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Sie kämpfen für den Erhalt der Bäder

Friedrichsthal
Sie kämpfen für den Erhalt der Bäder
Petra Pabst
14. Februar 2017

In Friedrichsthal gibt es einen Verein, der schon sehr viel Geld gesammelt hat für die Bäder der Stadt. Jetzt stand ein Jubiläum an.
Markus Walter (Dritter von links) und seine Mitstreiter auf dem Weg durch die Stadt. Foto: Thomas Seeber
Markus Walter (Dritter von links) und seine Mitstreiter auf dem Weg durch die Stadt. Foto: Thomas Seeber

Tapfer trotzten sie Wind und Wetter, die 14 mit Ringel-Badeanzug und Bademützen gekleideten Fackelläufer. Autofahrer und Fußgänger hielten an, zückten ihre Handys und bestaunten das witzige Ensemble. Bereits zum 20. Mal liefen sie am Wochenende für den guten Zweck zu den Gasthäusern in der Stadt, um die Sammeldosen für die Friedrichsthaler Bäder zu füllen. Das fröhliche Auftreten der Sammler sorgte überall für große Spendenbereitschaft. „Hast du mal 'nen Eimer Wasser?“ ruft scherzhaft ein Spieler der Knobelrunde 1975 im „Bobby“ zur Wirtin, zückt dann aber seinen Geldbeutel und wirft 5 Euro in die Dose. Mit dabei von Beginn an: Heribert Lang, der Initiator dieser Aufsehen erregenden Aktion, und Markus Walter, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Bäder der Stadt Friedrichsthal. Dieser Verein hat es fertiggebracht, seit seines Bestehens rund 800 000 Euro zu sammeln, rund 40 000 Euro brachten in zwei Jahrzehnten allein die Fackelläufe ein.

Seit Anfang Dezember stehen Sammelbüchsen in zahlreichen Lokalen und bleiben dort bis nach Fastnacht stehen. „Das Gute dabei ist, dass wir die Fastnacht mit in unsere diesjährige Aktion einbeziehen können“, erklärt Markus Walter. „So besuchen wir auch die Sitzungen der hiesigen Karnevalsvereine, tragen dort ebenfalls etwas vor und lassen die Sammeldose rundgehen. Außerdem machen wir beim Rosenmontagsumzug mit. Hierfür haben Freunde extra eine Badewanne umfunktioniert und mit einem Fahrgestell versehen.“

Nachdem Bürgermeister Rolf Schultheis am Freitagabend am Hallenbad das Feuer entfacht hatte, an dem die Fackeln entzündet wurden, teilten sich die Läufer in drei Gruppen auf. Nach zweieinhalb Stunden und etwa neun Kilometern trafen sich alle wieder im Gasthaus „Braddock“ und gingen zusammen die letzte Etappe bis zum TVB-Heim in Bildstock an. Dabei ließen sie sich von dem zwischenzeitlich stärker werdenden Schneefall nur noch mehr motivieren. Unter den Läufern waren auch der 18-jährige Nils Gieselmann und Jan Hoffeld (15), beide bereits zum dritten Mal dabei. „Ich laufe aus Überzeugung mit“, erzählte Jan: „Ich besuche gern und oft mit meinen Freunden das Schwimmbad und will, dass es erhalten bleibt. Es ist für mich mit dem Fahrrad gut erreichbar, und das ist für mich wichtig.“

Dieser Punkt liegt auch Markus Walter sehr am Herzen. „Wir wollen die Leute für das Thema interessieren. Auch deswegen machen wir diese und verschiedene andere Aktionen im Schwimmbad. Steigende Besucherzahlen bestätigen den Erfolg, rund 80 000 Männer, Frauen und Kinder sind es jährlich. Der Erhalt von Schwimmbädern vor Ort ist wichtig. Diese Einrichtungen sind Begegnungs- und Sportstätten für die gesamte Bevölkerung, für Jung und Alt, für Sportler und Menschen mit Behinderung, für Familien, Einheimische und Zugezogene. Sie stehen nicht nur Vereinen oder Schulen, sondern jedermann zur Verfügung. Das soziale Miteinander kann man hier pflegen. Dafür sind Schwimmbäder einfach ideal.“

Im TVB-Heim fanden sich übrigens ganz spontan neue Mitstreiter fürs nächste Jahr. So gaben Klaus Henrikus und dessen Sohn Tobias nicht nur eine Spende. „Das ist eine wichtige Sache, da laufen wir beim nächsten Mal mit“, erklärten sie.

Kassensturz ist am 10. März (Freitag) in der Friedrichsthaler Filiale der VVB. Der Wirt oder die Wirtin mit dem besten Sammelergebnis wird dabei mit einem Wanderpokal geehrt. Und der „Chor der geringelten Fackelläufer“ singt sicher auch dann zum Dank wieder „Bad Friedrichsthal, wie bist du schön – schwimm, schwimm, schluck!“






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