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Hilfe für das Mädchen aus Mosambik: Verein „Medical Care“ und Markus Thielen aus Herrensohr setzten sich für Carolina, das Kind ohne Gesicht, ein

Hilfe für das Mädchen aus Mosambik
Verein „Medical Care“ und Markus Thielen aus Herrensohr setzten sich für Carolina, das Kind ohne Gesicht, ein
Birgit Oster
21. Februar 2017

Markus Thielen erlebte „Gänsehaut pur“ bei seinem ersten persönlichen Treffen mit der kleinen Carolina. Die fast Zweijährige stammt aus Mosambik, ist fit wie ein Turnschuh – hat aber kein Gesicht.

Durch einen Unfall verbrannten Nase, Augen, Mund, Ohr und die Hälfte der Haare. Mutmaßlich ein brennendes Moskitonetz, das auf sie fiel, ist dafür verantwortlich, dass ihr ein Stück Individualität – das ja ein Gesicht mit ausmacht – einfach fehlt.

Markus Thielen aus Herrensohr erfuhr von Carolinas Schicksal von einer Freundin. Die Exil-Saarländerin Silke Maurer besuchte Mosambik erstmals 2010. Seit diesem prägenden Besuch engagiert sich die heute in Berlin lebende und arbeitende Ex-Saarbrückerin dort für Waisenkinder.

 

2016 wurde der Verein gegründet

Seitdem war sie mehr als zwanzigmal in dem südostafrikanischen Land. 2016 schließlich gründete sie die beiden Vereine „Handle with care cultural care“ und „Handle with care medical care“.

 

Im Wechsel hilft sie zwei Waisenhäusern mit Sachspenden wie Spielsachen und Instrumenten oder auch Medikamenten. Während „Cultural Care“ sich vor allem für Möglichkeiten zur Bildung im schulischen Bereich und der Förderung im künstlerischen Bereich einsetzt, wurde „Medical Care“ vor allem für einen Zweck gegründet: Hilfe für Carolina. Von diesem Schicksal wiederum erfuhr Markus Thielen von seiner Frau Tina, die ihn auf die Facebook-Seite des Vereins aufmerksam machte. Sein Neffe habe ihm den Tipp gegeben: „Sammel doch von jedem, den Du kennst, zwei Euro“.

 

In zwei Monaten 6300 Euro gesammelt

Er ging sogar noch weiter und legte für jeden zehnten Spender einen gewissen Betrag drauf. Innerhalb von nur zwei Monaten kamen so beeindruckende 6300 Euro zusammen. „Das ist sensationell“, erinnert er sich. Dank der Unterstützung seines Arbeitgebers ZF konnte er in seinen Pausen Arbeitskollegen nach Spenden fragen.

 

Größere Spenden kamen durch das ZF-Ausbildungszentrum und Uwe Ballas zusammen. Er ist Vater des in Saarbrücken geborenen Fußballprofis Florian Ballas, der beim Zweitligisten Dynamo Dresden kickt. Sein versteigertes Trikot brachte 450 Euro.

Kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr war es dann soweit: Markus Thielen traf Carolina zum ersten Mal persönlich. Die Kleine war bei Silke Maurer in Berlin, wo sie am dortigen Unfallkrankenhaus mehrfach operiert wurde. Unter anderem wurde ihr Haut aus der Leiste entnommen und ins Gesicht verpflanzt. So solle zumindest ein Teil der Mimik wiederhergestellt werden. Die Lippen sind zum großen Teil bereits erfolgreich verpflanzt. Bis sie 15 Jahre alt ist, werden noch viele weitere Operationen hinzukommen.

 

Gemeinsam spielen am Flughafen Ensheim

Mit Carolina im Gepäck flog Silke Maurer nach Saarbrücken. In Herrensohr besuchte man Familie Thielen. Natürlich war der Anblick zuerst ungewöhnlich, doch man taute schnell auf: „Was für ein knuddeliges Kind“. Das Erlebnis, wie er mit ihr am Flughafen Ensheim gemeinsam mit einem Luftballon spielte, bringt ein Leuchten in seine Augen. Ein Wiedersehen folgt voraussichtlich im Herbst, dann in Berlin.

 

 

Zum Thema:

 

kontakt Handle with care Internet: www.handlewithcare-medical.org Spendenkonto: handle with care medical DE52 1005 0000 0190 5403 89 BELADEBEXXX Berliner Sparkasse

 




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