchs ziehen seit Jahrzehnten beim Lockweiler Verein die Fäden – Große Erfolge mit Open-Air-Theater
Silke Rupp
21. Februar 2017

Lea Wilhelm (Ronja) und Elias Weißenrieder (Birk) spielen die jugendlichen Hauptrollen in Ronja Räubertochter.  Foto: Verein/Sprenglewski
Lea Wilhelm (Ronja) und Elias Weißenrieder (Birk) spielen die jugendlichen Hauptrollen in Ronja Räubertochter. Foto: Verein/Sprenglewski

Wilhelm Tell und der legendäre Apfelschuss – wer kennt ihn nicht, den Schweizer Nationalheld, dem Friedrich von Schiller mit seinem Drama ein Denkmal gesetzt hat. Eben jenes Stück führten in Lockweiler vor über 80 Jahren, genauer gesagt 1934, um die 200 Akteure in sechs Aufführungen vor sage und schreibe insgesamt 11000 Besuchern auf. „Dort liegen unsere Wurzeln, diese Gruppe war quasi der Vorläufer unseres Vereins“, erinnert sich Raimund Kuhn, seit 34 Jahren Vorsitzender des Theatervereins Lockweiler-Krettnich.

Seitdem ist viel passiert. Offiziell gegründet wurde der Verein am 3. Februar 1957, als sich 18 Schauspielbegeisterte im Saal Molter in Lockweiler trafen und Alois Kuhn zu ihrem Vorsitzenden wählten. „Zu dieser Zeit spielten wir in Gasthöfen und in der Lockweiler Mehrzweckhalle, aber wir hatten damals nur eine provisorische Bühne und so ergab sich irgendwann eine Funkstille“, erklärt Kuhn, der Neffe des damaligen Präsidenten, den Zeitsprung in der Vereinschronik.

 

Eine neue Ära beginnt

„Die Neuzeit beginnt dann 1983/84. Wir starteten fast professionell durch, konstruierten eine richtige Bühne und die Lockweiler Mehrzweckhalle wurde unser regulärer Spielort. Volker Fuchs als 2. Vorsitzender, unsere langjährige – aber mittlerweile ehemalige - Regisseurin und Bühnenbildnerin Birgit Birtel und ich als neugewählter 1. Vorsitzender waren sozusagen die 'Drahtzieher' dieser neuen Ära“, erzählt der 58-jährige Diplom-Ingenieur nicht ohne Stolz. Und stolz kann er wahrlich sein, denn sein Verein schaffte damals zuerst mit abendfüllenden Stücken und kurz darauf mit großartig inszenierten Märchen den Durchbruch. „Vor allem Schulen und Kindergärten waren begeistert, über die Grenzen hinweg. Unser erstes Stück für die Kleinen war 'Zauberschlaf im Märchenwald'. Von 1984 bis 2013 führten wir ununterbrochen in der Adventszeit eine ganze Woche lang jeweils ein Märchen auf“, so Kuhn. Das Bemerkenswerte daran: Bei einer solchen Aufführung wirkten 25 bis 35 Akteure mit, die jeden Tag gegen 14 Uhr in der Halle sein mussten. „Die Mitwirkenden mussten also entweder Urlaub nehmen oder zumindest regelmäßig früher frei machen – das zeigt, mit wieviel Herzblut alle bei der Sache waren. Kein einziges Mal fiel ein Stück aus!“ Als sich vor vier Jahren abzeichnete, dass die Mehrzweckhalle nicht mehr als Schauspielort genutzt werden kann, fand der Theaterverein eine kreative Lösung: „Wir beschlossen, ein Open Air zu machen. Eine gewagte Sache, aber unser Mut wurde belohnt. 'Tom Sawyer' war 2015 unsere Premiere im Freilichttheater – und es war ein Riesenerfolg“, blickt Raimund Kuhn auf die jüngste Vergangenheit zurück. „Letztes Jahr wagten wir es nochmal und auch 'Ronja Räubertochter' kam unglaublich gut an. Wir bauten im Lockweiler Pfarrgarten sogar eine separate Tribüne auf.“

 

 

Nur einmal nicht mitgespielt

Wohl mit ein Grund für den großen Erfolg des Vereins ist die Beständigkeit, mit der er geführt wird. Raimund Kuhn ist seit 34 Jahren Vorsitzender, sein Stellvertreter seit über 25 Jahren ist Volker Fuchs, der in fast jedem Stück mit einer großen Rolle glänzt – in 'Ronja Räubertochter' als bärbeißiger Räuberhauptmann Mattis. „Volker hat nur einmal nicht mitgespielt, und zwar bei 'Tom Sawyer', da war er 'nur' der Erzähler“, erklärt Kuhn.

 

Die zweite Säule des Vereins ist die Jugendabteilung. Unter der Leitung von Carmen Andersen, die ebenfalls seit 20 Jahren im Vorstand tätig ist, zeigen Kinder und Jugendliche, welches schauspielerische Potenzial sie haben. „Wir führen die Kinder so ab fünf, sechs Jahren an das Theaterspielen heran. Sie dürfen kleine Rollen wie Tierfiguren übernehmen und müssen maximal einen Satz aufsagen“, erklärt Kuhn, der sich freut, dass die Zukunft des Vereins durch engagierte Jugendarbeit und begeistert mitwirkende Kinder auch die nächsten Jahre gesichert ist.

 

Zum Thema:

 

Auf einen Blick Der Theaterverein führt an zwei Wochenenden Ende März/Anfang April die Kommödie „Außer Kontrolle“ auf: Freitag, 31. März, bis Sonntag, 2. April sowie Freitag, 7. bis Sonntag 9. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Krettnich. Karten gibt es unter www.ticket-regional.de, beim Reisebüro Schirra in Wadern, im Dorfgemeinschaftshaus Krettnich sowie bei Forst- und Gartengeräte Wilhelm in Lockweiler.




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