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DJK Bildstock in Geldnot

Bildstock
DJK Bildstock in Geldnot
David Benedyczuk
10. Februar 2017

Der Verein denkt über einen Rückzug aus der Fußball-Saarlandliga nach. Gibt es eine Kooperation mit dem FCS?
Symbolfoto.
Symbolfoto.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Saarlandliga stellen die Fußballer der DJK Bildstock vor Probleme, wie der Verein aus dem Friedrichsthaler Stadtteil letzte Woche in einer Presseerklärung bekanntgab. Darin heißt es, der Spielbetrieb sei in der Saarlandliga „mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Dieser Aufwand droht trotz zahlreicher und engagierter Sponsoren die Kräfte des Vereins zu überfordern“.

Und weiter: „Der Verbleib der 1. Mannschaft in der Saarlandliga ist in der kommenden Saison wirtschaftlich nicht gesichert.“ Die DJK kann sich die sechste Liga demnach nicht mehr leisten. „Das ist der Stand der Dinge, wobei sich das in den nächsten Monaten auch wieder ändern kann“, erklärt Heinz Eigner, der Vorsitzende des Mehrspartenvereins, der zudem Tennis, Tischtennis, Bogenschießen und Tanzen anbietet, auf SZ-Nachfrage.

Hoffnung

Er hat also noch Hoffnung auf eine dritte Saarlandliga-Saison nach dem Aufstieg 2015, für die sich der aktuelle Tabellen-13. in der Restrunde erst noch sportlich qualifizieren muss. In der Erklärung heißt es weiter: „Der Vorstand des Vereins und die Leitung der Sparte Fußball arbeiten mit Vertretern anderer Vereine intensiv an Lösungen, die sportliche und wirtschaftliche Belange gleichermaßen berücksichtigen.“

Die Gerüchteküche brodelt, eine Zusammenarbeit mit dem 1. FC Saarbrücken scheint auch ein Thema, schließlich suche der Regionalligist einen Kooperationsverein, mit dessen Spielrecht er seine U 23 neu anmelden könnte (wir berichteten). Im besten Fall in der Saarlandliga. Bildstock könnte da passen. Problem: Laut Saarländischem Fußball-Verband (SFV) können Vereine nur auf zwei Wegen fusionieren.

Weg eins: Beide Vereine lösen sich auf und gründen einen neuen. Weg zwei: Ein Verein löst sich auf und geht in dem zweiten auf. Weg zwei wäre wohl für den FCS gangbar. Und für die DJK Bildstock? Eher weniger. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung hat sich der 1. FCS derzeit einen Rechtsbeistand zur Seite geholt, der prüft, ob es nicht noch weitere Möglichkeiten für eine Übertragung des Spielrechts gibt. Zur Thematik wollten die Verantwortlichen beider Vereine nichts sagen.

So wollte sich Lothar Schmidt, seit 1989 DJK-Fußballabteilungsleiter, auf Nachfrage gar nicht äußern. Auch nicht zu finanziellen Problemen des Vereins. Dabei hatte er bereits Ende Januar am Rande der Verleihung des SFV-Ehrenamtspreises, wo er zu einem der vier Kreissieger gekürt wurde, eine Kritik geäußert, die die DJK-Probleme gut skizzieren dürfte: Schmidt sagte, die viel zitierte Ehrenamtskrise sei „auf administrativer Ebene entstanden, weil den Vereinen steuerrechtlich und verwaltungstechnisch Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

Ohne Steuerberatung und rechtsanwaltliche Beratung ist es heute nicht mehr möglich, einen größeren Verein zu führen. Die Kosten dafür sind aber mit Mitgliedsbeiträgen alleine nicht bezahlbar.“ Diese hohen Anforderungen schreckten ab, weshalb viele ein Ehrenamt im Vorstand ablehnten: „Nicht, weil die Menschen nicht wollen, sondern weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen“, betonte Schmidt. „Wir haben noch andere Abteilungen im Verein, die wir nicht in Mitleidenschaft ziehen dürfen“, sagt Bildstocks Vorsitzender Heinz Eigner mit Blick auf die wirtschaftlich schwierige Situation.

Er betont aber: „Unser oberstes Ziel ist es, die Jugend auch weiterhin zu fördern.“ Von den aktuell rund 200 Jugendspielern, die derzeit noch in den Mannschaften einer Bildstocker Jugend-Spielgemeinschaft spielen, gehören etwa je die Hälfte der DJK oder dem SV Hellas Bildstock an.

Kündigung der SG

Doch in ihrer Erklärung gab die DJK auch bekannt, dass sie die seit 2001 bestehende SG mit dem benachbarten SV Hellas zur neuen Saison fristgemäß gekündigt hat – „im Zuge der fälligen Neuausrichtung“. Die Reaktion des bisherigen Partners folgte prompt. Die Trennung komme „völlig überraschend ohne jegliche Vorankündigung und ohne Angabe von Gründen“, heißt es seitens des SV Hellas.

Zumal die alle Altersstufen umfassende SG noch im April 2016 erneut vertraglich fixiert und die beiderseitige Absicht, die Liaison weiterentwickeln zu wollen, betont worden war. Eigner wollte sich „dazu noch nicht äußern“, sein Verein arbeite aber „an einer adäquaten Lösung“.

Auf die Vorwürfe des Hellas-Vorsitzenden Manfred Plaetrich, die Folgen der finanziellen Belastung der DJK würden „auf dem Rücken der Bildstocker Kinder und Jugendlichen ausgetragen“, reagierte Eigner dagegen energisch: „Davon kann keine Rede sein. Wir verhandeln da über eine neue Zusammenarbeit innerhalb unserer Stadt“, ließ der Vorsitzende der DJK Bildstock durchblicken.






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