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Der „Lebacher Wind” wird zum Tornado

Lebach
Der „Lebacher Wind” wird zum Tornado
Roland Schmidt
22. Februar 2017

Wie ein Wirbelsturm fegten sie durch die Großsporthalle: Die Regio- nalliga-Volleyballerinnen des TV Lebach schmetterten Verfolger Biedenkopf mit 3:0 vom Feld. Das Tor zur 3. Liga steht nun weit offen.
Voller Freude jubeln die Spielerinnen des TV Lebach. Mit 3:0 gewannen sie das vorgezogenen „Titel-Finale“ gegen Biedenkopf erstaunlich glatt. So langsam nehmen die Titelträume reale Züge an.Foto: Kerosino
Voller Freude jubeln die Spielerinnen des TV Lebach. Mit 3:0 gewannen sie das vorgezogenen „Titel-Finale“ gegen Biedenkopf erstaunlich glatt. So langsam nehmen die Titelträume reale Züge an.Foto: Kerosino

„Punkt, Punkt, Punkt“ schallt es in der Sporthalle Lebach von den Rängen. Schlappe 70 Minuten sind an diesem Samstagabend im Spitzenspiel der Volleyball-Regionalliga Südwest der Frauen gespielt, und die Entscheidung liegt in der Luft. Die rund 200 Fans des TV Lebach durften seit Spielbeginn mal wieder reichlich mit ihren Heldinnen jubeln und viele gelungene Bälle beklatschen. Jetzt liegen die Gastgeberinnen mit 25:13, 26:24 und 24:16 klar vorn – und die Zuschauer hält es nicht mehr auf den Sitzen.

Ein dumpfer Trommelschlag ertönt, zwei spitze Anfeuerungsschreie noch, dann wird es schlagartig ruhig. Ein Pünktchen fehlt dem Tabellenführer im Duell mit dem schärfsten Verfolger Biedenkopf-Wetter-Volleys, der noch einmal aufschlägt. Dann geht alles ganz schnell: Anita Nawrat entschärft den Aufschlag und spielt den Ball auf Katharina Hanke. Die Zuspielerin fackelt nicht lange und passt die Pille zur Position zwei, wo Svenja Zapp hochsteigt und sofort abzieht. Als der wuchtige Schmetterschlag ins Feld kracht, wird es auf der Tribüne wieder laut – so richtig laut. „Der gegnerische Block kam etwas zu spät. Ich hatte freie Bahn“, beschreibt Zapp grinsend den verwandelten Matchball zum glatten 3:0-Sieg. Die Menge tobt.

Die TV-Spielerinnen tanzen vor Freude im Kreis, denn dies war kein gewöhnlicher Sieg. Nach dem Triumph im vorgezogenen „Titel-Finale“ liegt Lebach drei Spieltage vor Schluss mit fünf Punkten vorn und steht mit einem Fuß in der 3. Bundesliga Süd.

„Es ist schon eine besondere Situation. Mal schauen, wie sich alles entwickelt“, sinniert Zapp und kann den Erfolg gar nicht so richtig fassen. Der Spielverlauf im einseitigen Gipfeltreffen ist schnell erzählt: Lebach dominierte von der ersten Minute an, machte mit starken Angaben Druck, im Angriff kaum Fehler und im Block fast alle Lücken zu. Im zweiten Satz dauerte es etwas länger, bis die Gastgeberinnen in Fahrt kamen und einen 4:8-Rückstand in eine 17:13-Führung gedreht hatten. Nach drei verschlagenen Satzbällen ging schließlich auch Durchgang zwei mit 26:24 an den Liga-Primus, der im dritten Satz (25:16) keine Probleme mehr hatte. „Wir haben dem Gegner unser Spiel aufgezwungen und einfach zum richtigen Zeitpunkt unsere beste Saisonleistung gezeigt“, meint Zuspielerin Katharina Hanke, warnt aber vor falscher Euphorie: „Natürlich sind wir dem Titel sehr nahe gekommen. Wenn wir weiter diese konstant starke Leistungen zeigen, haben wir gute Chancen, unsere Position zu behaupten. Entschieden ist noch nichts.“

Neben Hanke und Zapp spielten Anita Nawrat, Helena Heinrich, Kim Kirchner, Anna Wilhelm und Libero Elena Weißhaar in der Stamm-Formation von TV-Trainer Philipp Betz, der sein Team nur noch einen Wimpernschlag von der großen Sensation entfernt sieht: „Die junge Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie mit dem Druck umgehen kann. Unser Vorsprung ist deutlich. Wenn mein Team mit dieser Einstellung in die letzten drei Spiele geht, wird nichts mehr anbrennen. Die Mädels packen das.“

 

Zum Thema:

 

VSG meldet sich eindrucksvoll zurück Zwei Niederlagen am Stück sind genug – dachten sich die Volleyballer des Oberligisten VSG Saarlouis und legten am Samstag einen eindrucksvollen 3:0-Sieg hin. „Opfer“ war der Tabellenvierte TV Bad Salzig, den Saarlouis mit 25:21, 25:22 und 25:23 in die Knie zwang. In der Tabelle rückte die VSG auf Rang fünf vor – und bis auf einen Zähler an den Gegner heran. Der abstiegsbedrohte TV Saarwellingen musste sich derweil beim Tabellendritten TV Lahnstein mit 1:3 (18:25, 16:25, 25:20 und 16:25) geschlagen geben und bleibt Vorletzter. Am nächsten Spieltag (Samstag, 11. März) steigt in der Saarwellinger „Sporthalle am Schäferpfad“ das Derby der beiden Kreisvereine. In der Oberliga der Frauen unterlag die VSG beim Saarrivalen TV Quierschied knapp mit 2:3 (15:25, 25:21, 20:25, 27:25 und 10:15). Am 11. März empfängt der Tabellensiebte in Schwalbach Schlusslicht TS Germersheim.






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