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Jan Fischer verlässt den KSV Köllerbach

Fischer sorgt für einen Schock
Patric Cordier
5. Mai 2017

Der Ringer-Bundesligist KSV Köllerbach verliert seinen Kapitän. Der 31-Jährige sucht eine neue Herausforderung.
Jan Fischer. Foto: Ruppenthal
Jan Fischer. Foto: Ruppenthal

Der Kapitän verlässt das Schiff, obwohl es gar nicht am Sinken ist: Jan Fischer und der Ringer-Bundesligist KSV Köllerbach gehen künftig getrennte Wege. „Wir haben bereits im Februar Gespräche mit Jan aufgenommen und ihm ein Angebot vorgelegt. Jetzt hat er uns mitgeteilt, dass er nicht mehr für Köllerbach auf die Matte gehen wird“, sagt Hilmar Rehlinger, Vorsitzender des KSV: „Es ist für uns zu diesem Zeitpunkt schwer, auf dem deutschen Markt Ersatz mit dieser Qualität zu finden. Ich bin sehr enttäuscht, Jan war bei uns eine feste Größe.“

Und Fischer war ein Eigengewächs. Von der Jugend bis zur deutschen Meisterschaft im Einzel und mit der Mannschaft – die Karriere des 31-jährigen Griechisch-Römisch-Spezialisten war bislang untrennbar mit seinem KSV Köllerbach verbunden. Trainer Thomas Geid hat ihn quasi auf dem ganzen Weg begleitet. „Jan ist jetzt 21 Jahre im Verein. Ich habe seine Entscheidung noch nicht verdaut, denn sie tut mir wirklich weh“, sagt Geid: „Ich habe alles versucht, ihn zu überzeugen. Jetzt müssen wir die Mannschaftsplanung wieder überarbeiten. Denn wahrscheinlich müssen wir für die 86-Kilo-Klasse einen EU-Ausländer finden, der uns sportlich hilft und der ins Budget passt.

Dennoch: Ich wünsche Jan alles Gute.“ Schon nach der Niederlage beim ASV Mainz gab es im vergangenen Herbst heftige Misstöne. Fischer, damals selbst auf die Schulter gegangen, hatte den Verantwortlichen Fehler bei Aufstellung und Neuverpflichtungen vorgeworfen. „Wir hatten schon vor der abgelaufenen Saison Probleme, noch mal zusammenzukommen. Aber es gibt keine schmutzige Wä- sche, die öffentlich zu waschen wäre“, sagt Fischer: „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Leistungssport ist nicht so einfach, und nichts geht von alleine. Man braucht immer die notwendige Motivation. Ich denke, es ist an der Zeit, eine neue sportliche Herausforderung zu finden.“ Fischer war über ein Jahrzehnt Aushängeschild des saarländischen Ringkampf-Sports.

Jetzt könnte er der erste namhafte deutsche Ringer sein, der dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) den Rücken kehrt und sich einem der abtrünnigen Clubs anschließt, die selbstständig eine Profi-Liga anstreben. Fischer wird mit dem finanzstarken SV Germania Weingarten, aber auch Bundesligist Mainz in Verbindung gebracht. „Es gibt in der neuen DRB-Bundesliga-Saison eine Etat-Obergrenze, daran halten wir uns“, betont Rehlinger und versichert, dass die Antrittsprämien der Köllerbacher Sportler dementsprechend angepasst wurden.

„Es geht mir nicht ums Finanzielle. Und auch wenn ich in dieser Saison nicht für einen Verein ringe, heißt das ja nicht, dass ich mit dem Ringen aufhöre“, sagt Fischer auch im Hinblick auf mögliche Änderungen des Reglements, die seiner Art zu ringen entgegenkommen: „Ich habe jetzt verschiedene Optionen, werde mir alles anhören und dann entscheiden, wie es weitergeht.“ Dass seine Entscheidung für so großes Aufsehen sorgt, überrascht den 31-Jährigen, kann aber durchaus als Wertschätzung seiner Leistung in der Vergangenheit angesehen werden.

Fischers langjähriger Teamkollege Andrej Shyyka hat Verständnis: „Es ist schade, und ich bin überrascht. Ich hatte nie geglaubt, dass er uns verlässt. Nun müssen andere in die Bresche springen. Es kommen Jüngere nach, es geht immer weiter.“






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