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Junge, kranke Mutter bittet um Hilfe

Sulzbach/Friedrichsthal
Junge, kranke Mutter bittet um Hilfe
Stefan Bohlander
9. März 2017

Eine Typisierungsaktion und ein Benefiz-Konzert sollen der 34-jährigen Nicole helfen. Sie ist an einer akuten Leukämie erkrankt.
Die junge Mutter mit ihrem Kleinkind. Foto: Tatjana Septimus
Die junge Mutter mit ihrem Kleinkind. Foto: Tatjana Septimus

Sie will einfach nur leben, kein Lachen, keine Umarmung und kein Strahlen in den Augen ihrer Lieben will sie verpassen. „Ich bin eine 34-jährige Mama und habe Leukämie“, sagt Nicole. Sie lebt mit ihrem Mann und der erst neun Monate alten Tochter in Friedrichsthal. „Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr tanzt und Eure Bühne zerbricht? In meinem Fall ist diese Bühne mein Leben“, sagt sie. Nicole will ihre Tochter aufwachsen sehen. Familie, Freunde und die Stefan-Morsch-Stiftung rufen deswegen dazu auf, sich am Sonntag, 19. März, als Stammzellspender registrieren zu lassen.

Es ist eine von 11 000 Geschichten, die so oder so ähnlich jedes Jahr in Deutschland passieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Stefan Morsch-Stiftung. Nicole bekam deren Angaben zufolge im Dezember 2016 die Diagnose Akute Myeloische Leukämie (AML) gestellt. „Noch im November war ich einer der glücklichsten Menschen. Ich habe einen wundervollen Mann, einen Seelenverwandten, der mich bei allem stärkt. Eine wundervolle Tochter, den Engel, den ich mir acht Jahre sehnlichst wünschte. Doch nun droht das Schicksal mein Glück zu zerbrechen“, sagt sie.

Nicoles Freunde, Maike Schmelzer, Lisa Otto, Sina Schlachter sowie Ralph und Stefanie Recktenwald, haben die Organisation für mehrere Hilfsveranstaltungen übernommen. So findet am morgigen Freitag, 10. März, um 16 Uhr ein Benefiz-Konzert bei der Freiwilligen Feuerwehr Sulzbach statt. Dort spielt unter anderem die Party-Band „Die Konsorten“. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Feuerwehr Sulzbach, dem THW in Sulzbach und Friedrichsthal sowie den Guggenmusikern der „Node Pirade“. Während des Benefiz-Konzerts wird um Geldspenden gebeten und über die Chancen einer Stammzellspende informiert.

Gesucht wird ein fremder Spender mit den gleichen Gewebemerkmalen, der bereit ist, Nicole zu helfen. Die Suche nach diesem passenden Spender läuft deutschlandweit auf Hochtouren. Sogar weltweit – über das Netzwerk, an das die Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung angeschlossen ist. Es ist Deutschlands erste Stammzellspenderdatei, mit 30 Jahren Erfahrung bei der Hilfe für Leukämie- und Tumorpatienten.

Hinzu kommt eine Typisierungsaktion am Sonntag, 19. März, 13 bis 17 Uhr, in der Bismarckhalle Friedrichsthal.

„In meinem Leben habe ich viel gekämpft und nie aufgegeben. Diesen Kampf kann ich jedoch nicht alleine gewinnen“, sagt Nicole und bittet darum, sich dort typisieren zu lassen. Sie weiß, dass sich mit jedem registrieren Spender die Chance erhöht, dass ihr oder einem anderen an Leukämie erkrankten Menschen das Leben gerettet werden kann: „Ohne eine Stammzellspende habe ich keine Chance. Bitte helft mir. Ich möchte meine Tochter und meinen Mann nicht verlassen. Ich will mit ihnen weitertanzen.“

 

Zum Thema:

 

Jeder gesunde Erwachsene kann bis zur Vollendung des 61. Lebensjahres Stammzellen spenden. Auch Jugendliche ab 16 Jahren können als Stammzellspender registriert werden, sofern das schriftliche Einverständnis der Eltern vorliegt. Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme erfolgt die Spende aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite, heute am häufigsten angewandte Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut. Weitere Informationen gibt es im Internet (www.stefan-morsch-stiftung.de) oder über die kostenfreie Hotline (0800) 766 77 24.






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