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Unermüdlich im Einsatz für die Natur

Lockweiler-Krettnich
Unermüdlich im Einsatz für die Natur
Erich Brücker
23. März 2017

Anlässlich des 30-Jährigen der Nabu-Ortsgruppe Lockweiler-Krettnich gibt es zwei Diavorträge sowie zwei Wanderungen. Das Thema des ersten Vortrags sind Windräder.
Bernd Konrad, nicht nur Naturschützer, sondern auch ein exzellenter Naturfotograf. Foto: Erich brücker
Bernd Konrad, nicht nur Naturschützer, sondern auch ein exzellenter Naturfotograf. Foto: Erich brücker

Die Ortsgruppe Lockweiler-Krettnich des Naturschutzbundes (Nabu) feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Das bedeutet, seit der Gründung am 13. Juni 1987 als Naturschutzverein, setzt sich die Ortsgruppe für den Erhalt und besonders für den Artenschutz der Tier- und Pflanzenwelt ein. Seit der Vereinsgründung steht Bernd Konrad als Vorsitzender an der Vereinsspitze. Damals waren es gerade mal 30 Mitglieder, heute sind es rund 200, viele aber auch von außerhalb des Heimatortes.

„Große Feierlichkeiten stehen nicht an, aber wir werden zwei Lichtbildvorträge über aktuelle Themen sowie zwei Wanderungen durch unsere schöne Hochwaldlandschaft, auf das Jahr verteilt, der Bevölkerung anbieten“, sagt der Vorsitzende Konrad. Einen ersten Vortrag gibt es an diesem Donnerstag, 23. März, im Dorfgemeinschaftshaus Krettnich um 19 Uhr. Das Thema könnte aktueller nicht sein: „Die Auswirkungen der Windräder auf unsere heimische Tierwelt“. In diesem Vortrag wird Konrad, der auch ein exzellenter Naturfotograf ist, den aus Untersuchungen belegten Einfluss der Windräder auf unsere heimische Natur darlegen. Insbesondere sind Rotmilan und Schwarzstorch von den Windrädern betroffen.

Seit Bestehen der Ortsgruppe ist die alljährliche Arbeit stets vom Schutz von Flora und Fauna geprägt gewesen. Es wurden viele naturkundliche Wanderungen gemacht. Diese führten nicht nur durch die heimische Natur sondern auch in benachbarte Regionen wie Wolfspark Merzig, Zoo Neunkirchen, Luisenpark Mannheim, Burg Guttenberg am Neckar, Kurpfalzpark Wachenheim und Pfälzerwald um nur einige aufzuzählen.

Aber auch im heimischen Dorf war man gefordert. Kartierungen von Vögeln der Roten Liste wurden vorgenommen, Vogelstimmen- und Orchideen-Wanderungen vorgenommen, Vorträge angeboten, Nistkästen gebaut, Hecken gepflanzt, Schwalben gezählt, Laichtümpel angelegt, Infotafeln aufgestellt, Artenschutzmaßnahmen vorgenommen, Streuobstwiesen angelegt. „Der größte Meilenstein war aber die Biberansiedlung in der Prims im Jahre 1998 mit dem Bau einer Biberburg“, schwärmt Konrad heute noch. Das war der größte Tag in der Vereinsgeschichte. Am 15. November wurden die ersten vier Biber nachts ausgesetzt. Die nächsten Jahre wurde die Kartierung dieser neuen Primsbewohner vorgenommen. Heute leben etwa zehn Familien mit etwa 40 bis 50 Tieren auf der Strecke zwischen Bardenbach und Nonnweiler.

Aber auch negative Dinge hat man erlebt. „Windräder bei Primstal“, bringt es Konrad kurz und knapp auf den Punkt. Das war vor zwei Jahren. „Mit einem Schlag waren viele Artenschutzmaßnahmen zerstört worden, viele Tierarten verloren ihr Biotop. Unsere Arbeit war vergebens. Unsere Mitglieder waren gelähmt, hatten Stillstand in unserem Vereinsleben und standen kurz vor der Vereinsschließung“, erzählt er aufgeregt weiter und ergänzt, dass er zu diesen Dingen und dem Verhalten der verantwortlichen Stellen auch im ersten Vortrag kritisch Stellung beziehen werde.

 

Zum Thema:

 

Weitere Aktivitäten zum Jubiläum: 9. Mai: Wanderung durch die heimische Natur; Treffpunkt 18 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus in Krettnich. 31. Oktober: Eine weitere Wanderung durch die Natur rund um Altland; Treffpunkt 14.30 Uhr am Sportplatz in Altland. Im Anschluss ab 17.30 Uhr Lichtbildvortrag „Heimische Natur“ im Altländer Treff am Sportplatz. 17. November: Lichtbildvorträge „Schmetterlinge im Saarland“, vorgetragen von Rainer Ulrich und „Nordlichter“, vorgetragen von Alois Saal. Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Krettnich. 18. November: Familiennachmittag ab 15 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Krettnich mit Rückblick auf 30 Jahre Ortsgruppentätigkeit.






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