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Narren blasen zum Sturm auf die Rathäuser

LEBACH
Narren blasen zum Sturm auf die Rathäuser
Monika Kühn
24. Februar 2017

In Lebach, Wallerfangen, Nalbach, Überherrn und Schmelz haben Karnevalisten die Bürgermeister entmachtet.
Freiwillig übergab Bernd Gillo den Überherrner Rathausschlüssel an die KG Iwwerzwerch und ihr Prinzenpaar Pia I. und Peter I. Hilfe bekamen sie vom Prinzenpaar aus Hombourg Haut, Justine I. und Max I. Foto: Hartmann Jenal
Freiwillig übergab Bernd Gillo den Überherrner Rathausschlüssel an die KG Iwwerzwerch und ihr Prinzenpaar Pia I. und Peter I. Hilfe bekamen sie vom Prinzenpaar aus Hombourg Haut, Justine I. und Max I. Foto: Hartmann Jenal

Die Mädels schafften es wieder: Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill wurde trotz heftiger Gegenwehr beim Sturm aufs Rathaus bis Aschermittwoch „kalt gestellt“. Da nutzte es ihm auch nichts, dass er in Polizeiuniform erschien und die Kollegen um Unterstützung bat. Bundeswehrsoldaten am Rathauseingang wehrten zwar mit größter Mühe die Angriffe der Prinzengarde und des Elferrates ab. Doch als die Gardemädchen und die Damen des Hofstaates auf sie zustürmten, wichen sie der weiblichen Gewalt. Brill musste sich letztendlich geschlagen geben. Großes Gelächter erntete er zuvor, als er den Narren und ihrem Anführer Thomas Bauer erklärte, dass sie beim Arbeiten wären. Die Narren waren mehr als motiviert, das Rathaus zu stürmen, da half auch nicht der Hinweis des Rathauschefs, dass dort absolutes Alkoholverbot herrsche.

() Fein rausgeputzt hatten sich die kleinen und großen Narren gestern Nachmittag in Wallerfangen. Schließlich galt es, Bürgermeister Günter Zahn samt seinem Bienenvolk zu entmachten. Mit der Unterstützung von zahlreichen farbenfrohen Schmetterlingen, furchteinflößenden Rittern und einer Menge wild gewordener Tiere hatten Bärbel Kirst und Detlef Schwarz vom Karnevalsverein De Neimerder keine allzu großen Schwierigkeiten, die Macht an sich zu reißen. „Wir sind fleißig am Schaffen und auch bereit, den Stachel zu zücken“, verkündete Zahn und schickte mit seiner Truppe ein lautes „Summ Summ“ hinterher. Doch was war das schon gegen die ohrenbetäubenden Alleh-Hopp-Rufe der Narren? Die hatten zudem eine Menge Argumente mitgebracht, rieten Zahn, besser „Honig zu produzieren, statt Wallerfangen zu blamieren“. Der ergab sich gerne, schließlich hatte er zusammen mit dem Narrenvolk nur ein Ziel: Mit dem bunten Umzug ging es auf zum Feiern in die Walderfingia.

() „Krawall im Stall, Nalbach überlebt se all!“ Unter diesem Motto setzten die Nalbacher Narren am Fetten Donnerstag zum Sturm auf das Rathaus an. Die Narren vom Heimat und Verkehrsverein (HVV) Nalbach, dem Karnevalverein Rot-Weiss Bilsdorf mit ihrem Prinzenpaar und die Schüler der Grundschule Nalbach angeführt von ihrer Schulleiterin Ruth Bilsdorfer versammelten sich mit großem Hurra um elf Uhr vor dem Verwaltungssitz. Die bunt kostümierte Kinderschar verhaftete den Bürgermeister mit seinem Gefolge und führte ihn in die ehemalige Turnhalle. Auch wenn sie zunächst noch tapfer Widerstand leisteten, am Ende mussten sich Bürgermeister Peter Lehnert und seine Mitstreiter geschlagen geben und wurden aus dem Rathaus vertrieben. Zumindest für die Zeit bis Aschermittwoch.

() Unspektakulär verlief der Rathaussturm in der Gemeinde Überherrn, wobei der eigentliche Sturm am Kulturhaus stattfand. Bürgermeister Bernd Gillo schwenkte schnell eine weiße Fahne, um den Narren zu deuten, dass er sich auf keine Auseinandersetzung einlassen möchte. Verbal und finanziell hatte Gillo mit seinem Gefolge dem Narrenvolk sowieso nichts zu bieten, und so konnten Lulu als Elferratspräsident und sein Iwwerzwerch Bettina neben seinem Prinzenpaar Pia I. und Peter I. Bürgermeister Bernd Gillo davon überzeugen, den Rathausschlüssel abzugeben, ehe wirklich scharf geschossen werden würde. Olaf der Kanonier war bereit, das Kulturhaus nebst Gillos Gefolge mit Böllerschüssen zur Aufgabe zu zwingen, jedoch gab Gillo auf und übergab ohne Gegenwehr den Rathausschlüssel bis zum Aschermittwoch.

() Beim Wortgefecht zwischen dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Schmelz, Wolfgang Lang, und den närrischen Hoheiten Prinzessin Stephanie I. „aus der Gass“ und Prinz Benjamin I., Sohn des König Richard „von da Müllenbach“ sowie dem Kinderprinzenpaar Prinzessin Emelie I. „von der Blaubach“ und Prinz Noah I. aus der „owerst Hohlgass“ hatte der Vertreter von Bürgermeister Armin Emanuel keine Chance. Nach knapp zehn Minuten Disput, bei dem vor allem Kinderprinz Noah I. kein Blatt vor den Mund nahm und Prinzessin Stephanie I. „Freibier für alle, oder wir stürmen das Gebäude“ forderte, musste Lang kapitulieren und seine erhöhte Stellung auf dem Dach des Rathauses aufgeben. Zum versöhnlichen Ende der Rathauserstürmung reihte sich Emanuels Vertreter unter die neuen Herrschaften des „Punkhauses“ ein. Getreu dem diesjährigen Motto „Punker“ hatten sich die Schmelzer Narren vor allem die Haare nach dem Punker-Stil der 1970er Jahre stylen lassen.






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