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TG Saar beginnt neue Turn-Saison in Cottbus beim SC Cottbus

TG Saar wagt nächsten Griff nach dem Titel
Roland Schmidt
10. Mai 2017

Mit einem Mix aus routinierten Kräften und jungen Wilden startet Turn-Bundesligist TG Saar am Sonntag beim SC Cottbus in die neue Saison.
Foto: Ruppenthal
Foto: Ruppenthal

Die Barrenholme werden zittern, die Reckstange vibrieren und die Fans staunen, wenn die Turner der TG Saar am kommenden Wochenende in der Deutschen Turnliga (DTL) an die Geräte gehen und nach langer Wettkampfpause ihre halsbrecherischen Schrauben, Salti und Sprünge präsentieren. Mit dem Auswärtskampf beim SC Cottbus startet der deutsche Vizemeister am Sonntag in die neue Saison und das Ziel ist klar: Auftaktsieg.

Wenn die Jungs des Trainer-Duos Viktor Schweizer und Vladimir Sokolov um 14 Uhr beim Rekordmeister zum weitesten Auswärtskampf der kurzen Saison antreten, sind sie klare Favoriten und heiß auf die ersten Punkte. Angeführt wird die mit Routiniers und starken Nachwuchskräften gespickte Saar-Riege von keinem Geringeren als Oleg Wernjajew. Der TG-Star ist der amtierende Barren-Olympiasieger und aktuell richtig gut drauf. Bei den Europameisterschaften im rumä- nischen Cluj sicherte sich der 22 Jahre alte Ausnahme-Athlet im April Gold am Barren und im Mehrkampf sowie Bronze am Sprung. Sein Auftritt in der Cottbuser Lausitz-Arena wird mit Spannung erwartet und den Saarländern wichtige Punkte sichern, da muss man kein Prophet sein. „Ich freue mich auf den Bundesliga-Start.

Ich will mit meiner Mannschaft ins Finale einziehen und wieder um den Titel kämpfen“, formuliert der ukrainische Weltklasse-Athlet das ehrgeizige Ziel. In der vergangenen Saison sicherte sich Wernjajew mit großem Abstand die Top-Scorer-Krone der DTL für die meisten Punkte. Zweitbester saarländischer Punktesammler hinter dem Gesamt-Weltcupsieger war Felix Remuta, der den Auftaktwettkampf kaum erwarten kann. „Ich habe schon in den Liga-Modus umgeschaltet und brenne darauf, mit den Jungs anzugreifen“, sagt der 19 Jahre alte Bayer im TG-Trikot. Bei seinem ersten EM-Start zeigte der Aufsteiger 2016 zuletzt zwei starke Sprünge und verpasste am Paradegerät nur haarscharf das Finale. Für die TG Saar wird Remuta wieder Mehrkampf turnen. In Cottbus sieht er gute Chancen. „Wir wollen das Ding natürlich gewinnen und werden alles geben“, verspricht der Blondschopf vollen Einsatz. Seine Freunde Luca Ehrmantraut, 20, und Dschamal Mergen, 19, sind die anderen junge Wilden im TG-Team.

Angriffslustig, frech und mit viel Risiko trumpften die Eigengewächse in der vergangenen Saison selbst gegen übermächtige Konkurrenten mutig auf und sammelten wichtige Punkte. „Die Jungs sind echte Leistungsträger geworden. Sie haben Verantwortung übernommen“, baut Thorsten Michels auf die Talente, die sich enorm weiterentwickelt haben. Nicht nur deshalb schätzt der TG-Vorsitzende die unveränderte Mannschaft stärker ein als in der vergangenen Saison, als Ivan Bykov nach seinem zweiten Kreuzbandabriss im vergangenen Oktober komplett ausfiel.

„Ich habe die Verletzung noch nicht ganz auskuriert, aber ich werde die Mannschaft in der ersten Saisonhälfte am Pauschenpferd unterstützen“, kündigt der 26 Jahre alte Mehrkämpfer eine vorsichtige Rückkehr an. In der im Herbst beginnenden zweiten Saisonhälfte will Bykov wieder öfter ins MagnesiaTöpfchen greifen. „Wenn der Arzt Grünes Licht gibt“, sagt er. Nationalmannschaftskollege Waldemar Eichorn trat wegen Rü- ckenproblemen zuletzt auch nur am Pauschenpferd an. Künftig will der 30-Jährige wieder öfter ran.

„Diese Saison wird spannend werden. Meister Straubenhardt und Obere Lahn sehe ich als größte Rivalen“, sagt Eichorn, der wie sein Team seit Jahren zur deutschen Spitze zählt. Acht Mal stand die TG Saar im letzten Jahrzehnt im DTLEndturnier, errang dabei drei vierte Plätze, eine Meisterschaft und wurde vier Mal Vizemeister. Eugen Spiridonov, 35, war an allen Erfolgen beteiligt. Der Routinier hängt ein weiteres Jahr dran.

„Gesund bleiben und ins Finale einziehen“, lautet sein Plan. Die Brüder Philipp, 26, und Tobias Matzke, 23, sind weitere Stützen der Mannschaft. Als Ersatzmann für Oleg Wernjajew hält sich der russische Nationalturner Daniil Kazachkov bereit. Das Potenzial ist also da. Und deshalb peilt die TG Saar nach den Triumphen von 1981, 1982 und 2012 ganz selbstbewusst den vierten Titel an. „Wenn wir uns anstrengen, ist das Finale drin.

Noch mal Zweiter werden, wäre schön, aber langweilig. Meister werden ist deutlich schöner“, sagt Waldemar Eichorn und gibt grinsend die Marschroute vor.






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