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Bürgermeister müssen den Narren Platz machen

Sulzbachtal
Bürgermeister müssen den Narren Platz machen
Stefan Bohlander
25. Februar 2017

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Große Gegenwehr mit kleinem Ertrag: Die vier Verwaltungschefs unserer Region leisteten erbitterten Widerstand gegen die Erstürmung der Rathäuser, doch die Narrenscharen konnten sich überall die Schlüssel sichern. An Aschermittwoch endet die närrische Regentschaft jedoch wieder.

„Ihr kommt mir heut hier nicht rein, das Rathaus ist ja schließlich mein!“, versuchte Rolf Schultheis noch, seine Trutzburg zu verteidigen. Allein – es nützte nichts: „Es endet nun für Rolf die Zeit in diesem Haus, die Narren werfen ihn mitsamt den Beamten raus“, schallte es dem Friedrichsthaler Verwaltungschef auf der Rathaustreppe entgegen. Die Narrenschar der drei Karnevalsvereine NKV, Kneisjer vom Hoferkopp und Blau-Weiß Friedrichsthal sowie die Gebrüder Hauch hatten ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert und dem Bürgermeister den Schlüssel des Rathauses abgenommen. Die Übernahme des närrischen Regiments feierte man im Anschluss im Festsaal, wo die Bachspatzen mit Stimmungsmusik für Schunkler sorgten und der Heimat- und Verkehrsverein die Bewirtung übernahm.

Quierschieds Verwaltungschef Lutz Maurer versuchte mit Hilfe seiner Rathaushexen, das Verwaltungsgebäude vor den einfallenden Narren zu sichern, die sich an der Marienstraße aufgestellt hatten: „Denne Schlissel kriehn ihr nedd. Das wär de Unnergang von Quierschd und seiner Kultur.“ Die Narrenschar der drei Vereine Quierschder Wambe, Saargold Fischbach und KV Von der Höh machte sich aber nichts aus Kultur und drohte sogar an: „In den Kultursaal kummt e großie Kneip zum Feiere.“ Aller Widerstand war zwecklos: Der Bürgermeister wurde festgenommen und im närrischen Lindwurm abgeführt, der sich vom Rathaus zur Jahnturnhalle schlängelte. Dort feierte man mit viel Musik, Gardetänzen und Auftritten der Männerballette.

Gegen die geballte Macht der Dudweiler Karnevalsvereine DCC, Geisekippcher, Grüne Nelke, HKV, KGC und KG Pfaffenkopf hatte Reiner Schwarz keine Chance. Zwar versuchte der Bezirksbürgermeister von Dudweiler zusammen mit dem Kinderprinzenpaar, seiner Tollität Sandro I. und ihrer Lieblichkeit Prinzessin Laura II., standhaft, seinen Platz zu verteidigen: „Den Schlüssel, ja den habe ich! Denn er gehört zu mir, wie meine Name an der Tür.“

Doch nach drei Kanonensalven ins närrische Herz von Dudweiler hieß es: „Das Bürgerhaus, ist nun wieder unser Narrenhaus!“ Tanzend und schunkelnd dank des karnevalistischen Sieges zog man ins Bürgerhaus. Dort feierte man die gelungene Übernahme des Rathauses unter anderem zur Musik der Bands Tequila Sunrise und Firebirds. Aus einem gemütlichen Verwaltungsschläfchen wurde auch in Sulzbach nichts. „Was is do unne bloß voor Krach? Ich kann ned schloofe, werr dauernd wach!“, rief Bürgermeister Michael Adam.

Doch die Narrenschar um die Neuweiler Pänz und die Hühnerfelder Ka-Ju-Ka ließ sich nicht abwimmeln und stichelte frohgemut gegen so manche Entscheidung aus dem Rathaus: „Die ganze Sach, die is zum Lache, das hätt ma kinne besser mache!“ Der dritte Angriff der Gardemädels brachte den Rathauschef schließlich zu Fall. In Ketten gelegt ging es hinauf zur Aula, wo fröhliches Feiern und lautes „Alleh Hopp“-Rufen angesagt waren.






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