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Flammendes Inferno im alten Pfarrheim

Wadrill
Flammendes Inferno im alten Pfarrheim
Erich Brücker
27. Juni 2017

Ein Horrorszenario erwartete die Feuerwehren der Stadt Wadern bei ihrer jüngsten Übung, bei der auch Kinder aus den Flammen gerettet werden mussten.
Professionell lösten die Wehrleute ihre Aufgabe, bei der auch Kinder gerettet wurden. Foto: Brücker
Professionell lösten die Wehrleute ihre Aufgabe, bei der auch Kinder gerettet wurden. Foto: Brücker

Brand im Kellergeschoss des alten Pfarrheimes in Wadrill. Durch das offene Treppenhaus dringt viel Brandrauch ins Erd- und Obergeschoss. In ihrer Gruppenstunde werden etliche Kinder im Gebäude überrascht. Bis zum Eintreffen der alarmierten Löschbezirke Wadrill, Wadern und Löstertal befinden sich noch fünf Kinder, gemimt von der Wadriller Jugendwehr, im Gebäude.

So lautete die Ausgangslage für eine gemeinsame Großübung der Feuerwehren der Stadt Wadern. Unter der Einsatzleitung von Löschbezirksführer Markus Hassler (Wadrill) übernimmt der Löschbezirk Wadern die Rettung der Kinder mit Atemschutzgeräten im Obergeschoß, während der Löschbezirk Wadrill mit Atemschutzgeräten im Keller und im Erdgeschoss sowie Küchenbereich nach den vermissten Kindern sucht. Gleichzeitig baut eine weitere Truppe des Wadriller Löschbezirks, wegen der Ortskenntnis, Löschwasserversorgungsleitungen vom Unterflur-Hydranten Ecke Kirch-/Schneiderstraße sowie vom ehemaligen Gasthaus Nickels auf. Mit C-Rohren schirmen die Löschbezirke Wadern und Löstertal die unmittelbar benachbarte Kirche und das Pfarrhaus ab.

Die drei Feuerwehren waren mit sechs Fahrzeugen und 58 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz. Zudem waren die Löschbezirke Steinberg und Noswendel als Atemschutzkomponente sowie Losheim mit Drehleiter und Einsatzleitwagen alarmiert worden, denn „das Pfarrheim Wadrill ist in der Alarm- und Ausrücke-Ordnung (AAO) der Feuerwehr der Stadt Wadern als besonderes Objekt, nämlich Brand 4 eingestuft“, erläutert der Einsatzleiter bei der abschließenden Übungsbilanz, nachdem das Feuer schnell gelöscht und die vermissten Kinder alle heil und unverletzt in Sicherheit gebracht werden konnten. Die einzelnen Löschbezirke kamen zeitversetzt am Brandherd an, genauso wie es im Alarmplan vorgesehen ist, aber das bringt schon einige Probleme mit sich, wie es die Übung zeigte.

„Durch die vielen Einsatzfahrzeuge wird die Einsatzstelle aufgrund ihrer baulichen Enge schnell zugestellt, nachrückende Einheiten, wie zum Beispiel die Drehleiter, können nicht mehr bis zum Brandobjekt vorfahren. Hier sind der Einsatzleiter und die Einheitsführer von Beginn an sehr gefordert“, klärte Einsatzleiter Hassler das Übel auf.

Zudem ist der Einsatzleiter zu Beginn der Übung sehr stark eingespannt und auf weitere Führungshilfen angewiesen, denn es sind etliche Einheiten in die Brandbekämpfung und Menschenrettung einzuweisen. „Dafür sind die Übungen da, um die Mängel auszumachen und zu beseitigen“, betonte der Waderner Stadtwehrführer Markus Linnig, der zusammen mit seinem Stellvertreter Jens Balzer interessierter Beobachter der großen Gemeinschaftsübung war.

Darüber hinaus war Sinn und Zweck der Übung, dass sich die Feuerwehrkameraden untereinander und ihre Arbeitsweisen besser kennenlernen, denn gemäß der neuen AAO werden bei zahlreichen Einsätzen vermehrt mehrere Löschbezirke alarmiert, um übergreifend zu unterstützen. Der Löschbezirk Wadrill wird im Laufe des Jahres zusammen mit den Löschbezirken Steinberg und Kell am See (Rheinland) eine länderübergreifende Übung absolvieren, wurde angekündigt. Mit Wadern hat es schon einige gegeben, ebenfalls mit Kell am See und Grimburg zusammen, mit Löstertal wurde erstmals geübt.






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