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Tränen gab es nur vor Freude

Lebach
Tränen gab es nur vor Freude
Roland Schmidt
29. März 2017

Schaulaufen zur Titel- Party: Die Regionalliga-Volleyballerinnen des TV Lebach ließen es am Samstag ordentlich krachen. Nach dem 3:0-Sieg gegen Bergshausen feierte der Meister mit seinen Fans gleich doppelt.
So schön kann Volleyball sein: Die Spielerinnen des TV Lebach bejubeln die Meisterschaft. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich die Mannschaft vom Abstiegskandidaten zum Meister.Foto: Kerosino
So schön kann Volleyball sein: Die Spielerinnen des TV Lebach bejubeln die Meisterschaft. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich die Mannschaft vom Abstiegskandidaten zum Meister.Foto: Kerosino

Die Schreie im Publikum werden lauter, Trommeln donnern auf der Tribüne. Im letzten Spiel der Volleyball-Regionalliga der Frauen führt der TV Lebach am Samstagabend im dritten Satz mit 24:16 und hat den ersten Matchball. Die Entscheidung liegt in der Luft. Schlusslicht FSV Bergs-hausen wehrte sich in der Sporthalle Lebach bislang tapfer (25:19, 25:6), doch der Verlauf des ungleichen Duells überrascht nicht. Nachdem die Gastgeberinnen den Titel vorzeitig eingetütet hatten, ist das Saisonfinale vor eigenen Fans im Grunde nur noch ein Schaulaufen. Und dennoch: Als Janina Steil nach 70 Minuten zur Angabe schreitet, ist die Stimmung speziell – und die rund 250 Zuschauer auf den Rängen staunen ungläubig. Die Saison ist Geschichte. Künftig schlagen ihre Heldinnen in der 3. Liga auf – unfassbar.

„Es ist Zeit, sich von den Plätzen zu erheben, für den letzten Regionalliga-Punkt“, brüllt Hallensprecher Thomas Schwinn ins Mikrofon. Kaum ist der finale Aufruf des TV-Abteilungsleiters verhallt, hämmert Steil den Aufschlag übers Netz, präzise und hart. Zu hart für Kristina Afanasjew. Der Ball spritzt vom Abwehr-Bagger der FSV-Annahmespielerin ins Aus. Das war's. „So sehen Meister aus“, jubeln die Siegerinnen und tanzen im Kreis. Die Fans wippen begeistert mit und klatschen sich die Hände wund. Vom Abstiegskandidaten zum Meister in nur einem Jahr – so richtig fassen kann diese Erfolgsstory niemand.

Auch Steils Ehemann Tim ist baff. „Ich hatte nach der Auftaktniederlage am Saisonbeginn eher mit Abstiegskampf gerechnet – und dann das. Eine tolle Leistung. Hut ab“, schwärmt der Fan.

Selbst Marion Schwinn, die fast alle Meister-Spielerinnen in der Jugend trainierte, war anfangs skeptisch gewesen. „Sie spielen auf den Einzelpositionen ja nicht alles überragend, aber sie haben sich nach dem Dämpfer schnell in den Griff bekommen und als Team präsentiert“, verrät Saarlands Volleyball-Trainerin des Jahres das Erfolgsrezept. „Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht wir, wer sonst“ steht in Gold gedruckt auf dem Meister-T-Shirt, das Philipp Betz stolz präsentiert.

„Alle haben an einem Strang gezogen. Die Mädels haben hart trainiert und mit jedem Sieg mehr Selbstvertrauen getankt“, sagt der Trainer und denkt weiter. „Ich habe keine Angst, da oben abgeschossen zu werden. Es wird hart werden, aber ich traue uns den Ligaverbleib zu“, so Betz.

Anna Wilhelm drückt sich eine Träne weg. Ein großes Ziel sei erreicht, das große Abenteuer stehe bevor. „Der Zusammenhalt ist toll. Künftig gewinnen wir nicht mehr so viele Spiele, aber wir nehmen die Herausforderung an“, sagt Lebachs Spielführerin. TV-Außenangreiferin Svenja Zapp kennt die kommenden Gegner genau. „Ich habe die Rückkehr in meinen Heimatverein nicht bereut und bin jetzt schon auf die neue Saison gespannt“, sagt die Ex-Spielerin vom künftigen Drittliga-Rivalen TV Holz. Die meisten Hände muss Kim Kirchner schütteln. Die 18-Jährige hat doppelten Grund zur Freude. „Alles ist so unwirklich. Ich bin einfach nur glücklich“, strahlt das Geburtstagskind, das Volljährigkeit und Titel an einem Tag feiern darf. Anne Heinrich herzt ihre Töchter Sophia und Helena, die für ihr Hobby bald deutlich mehr Zeit aufwenden müssen. Doch der Einsatz lohnt. „Es ist leichter, gegen den Abstieg zu spielen als um den Aufstieg. Und den Aufstieg haben sie schon mal gepackt“, sagt die Spielerinnen-Mama und blickt in freudiger Aufregung nach vorn: „Also schauen wir mal, was uns die 3. Liga alles bringen wird.“






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