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Putzen und übers „Schneggsche“ plaudern

Heiligenwald
Putzen und übers „Schneggsche“ plaudern
Elke Jacobi
20. Februar 2017

Die Heiligenwalder Karnevalisten der „Flitsch“ entführten ihre Gäste in die Welt von Film und Fernsehen.
Zwei Putzfrauen: Daniela Schorr (links) und Doris Zeyer. Foto: Jörg Jacobi
Zwei Putzfrauen: Daniela Schorr (links) und Doris Zeyer. Foto: Jörg Jacobi

Die bunte Welt von Film und Fernsehen – das ist die Welt, in die in diesem Jahr die Karnevalisten des HCV Die Flitsch Heiligenwald entführen. Welch bunte Vielfalt an Möglichkeiten dieses Motto eröffnet, darüber konnte die gut gelaunte Narrenschar im vollen Heiligenwalder Bürgerhaus nur staunen. Kein Wunder, dass mit Applaus nicht gespart wurde, Zugaben an der Tagesordnung waren und es die Narren kaum auf den Sitzen hielt.

Da hatte Sitzungspräsident Reinhard Wagner alias Obelix in einer – wie er nicht müde wurde zu betonen – „Hose, die nicht passt“ (kam auch wohl aus Landsweiler) leichtes Spiel. In oftmals launigen Reimen führte er durchs proppenvolle Programm und verkündete schon in der Halbzeit „das wird heute dauern“. Den Besuchern war's recht. Die waren schon so recht bei der Sache als nach dem Einblick in eine närrische Familie und in die eigene Lebensgeschichte – umrahmt vom Marsch der Mini-Garde und der Junioren-Garde sowie Mariechen Laura Armes – die Gruppe Annerschd zum ersten Mal mit stimmungsvollen Liedern zum Mitmachen aufforderte. So eingestimmt hatte auch der Büttennachwuchs leichtes Spiel, Lilly und Emma (Leah Shirin Spengler und Elisabeth Hoffman) lieferten sich einen lustigen Schlagabtausch und wurden mit einer Brezel belohnt.

Eine Belohnung ganz anderer Art gab es für die Trainerin der Jugendschautanz-Gruppe, Nicole Hoffmann. Zu einem Medley aus „Mary Poppins“ kamen die kleinen Tänzerinnen als das bekannte Kindermädchen, sein Freund und Schornsteinfeger daher und bezauberten das Publikum. Vor der Zugabe dann wurde das Geheimnis gelüftet : Die Trainerin wollte immer so gerne mal Mary Poppins sein. Rechtzeitig vor der Sitzung kam das Kostüm – ein Traum wurde wahr und Hoffmann als Mary umringt von der kleinen Tänzerschar bei der Zugabe mittendrin.

Da hielt es keinen mehr auf den Sitzen, auch nicht die erlauchten Gäste aus der luxemburgischen Partnergemeinde Petange. Bereits im 48. Jahr nimmt eine Abordnung an der Sitzung der Flitsch teil. Ebenso lange fahren die Heiligenwalder schon zur Micarème ins Nachbarland.

Und als dann das Heiligenwalder Prinzenpaar Olaf I. und Petra II. direkt von den Elleretze ins Bürgerhaus gekommen war (die Prinzessin vom roten ins grüne Kleid geschlüpft – eben passend zu den Vereinsfarben), um vorm Weiterziehen nach Landsweiler noch das „Bürgerhaus uff de Kopp“ zu stellen, da kam es zum königlichen Treff. Denn dieses Jahr hatte die Luxemburger Delegation ihr Prinzenpaar dabei: Michèle I. und Prinz Senin I. Und auch der Vorsitzende der KGB Luxemburg, Serge Breyer, eine Abordnung der ehemaligen Prinzen und Prinzessinnen, und der Vereinigung Europäischer Karnevalisten unter Romain Rosenfeld gaben sich auf der Bühne ein Stelldichein. „Parlez-vous français?“, fragte Sitzungspräsident Reinhard Wagner. „I not“, gestand er. Kein Problem, die Luxemburger sprechen deutsch – so charmant, wie das nur Luxemburger können.

Und als es dann nach Geschenketausch und vielen Küsschen noch klar war, dass für die Luxemburger die Flitscher Sitzung „ganz großes Kino“ ist, da gab es auch von den Narren im Saal stehende Ovationen. Das einheimische Prinzenpaar nahm Platz auf der Ehrenloge, die es nach dem Weiterzug nach Landsweiler dann den Luxemburgern überließ, und genoss das große Kino vom Ehrenplatze aus. Angefangen mit den beiden Putzfrauen vom Amt, die, wie im Orte üblich, auch ganz gerne mal den Ortsvorsteher in ihren Reden unterbringen („der iss doch e rischdisch Schneggsche, der Gorny“), über den schneidigen Marschtanz der Prinzengarde zu Ehren der Tollitäten. Bis weit nach Mitternacht stand das Bürgerhaus Kopp, wie es Prinz Olaf I. versprochen hatte: mit bezaubernden Tänzen, bunten Kostümen, akrobatischen Höchstleistungen und Reden, so recht aus dem Leben gegriffen. Bevor die reichlich beschenkten Besucher nach dem „James-Bond“-Schautanz der Prinzengarde gemeinsam mit den Akteuren das große Finale feierten, hatte Apolonia Brutschel alias Nicole Hoffmann noch das büttenrednerische Sahnehäubchen auf einen Filmabend der besonderen Art gesetzt.






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