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Kaum Interesse an Standortbestimmung

Gersweiler
Kaum Interesse an Standortbestimmung
Patric Cordier
5. April 2017

Nur 53 Ringer starteten bei der Saarlandmeisterschaft. Die Athleten, die da waren, nutzten die Titelkämpfe als Vorbereitung auf die deutsche Meisterschaft.
Routinier Juri Schmatow (l.) vom Ausrichter RG Saarbrücken, hier auf einem Archivfoto, zeigte bei der Saarlandmeisterschaft in Gersweiler, dass er es noch drauf hat. Er holte sich den Titel in der Freistil-Klasse bis 125 Kilo. Foto: Kiefer
Routinier Juri Schmatow (l.) vom Ausrichter RG Saarbrücken, hier auf einem Archivfoto, zeigte bei der Saarlandmeisterschaft in Gersweiler, dass er es noch drauf hat. Er holte sich den Titel in der Freistil-Klasse bis 125 Kilo. Foto: Kiefer

Eigentlich ist das Saarland eine Ringer-Hochburg. Gleich vier Vereine werden ab dem kommenden September in der Bundesliga an den Start gehen. Doch bei den 13. offenen Saarlandmeisterschaften, die am vergangenen Samstag in Gersweiler ausgetragen wurden, gingen nur 53 Sportler auf die Matten.

„Im Normalfall sind es immer um die 100 Starter, das ist ganz bitter“, sagt Peter Willrich, Vize-Präsident des Saarländischen Ringer-Verbands und zuständig für den sportlichen Bereich. Er ergänzt: „Wir werden mit den Vereinen sprechen und die Geschichte ernsthaft hinterfragen. Klar, es sind fünf Sportler bei der U 23-Europameisterschaft. Andere laborieren mit Verletzungen. Aber das alleine kann es ja nicht sein. Die Saarlandmeisterschaft ist vom Termin her ein guter Test für die Trainingssteuerung drei Wochen vor der deutschen Meisterschaft.“

Genau so ist Sebastian Janowski vom AC Heusweiler die Sache angegangen. „Für mich war es eine wichtige Standortbestimmung vor der deutschen Meisterschaft“, sagt der Griechisch-römisch-Spezialist, der sich in der Klasse bis 85 Kilogramm den Saarlandmeister-Titel holte: „Denn ich konnte wegen meines Studiums zuletzt nicht so viel trainieren. Darum waren die drei Kämpfe schon gut für mich.“ Der angehende Bau-Ingenieur scheint auf dem richtigen Weg. Der 24-Jährige besiegte den Zweitplatzierten Jan Bialek (ASV Hüttigweiler) klar nach Punkten, war gegen Nick Jacobs (AC Mülheim) technisch überlegen und legte im letzten Kampf Markus Chmiel (KV Riegelsberg) sogar auf die Schultern. „Bei den letzten deutschen Meisterschaften wurde ich Dritter. Würde mir das wieder gelingen, wäre ich zufrieden“, sagt Janowski: „Ansonsten freue ich mich schon auf den Bundesliga-Start. Da kommen viele Gegner mit hohem Niveau.“

Davon weiß Dennis Decker ein Lied zu singen. Der Nachwuchs-Ringer des KSV Köllerbach zählte in der vergangenen Saison zu den Stammkräften des Bundesliga-Fünften. Die Saarlandmeisterschaft in der Klasse bis 66 Kilogramm im griechisch-römischen Stil war für ihn nach technisch überlegenen Siegen gegen Niklas Adams (KV Riegelsberg) und Frank Bayer (RG Saarbrücken) daher eine leichte Aufgabe. „Ich hätte gerne mal die vollen sechs Minuten Kampfzeit gerungen“, sagt Decker im Hinblick auf die Vorbereitung auf die deutsche Meisterschaft: „Nächste Woche ist die Nationalmannschaft an der Sportschule, da holen wir uns den Feinschliff.“ Ein Medaille ist das Ziel. „Ich bin ja eher ein Mannschafts-Ringer, da kann ich mich voll motivieren“, erklärt Decker mit einem Lachen: „Bei Einzel-Meisterschaften komm ich irgendwie öfter mal in die Bredouille.“

Drei Kämpfe, drei Siege – das war auch die Bilanz von Till Bialek vom ASV Hüttigweiler in der Klasse bis 98 Kilogramm im griechisch-römischen Stil. Nach zwei Vorrundensiegen setzte sich der Auszubildende zum Lack-Laboranten im Finale gegen Kilian Schäfer vom KSV Köllerbach technisch überlegen mit 13:0 durch. „Dabei haben sie mich erst am Freitagabend überredet, teilzunehmen“, erzählt der 23-Jährige: „Ich habe dann noch drei Kilo Gewicht gemacht. Und es hat sich gelohnt.“ Zur geringen Starter-Zahl hatte der neue Saarlandmeister eine klare Meinung: „In meiner Gewichtsklasse ist es noch in Ordnung. Aber es ist schon besser, wenn du nicht nur einen Kampf bis zum Titel machen musst.“

Die Vereinswertung holte sich die RG Saarbrücken, die die Saarlandmeisterschaft ausgerichtet hat, vor dem AC Heusweiler und dem KV Riegelsberg. Saarbrücken stellte mit 15 Startern auch die meisten Teilnehmer.

Die deutsche Meisterschaft im Freistil findet vom 21. bis 23. April in Bruchsal statt. Die nationalen Titelkämpfe im griechisch-römischen Stil werden vom 28. bis 30. April in Plauen ausgetragen.

 

Zum Thema:

 

Sieger bei der offenen Saarlandmeisterschaft Freistil: Waisurahman Rahmani (Klasse bis 57 Kilogramm/KSV Köllerbach); Viktor Lyzen (61 Kilogramm/KSV Köllerbach); Roman Asharin (65 Kilogramm/Ukraine); Mathias Schwarz (74 Kilogramm/ASV Hüttigweiler); Rene Brück (86 Kilogramm/AC Mühlheim); Maxime Francois (97 Kilogramm/Sotteville les Roven); Juri Schmatow (125 Kilogramm/RG Saarbrücken). Griechisch-römischer Stil: Henrik Schmitt (59 Kilogramm/KV Riegelsberg); Dennis Decker (66 Kilogramm/ KSV Köllerbach); Daniel Meiser (71 Kilogramm/AC Heusweiler); Urs Philipp von Tugginer (75 Kilogramm/KSV Köllerbach); Anis Gharbi (80 Kilogramm/Reims); Sebastian Janowski (85 Kilogramm/AC Heusweiler); Till Bialek (98 Kilo/ASV Hüttigweiler); Daniel Lacour (130 Kilo/KV Riegelsberg).






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