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Die Eigengewächse zeigen Nerven

Saarlouis
Die Eigengewächse zeigen Nerven
Roland Schmidt
12. April 2017

Sonne, volle Ränge: Bis auf die Ergebnisse stimmte beim Erstliga-Heimdebüt der Saarlouis Hornets alles. Gegen Stuttgart gab es ein 1:12 und ein 2:12.
Benjamin Klein von den Saarlouis Hornets wirft den Ball – doch er hatte mit seiner in die Baseball-Bundesliga zurückgekehrten Mannschaft gegen die Stuttgart Reds keine Chance. Sie verlor die beiden Heimspiele. Foto: Ruppenthal
Benjamin Klein von den Saarlouis Hornets wirft den Ball – doch er hatte mit seiner in die Baseball-Bundesliga zurückgekehrten Mannschaft gegen die Stuttgart Reds keine Chance. Sie verlor die beiden Heimspiele. Foto: Ruppenthal

„Wild boys, wild boys“ hämmert es im Baseball-Park „In den Fliesen“ aus riesigen Boxen. Die etwa 300 Zuschauer klatschen beim Einlauf ihrer Mannschaft rhythmisch mit. Das Lied von Duran Duran ist gut gewählt. Die Spieler des Aufsteigers Saarlouis Hornets sind jung – und wild entschlossen. Dass die Stuttgart Reds die beiden Spiele in Saarlouis mit 12:1 und 12:2 gewinnen werden, wissen die Jungs von Hornets-Trainer Tom Gapp zu dem Zeitpunkt nicht. Die Stimmung ist positiv aufgeregt. Für die meisten ist die Baseball-Bundesliga Neuland.

„Wir spielen vornehmlich mit Eigengewächsen. Die Jungs, die den Aufstieg geschafft haben, dürfen auch spielen. Sie haben es verdient“, sagt Abteilungsleiter Frank Petry. Früher war die zum TV Saarlouis gehörende Sparte einen anderen Weg gegangen. Sie hatte in Liga eins auf Spieler von außerhalb gesetzt. 2010 kam der Rückzieher aus der Bundesliga aus finanziellen Gründen. Sieben Jahre später sind die Saarlouiser zurück im Oberhaus. Beim Saisonauftakt bei den Bad Homburg Hornets gab es einen 10:3-Sieg und eine 16:17-Niederlage. Am Sonntag fieberten dann alle der Erstliga-Rückkehr auf eigenem Terrain entgegen. Bei 22 Grad knallte die Sonne auf das diamantförmige Feld mit den drei Basen und dem Pitcher's Mound genannten Hügel, wo Hornets-Pitcher Peter Mick zum ersten Wurf ausholte. Für den vom europäischen Ballsport geprägten Beobachter sind die Spielszenen zunächst schwer durchschaubar. Kennt man aber das Grundprinzip und lässt sich darauf ein, kann man den Ereignissen schnell folgen. Mehrfach gelang es Mick, den Ball an den gegnerischen Schlägern (Batter) vorbeizuwerfen.

Der Zweikampf wird zum Mannschaftsduell, wenn ein Batter den Ball trifft und ins Feld donnert. Die zum Werfer gehörende Verteidigung versucht dann, den Ball zu schnappen und zum Fänger (Catcher) zu werfen, bevor der zum Läufer (Runner) gewordene Batter die erste, zweite oder dritte Base erreicht. Runner, die schon auf einer Base stehen, versuchen ebenfalls zum Ausgangspunkt (Homeplate) zu gelangen, denn dafür gibt es Punkte.

Nach dem ersten von neun Spielabschnitten (Innings) steht es 0:0. Später zeigt die junge Saarlouiser Mannschaft Nerven – und hat dann gegen die routinierten Stuttgarter, die 2016 in der Endrunden standen, keine Chance. Petry glaubt, dass mit zunehmender Spielpraxis das Nervenflattern schwinden wird. Ziel der Saarlouis Hornets ist der Klassenverbleib, der vermutlich in der Abstiegsrunde (Play-Downs) gesichert werden muss. Doch das traut Abteilungsleiter Petry seinen „wild boys“ zu: „Unsere Jungs haben nichts zu verlieren und sie werden noch so manchen Gegner ärgern.“






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