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„Das Saarland ist ein ungehobener Schatz“

Saarbrücken
„Das Saarland ist ein ungehobener Schatz“
Nicole Baronsky-Ottmann
29. April 2017

Monty Arnold ist hierzulande vielen als Kabarettist in guter Erinnerung. Seit vielen Jahren lebt er in Hamburg und hat sich dort von der Bühne verabschiedet.
Großes Vorbild und Förderer: Monty Arnold als junger Nachwuchs-Kabarettist mit Kabarett-Legende Hanns Dieter Hüsch. Foto: Roger Paulet
Großes Vorbild und Förderer: Monty Arnold als junger Nachwuchs-Kabarettist mit Kabarett-Legende Hanns Dieter Hüsch. Foto: Roger Paulet

„Ich wusste mit 16 Jahren dass ich Kabarettist werden wollte“, erzählt Monty Arnold am Telefon. Der 49-Jährige ist Vielen im Saarland noch bekannt als Moderator und Kabarettist, vielleicht sogar als ganz junger Büttenredner an Fastnacht. Eine Zeit lang war er im Fernsehen zu sehen, aber noch mehr auf verschiedenen Kleinkunstbühnen.

Monty, eigentlich Montgomery, Arnold wurde 1967 in Mönchengladbach geboren, kam im Alter von fünf Jahren ins Saarland. „Ich hatte als Kind immer Atemwegsprobleme, daher ist meine Familie wegen der guten Luft nach Humes bei Neunkirchen gezogen“, erzählt er ganz ernst. Dass auch der Kreis Neunkirchen nicht gerade ein Luftkurort war, hatte man ihm verschwiegen. In der Schule war er Außenseiter, heute würde man sagen, er wurde gemobbt. „Ich war ein schwules Kind, war schlecht in Sport und verstand mich gut mit den Mädchen. Ein klassischer Ausweg war das Amt des Klassenclowns“, erinnert er sich.

Monty Arnold hat dann mit siebzehn Jahren zum ersten Mal auf einer Bühne gestanden – im Neunkircher Karneval. „Auf dem Schulhof wurde ich von den Gleichen drangsaliert, die im Saal ganz aus dem Häuschen waren“, erzählt der Mann mit den Entertainer-Qualitäten. Aber resigniert oder aufgegeben hat Monty Arnold nie, er hat immer sein Ziel vor Augen behalten. Nach einer nie ganz ernst gemeinten Ausbildung zum Reprotechniker versuchte er, seine Berufung zum Beruf zu machen. „Meine ersten Auftritte außerhalb des Faschings hatte ich im Saarbrücker Jazzkeller Gießkanne. Einmal im Monat wurde dort ein kabarettistischer Abend veranstaltet“, erzählt er.

Wer ihn bei seinem Werdegang sehr beeinflusst hat, war Kabarett-Legende Hanns Dieter Hüsch. „Er war damals beim Saarländischen Rundfunk Gastgeber des Gesellschaftsabends. Ich habe allen Mut, den ich je hatte und haben werde, zusammengenommen, bin einfach zu ihm hinter die Bühne, und er gab mir den guten Rat: Suchen Sie sich einen Freund der Klavierspielen kann!“ Derart ermutigt begann Monty Arnold, ein Solo- Programm zu schreiben und über die ländlichen Kabarettbühnen zu tingeln. „Es war sehr anstrengend, ständig unterwegs zu sein, aber ich habe schon früh davon leben können“, sagt er.

Der Erfolg stellte sich ein, wurde größer. Und obwohl er zu dieser Zeit beim Saarländischen Rundfunk Hauskabarettist der Sendung „Auf in den Keller“ war, zog Monty Arnold nach Hamburg. „Ich war nie in Hamburg gewesen, aber im Fernsehen wirkte es traumhaft.“ Die lebendige Comedy-Szene und die dortigen Underground-Theatergruppen wurden schnell seine Heimat. Dort konnte er Erfolge feiern, als Conférencier im „Schmidt Theater“, als Mitbetreiber der Kleinkunstbühne „SchlapplacHHalde“ und schließlich als Teil der Ur-Mannschaft von Thomas Hermanns‘ „Quatsch Comedy Club“, der später auch im Fernsehen sehr erfolgreich wurde. „Das war eine tolle Zeit. Wir waren mächtig stolz, denn nirgends sonst gab es so viel zu lachen“, erinnert er sich.

Sechzehn Jahre lebte Monty Arnold aus dem Koffer. „Irgendwann merkte ich, welch eine Zeitverschwendung das dauernde Warten und unterwegs sein ist“, sagt er.

Und so hat Monty Arnold im Jahr 2000 Kabarett, Comedy und Bühne Lebewohl gesagt. Stattdessen wurde er Dozent für Musicalgeschichte an zwei Hamburger Musikschulen, übernahm Synchron- und Hörspielrollen, nahm jede Menge Hörbücher auf und machte Radio- und Fernsehspots. Heute genießt er es, in seinem Hamburg zu leben, spricht derzeit die Geschichten über „Das Sams“ als Hörbücher ein und bloggt jeden Tag. Dieses Online-Tagebuch liegt ihm am Herzen, denn dort kann er einer weiteren, alten Leidenschaft nachgehen, er zeichnet gern, gut und viel.

Und das Saarland? Eine der bekanntesten Sprechrollen von Monty Arnold war „Upps – die Pannenshow“ auf dem Sender Super RTL, bei der Arnold in 250 Folgen Autor und Sprecher war. Wer die Sendungen kennt, weiß, dass dort häufig saarländische Namen und Orte zitiert werden. Und jetzt weiß man auch, warum. „Land und Leute an der Saar sind schon was ganz Besonderes, das kam in den Sendungen gut an. Das Saarland ist noch immer ein ungehobener Schatz der deutschen Folklore“, sagt er und lacht, wie so oft während des Gesprächs. Aber man merkt, das hier meint er ernst.

www.montyarnold.de

blog.montyarnold.de






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