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Das erste Dutzend ist voll: Der Nunkircher Nachtexpress hat sich zur saarländischen Love-Parade gemausert - 10 000 Zuschauer werden bei der 12. Auflage erwartet

Das erste Dutzend ist voll
Der Nunkircher Nachtexpress hat sich zur saarländischen Love-Parade gemausert - 10 000 Zuschauer werden bei der 12. Auflage erwartet
Dieter Steinmann
21. Februar 2017

Die Morscholzer Faasendfreunde in glänzender Aufmachung.Foto: Rolf Ruppenthal
Die Morscholzer Faasendfreunde in glänzender Aufmachung.Foto: Rolf Ruppenthal

Als am 25. Februar anno 2006 Ottwin Engel am Startpunkt des geplanten neuen Nunkircher Faasendumzugs stand und in die Runde schaute, da kam gerade mal ein einziger Jeck mit kleiner Handkarre um die Ecke. Die Kirchenuhr schlug eben Dreiviertelsieben. In weniger als einer halben Stunde sollte der Nachtexpress starten. Engel, der wenige Wochen zuvor mit zwei anderen „Faasebotze“ den KV Nunkircher Faasend e.V. gegründet hatte, beschlich ein ungutes Gefühl. „In diesem Moment hatte ich wirklich etwas Bammel, dass da jetzt gar nichts mehr weiter kommt“, erzählt Engel. Aller Anfang ist natürlich schwer, aber ein totaler Reinfall wäre für den Vorsitzenden zu bitter gewesen. Denn der Wunsch, dass nach 17 „narrenfreien“ Jahren sich endlich auch in Nunkirchen wieder ein Umzug etablieren würde, lag Engel doch sehr am Herzen. Zu seiner Erleichterung fanden am Ende vier größere Wagen den Weg. Samt Dreigestirn – Prinz, Bauer und Jungfrau – und etwa 400 Zuschauern auf der Strecke. Die 180 Zugteilnehmer zeigten sich dabei in derart engagierter und fantasievoller Manier, dass nicht nur ein Anfang gemacht war, sondern die Idee und das Konzept echte Fans gefunden hatte.

 

Der Nachtexpress zieht viele junge Leute an

In den folgenden Jahren stieg die Beteiligung stetig an. Beim 1x11 Jubiläumszug 2016 zählten die Veranstalter satte 1.000 Teilnehmer, verteilt auf 33 Wagen und über 20 Fußgruppen. Die Zuschauerzahlen lagen bei 9.000. Vor allem das jüngere Publikum findet jedes Jahr den Weg nach Nunkirchen, oft von weit her. „Das liegt nicht zuletzt an den Möglichkeiten, die uns die Dunkelheit eröffnet“, weiß Ottwin Engel, den alle hier nur „Otti“ nennen. „Das professionelle Feuerwerk, das von verschiedenen Wagen abgeschossen wird, ist die erste Attraktion. Die Lasershow die zweite, noch spektakulärere, die in Europa seinesgleichen sucht. Viele Besucher kommen nur deswegen.“ Und dafür, dass in der Nacht nicht alle Katzen grau sind, sorgen die Umzugsteilnehmer selbst.

 

Bunter und moderner geht kaum noch. Ein wenig hat der Besucher dann auch das Gefühl, eher auf einer saarländischen Variante der Love Parade zu feiern als einem traditionellen Faschingsumzug beizuwohnen. Zumal keine Blasorchester oder andere Kapellen mit marschieren. Die Musik ist up to date und kommt aus Lautsprecherboxen von den Wagen daher. Aber gut. Die bunten Kostüme sind geblieben. Und der Erfolg gibt den Machern Recht. Außerdem gilt: Besser doch eine modernere Variante des Faschingsumzugs als überhaupt keine Räder, die durch Nunkirchen rollen.

Die Räder beim Nunkircher Nachtexpress sind jedenfalls geölt. Viele Räder. Beinahe zu viele. „Die Anmeldungen laufen noch. Wir müssen aber zusehen, dass wir eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Irgendwo bei 30 oder 35 Wagen muss Schluss sein“, stellt Otti klar. „Unser Nachtumzug ist fast schon zu beliebt“, witzelt er.

Ein echtes Luxusproblem. Die Zeiten, wo der Vorsitzende eine halbe Stunde vor Abfahrt noch fast alleine auf der Route stand, sind vorbei.

 

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Auf einen Blick Alle Informationen zum Verein und zum Nachtumzug in Nunkirchen gibt es im Internet unter www.faasend.com Der Nachtexpress startet am 25. Februar um 19.11 Uhr am Treffpunkt „Im Waldring“. Im Anschluss wird rund um den Sportplatz gefeiert.




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