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Die Retter sind allzeit bereit: In der Silvesternacht rechnet die DRK-Wache in Völklingen mit Hochbetrieb

Völklingen
Die Retter sind allzeit bereit
In der Silvesternacht rechnet die DRK-Wache in Völklingen mit Hochbetrieb
Walter Faas
30. Dezember 2016

Pager, Blaulicht, Martinshorn statt Böller, Raketen & Champagner: Die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes Völklingen hat Hochkonjunktur, wenn andere das neue Jahr feiern. Wir haben die Wache zwischen den Jahren besucht.
Cedric Späth und Julia Mörsdorf mussten noch während des Besuchs der SZ zu einem Einsatz mit dem Rettungswagen starten. Foto: Becker & Bredel
Cedric Späth und Julia Mörsdorf mussten noch während des Besuchs der SZ zu einem Einsatz mit dem Rettungswagen starten. Foto: Becker & Bredel

Anstoßen? Wenigstens mit Sprudel oder Cola? „Nö, in der Silvesternacht ist das kaum drin. Spätestens ab elf bis in die frühen Morgenstunden sind wir erfahrungsgemäß nonstop im Einsatz“, sagt Thomas Bonner, Leiter der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes in Völklingen. Vier Krankentransportwagen besitzt die Wache, für Dialysefahrten, Patientenverlegungen, Untersuchungen, die täglich von sechs bis 22 Uhr unterwegs sind. Das ist das so genannte normale Geschäft, Alltag eben, meist planbar. Hinzu kommt ein Notarztwagen sowie zwei Rettungsfahrzeuge, so genannte RTW, die rund um die Uhr einsatzfähig sind, in der Stadt Völklingen, im Warndt, im Köllertal und teilweise auch im Kreis Saarlouis. Besetzt sind sie mit Rettungssanitätern, -assistenten und Fahrern.

Ein Auto überschlägt sich am Abhang. Ein Mensch erleidet einen Schlaganfall, ein anderer schneidet sich, absichtlich oder angetrunken, eine lebenswichtige Ader auf. Ein Fehlzünder-Böller verursacht schmerzhafte Verbrennungen. Was passiert in solchen Fällen? „Angehörige, Passanten, Zeugen oder die Polizei rufen die Rettungsleitstelle über die Notrufnummer 112 in Saarbrücken an, die unsere Mitarbeiter über Funk auf den Weg bringt“, sagt Bonner.

In der Silvesternacht sind dies zum Beispiel Julia Mörsdorf, Rettungsassistentin, und Cedric Späth, Azubi für Notfallsanitätsdienst. Mörsdorf zeigt das Herzstück der Wache, die Telefon- und Einsatzleitzentrale. Da finden sich auch lockere Sprüche an der Wand, etwa: „Dies ist mein zweites Zuhause“ oder „Wer hier arbeitet, muss nicht blöd sein, aber es erleichtert die Sache“.

Nebenan, im Wohnbereich, warten die Sanitäter auf ihren Einsatz. Gedämpftes Licht, ein Tee-Stövchen brennt, die Kaffeemaschine blubbert, leise Unterhaltung: Die wattierte dicke Einsatzjacke liegt griffbereit, der Pager (Piepser) bleibt die ganze Schicht über eingeschaltet. Mörsdorf: „Man kann hier sogar ein kleines Nickerchen machen, aber ein richtig erholsamer Schlaf ist das nie, weil in jeder Sekunde der Pager lospiepsen kann. Zu viel Adrenalin!“ Im Schnitt passiert das täglich bis zu 15 Mal, sagt Einsatzleiter Bonner, an Feiertagen wie Weihnachten oder Silvester aber häufiger. Vor Ort sind die Retter darauf eingestellt, sich nach einem vorgegebenen Schema ein Bild vom Patienten zu machen. Es geht im wesentlich darum, Atmungswege, Kreislauf sowie die Bewegungs- und Transportfähigkeit des Kranken oder Unfallopfers zu kontrollieren. Mörsdorf: „Von dem früheren Prinzip des ,Load and go – Aufladen und Fahren!' ist man abgekommen. Den Patienten transportfähig zu machen, geht erst einmal vor.“

Bonner stellt ein weit verbreitetes weiteres Klischee richtig: „Mit Landstraßenromonatik hat unser Beruf nicht zu tun. Sicher gibt es auch Straßenunfälle, bei denen wir wichtige Hilfe leisten können, aber in rund 80 Prozent aller Fälle geht es um internistische Probleme wie Herzinfarkte und Schlaganfälle beziehungsweise um Unfälle in Häusern oder in der Industrie.“ Julia Mörsdorf ergänzt: „In der Silvesternacht dürften einige Verbrennungen, Schnittwunden, Alkoholvergiftungen oder böse Folgen von Schlägereien oder häuslicher Gewalt hinzu kommen. Silvester ist und bleibt bei uns die Nacht, in der man nicht schläft, aber aus ganz anderen Gründen als bei den meisten Menschen.“






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