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Glückauf für frühere Grube: Pensionierte Bergleute kümmern sich um Erlebnisbergwerk und Tagesanlage Velsen

Klarenthal
Glückauf für frühere Grube
Pensionierte Bergleute kümmern sich um Erlebnisbergwerk und Tagesanlage Velsen
30. Juni 2015

Ehemalige Bergleute haben sich im Verein Erlebnisbergwerk Velsen zusammengeschlossen. Sie halten die Erinnerung an den Bergbau wach und freuen sich dabei über immer mehr Besucher im früheren Lehrstollen.
Sie kümmern sich ums Erlebnisbergwerk: (v.l.) Volker Etgen, Horst Kerren, Hermann Porz, Hermann Feit, Thomas Haser. Foto: Jenal
Sie kümmern sich ums Erlebnisbergwerk: (v.l.) Volker Etgen, Horst Kerren, Hermann Porz, Hermann Feit, Thomas Haser. Foto: Jenal
Im Jahr 2006 hievte die mächtige Förderanlage der Grube Velsen letztmals Arbeiter nach oben. Bergbaumaschinen sind auf dem Gelände aber auch nach der Grubenschließung noch in Betrieb. Allerdings nur zu Demonstrationszwecken: Im Erlebnisbergwerk hören die Besucher, wie viel Lärm unter Tage herrschte.

Im April 2012 hat der Verein Erlebnisbergwerk Velsen den früheren Lehrstollen von der RAG Montan Immobilien gepachtet. Nachdem die Anlage nicht mehr zur Ausbildung gebraucht wurde, setzten sich ehemalige Bergleute dafür ein, den Stollen zumindest als Erlebnisbergwerk zu erhalten. Mit Erfolg. „Demnächst können wir den 25 000. Besucher begrüßen“, berichtet Vereinschef Volker Etgen beim Besuch der Saarbrücker Zeitung. Im vorigen Jahr wurden etwa 8000 Gäste gezählt. Neueste Attraktion ist eine Dauerleihgabe des Heimatkundlichen Vereins Warndt. In der so genannten Türstock-Strecke kann altes bergmännisches Gerät bestaunt werden.

Rund 25 000 Euro steckt der Trägerverein jährlich in den Betrieb der Anlage, öffentliche Zuschüsse gibt es nicht. Das Geld können die aktuell knapp 270 Mitglieder wohl auch in Zukunft aufbringen. Sorgen bereitet Etgen aber die noch ungeklärte Eigentumsfrage, der Mietvertrag läuft nur bis Ende 2016. „Wie es dann weiter geht, wissen wir noch nicht“, bedauert der Vorsitzende.

Der frühere Steiger macht sich auch Gedanken über das Gesamtensemble. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude organisiert er mit seinen Kollegen der Künstlergruppe ART58 einmal im Jahr eine Kunstausstellung. Die „Colors of Velsen“ sind ein Höhepunkt des Warndt-Weekend. Etgen könnte sich vorstellen, dass Künstler das ganze Jahr über für Leben sorgen. Einige Ateliers wurden auf dem Gelände bereits eingerichtet. Eine weitere Möglichkeit: Die Eröffnung eines Schullandheims, in dem sich deutsche und französische Klassen treffen.

Vorschläge für eine zukünftige Nutzung wurden auch in einer Ideenwerkstatt gesammelt, die im vorigen Jahr ins Leben gerufen wurde. Unter anderem beriet man über die touristische Nutzung der Kaffeeküche. Etwa 600 000 Euro, erklärt Etgen, würde die Renovierung des Gebäudes und die Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer und Wanderer kosten. Aus seiner Sicht eine lohnende und preiswerte Investition. Doch Etgen glaubt nicht, dass Vorschläge aus der Ideenwerkstatt umgesetzt werden. Das schließt er aus der Formulierung in einer Mail des Regionalverbandes. Die Politiker, heißt es dort zum aktuellen Stand, hätten noch Abstimmungsbedarf.

Bleibt abzuwarten, wie es weitergeht: Neben Luisenthal, Camphausen und Itzenplitz gehört Velsen zu den vier ehemalige Gruben-Standorten im Saarland, die denkmalgerecht erhalten werden sollen.

 

Zum Thema:
 Anfang der 1960er Jahre förderte das Bergwerk Velsen mit einer Belegschaft von 3100 Bergleuten noch rund 4500 Tonnen Kohle pro Tag. 1965 verlor die Grube ihre Selbstständigkeit, sie wurde Teil des Bergwerks Warndt. Die abgebaute Kohle förderte man nun auf der Tagesanlage Warndt nach oben. Schacht Gustav II diente noch bis 2005 als Wetter- und Seilfahrtschacht, danach wurde er teilverfüllt. tan





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