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„Mir hat alles gefehlt – das Leben, das Herz“

Völklingen
„Mir hat alles gefehlt – das Leben, das Herz“
Jonas Grethel
29. März 2017

Der Handball-Oberligist HSG Völklingen zeigt beim 30:26-Sieg gegen Schlusslicht HSV Merzig-Hilbringen eine schwache Leistung.
Mathieu Geoffroy (mit Ball) nimmt in seinem letzten Heimspiel mit Völklingen Maß auf das Tor des HSV Merzig-Hilbringen. Christian Jung (Nummer 22) kommt zu spät. Er wechselt zur kommenden Saison zur HSG. Foto: Klos
Mathieu Geoffroy (mit Ball) nimmt in seinem letzten Heimspiel mit Völklingen Maß auf das Tor des HSV Merzig-Hilbringen. Christian Jung (Nummer 22) kommt zu spät. Er wechselt zur kommenden Saison zur HSG. Foto: Klos

Nur drei saarländische Mannschaften spielen in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Wenn diese aufeinander treffen, sind emotionale und spannende Derbys programmiert – so auch am vergangenen Samstag, als die HSG Völklingen den HSV Merzig-Hilbringen zu Gast hatte und mit 30:26 (18:13) die Oberhand behielt.

Völklingen kam gut ins Spiel und zog mit vier Toren weg. Beim Stand von 7:3 für die HSG wurde es Gäste-Trainer Markus Simowski zu bunt. Er nahm eine Auszeit, stellte die Deckung um. Danach lief es besser für den Tabellenletzten. Der HSV kam ran, Völklingen tat sich mit dem lebendigen Gegner, der mit Niklas Petö (Erkältung), Lukas Fischer (beruflich verhindert) und Andrej Kessler (Geburtstag der Oma) auf drei Stammspieler verzichten musste – schwer. Dennoch waren die neun Plätze, die die Mannschaften in der Tabelle trennen, erkennbar.

Völklingen erlaubte sich Fehler, Merzig-Hilbringen verpasste es aber vor allem aufgrund seines schwächelnden Rückraums, dranzubleiben. Der 18:13-Halbzeitstand zugunsten der Gastgeber war verdient. „Ab der 15. Minute hat meine Mannschaft Charakter gezeigt“, lobte Simowski trotzdem: „Es war gut für die Jungs, dass sie sehen, dass sie mit so einem Gegner mithalten können. Wir waren nicht super, wir haben Fehler gemacht. Aber Völklingen ist eine starke Truppe, und wir sind froh, dass wir nicht unter die Räder gekommen sind.“

HSG-Trainer Berthold Kreuser war stinksauer: „Mir hat alles gefehlt – das Leben, das Herz. Da hast du den Gegner klar im Griff und fängst plötzlich an, Sachen zu machen, die wir nie besprochen haben. Kaum führt man fünf Minuten, fangen die an, zu künsteln. Wir sind keine Mannschaft, die so überragend ist, dass sie es sich erlauben kann, die Konsequenz einzustellen und zu sagen: So, das war's.“

Diesen Eindruck machten die Völklinger in der zweiten Halbzeit mehrfach. Die Fünf-Tore-Führung schrumpfte innerhalb kürzester Zeit. Plötzlich stand es nur noch 21:20. Die Gastgeber waren überheblich und siegessicher – und wurden abgestraft. Bis zur 59. Minute war alles offen. Dann legten die Völklinger einen Endspurt hin, der zum Sieg führte.

Mit Ruhm bekleckert hat sich die Mannschaft von Kreuser nicht. Der HSG-Trainer forderte: „Im nächsten Spiel muss sich alles ändern.“ Der HSV Merzig-Hilbringen dagegen zeigte laut Simowski auf seiner Oberliga-Abschiedstournee, dass „wir in der Lage sind, Völklingen zu kitzeln. Wir haben die HSG dazu gebracht, dass sie sich am Ende so richtig strecke musste.“ Die Partie war das letzte Heimspiel für den Völklinger Mathieu Geoffroy, den es beruflich in die Heimat Frankreich zieht – zum Abschied erzielte er sieben Tore. Daneben wurde bekannt, dass mit Andrej Kessler, Marius Merziger und Christian Jung zur kommenden Saison drei Spieler des HSV Merzig-Hilbringen zum Tabellenneunten HSG Völklingen wechseln, der am kommenden Samstag um 19.30 Uhr beim Tabellenvierten SF Budenheim antritt.






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