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Neue Anforderungen meistern: Freiwillige Feuerwehr Dudweiler war im zu Ende gehenden Jahr im Dauerstress

Dudweiler
Neue Anforderungen meistern
Freiwillige Feuerwehr Dudweiler war im zu Ende gehenden Jahr im Dauerstress
Michèle Hartmann
21. Dezember 2016

Es ist nicht mehr die klassische Brandbekämpfung, die die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr beschäftigt. Wie die Zahlen zeigen, ist es heute vor allem das Öffnen von Wohnungen, um Bewohnern zu helfen.
Beim Brand einer Firmenhalle in Rilchingen-Hanweiler Anfang August dieses Jahres waren auch die Wehrleute des Stadtbezirks Dudweiler im Einsatz. Archivfoto: Becker & Bredel
Beim Brand einer Firmenhalle in Rilchingen-Hanweiler Anfang August dieses Jahres waren auch die Wehrleute des Stadtbezirks Dudweiler im Einsatz. Archivfoto: Becker & Bredel

Der Löschbezirk 18 Dudweiler der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken zieht Bilanz für das aktuelle Jahr 2016. Die Frauen und Männer der Ausrückebereichen Dudweiler-Mitte und Herrensohr/Jägersfreude wurden dieses Jahr bereits zu knapp 190 Einsätzen alarmiert. Bis Jahresende werden die Wehrleute vermutlich noch ein paar Mal alarmiert werden. ,,Das ist eine ganze Menge“, sagt Frank Klee, der die Jahresstatistik 2016 zusammengestellt hat. Im Schnitt fährt seinen Angaben zufolge der Löschbezirk in einem ganzen Jahr ungefähr 120 Einsätze.

Löschbezirksführer Ralph Haag und dessen Stellvertreter, Andreas Huber, erklären, dass sich das Hauptgeschäft im abgelaufenen Jahr eindeutig auf das Öffnen von Wohnungstüren verlagert hat. „Wenn Menschen sich hilflos in ihrer Wohnung befinden und von allein die Wohnungstür nicht mehr öffnen können, damit der Rettungsdienst zu ihnen gelangen kann, kommen wir ins Spiel. Wir öffnen dann mit Spezialwerkzeugen entweder eine Tür oder auch mal ein Fenster.“ 38 Mal war das in 2016 bereits der Fall. Bei solchen Einsätzen ist auch immer die Polizei zugegen. Dem demografischen Wandel, dem Altern der Bevölkerung sei es geschuldet, ,, dass die Wehrleute heute nicht nur hier in Dudweiler, sondern deutschlandweit viel mehr als noch vor einigen Jahren zum Öffnen von Wohnungen gerufen werden.“

Ein weiterer Schwerpunkt, so Haag und Huber, werden zukünftig die Einsätze ausgelöster Rauchwarnmelder in Privathäusern sein. Seit Mitte Juli dieses Jahres gilt nun auch im Saarland die allgemeine Rauchmelderpflicht. Eigentümer haben nun noch bis zum 31. Dezember Zeit, in ihren Häusern und Wohnungen Rauchmelder anzubringen. Die Feuerwehr Saarbrücken rückt fast täglich mindestens zu einem solchen Einsatz im Stadtgebiet aus. Auch in Dudweiler kam es bereits zu mehreren Einsätzen mit privaten Rauchwarnmeldern. Ralph Haag: ,,Meistens ist es der Nachbar von nebenan, gerade in Mehrfamilienhäusern, der den schrillen Pfeifton hört und vielleicht noch beim Betroffenen klopft und klingelt. Wird nicht geöffnet, muss nachgeschaut werden. Dann muss über die Notrufnummer 112 die Feuerwehr gerufen werden. Wir öffnen, wenn möglich, gewaltfrei die Wohnung und sehen nach. Ist nichts, wird die Wohnung wieder fachgerecht verschlossen und die Einsatzstelle anschließend der Polizei übergeben.

19 Mal wurde die Wehr in 2016 allein zum Studentenwohnheim in der Richard-Wagner-Straße in Dudweiler alarmiert. Hier ist eine automatische Brandmeldeanlage eingebaut. ,,Zum Glück war es meistens nur leichte Rauchentwicklung durch angebranntes Essen in einer der vielen Wohnungen“, lautet das Fazit.

Im Mai und Juni wiederum kam es im Sulzbachtal zu mehreren Ereignissen in Folge starken Regens. Auch in Dudweiler, Herrensohr und Jägersfreude wurden 25 Einsatzstellen angefahren. Überflutete Kellerräume, Wasserlachen im öffentlichen Verkehrsraum und ausgehobene Gullydeckel waren meist die Gründe.

Am 4. August brannte in Rilchingen-Hanweiler eine Werkstatthalle. Zu diesem Großereignis war auch der Löschbezirk Dudweiler alarmiert und rückte mit insgesamt vier Einsatzfahrzeugen aus Dudweiler-Mitte und Herrensohr/Jägersfreude dorthin aus.

Die restlichen Einsätze fielen auf das Beseitigen von Ölspuren, das Befreien von eingeklemmten Menschen aus Personenwagen nach einem schweren Verkehrsunfall, das Aufnehmen von auslaufenden Betriebsstoffen aus Pkw oder Lkw, Entfernen von umgestürzten Bäumen, das Retten von Tieren aus einer Notlage, Beseitigen von Wasserschäden in Gebäuden, Gasgeruch in Häusern, Befreien von Menschen, die in Aufzügen steckten und denen, die drohen, sich von Gebäuden zu stürzen. Gelöscht werden mussten Autos, Müllcontainer und Abfallbehälter, eine zehn Meter hohe Thuja, Hecken, Unrat an Gebäuden und Kaminbrände.

Ausgelöste automatische Brandmeldeanlagen von Geschäftshäusern, Seniorenwohnheimen, Krankenhaus und Rathaus Dudweiler sowie der City-Tiefgarage wurden ebenfalls angefahren. Größtenteils handelte es sich laut Wehr um einen „blinden Alarm“.






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