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Handball-Zweitligist HG Saarlouis gewinnt gegen den VfL Bad Schwartau

HG Saarlouis serviert denkwürdigen Abend
Sebastian Zenner (SZ)
2. Mai 2017

Wir schreiben die 56. Minute des Zweitliga-Handballspiels HG Saarlouis gegen VfL Bad Schwartau am Samstagabend: Die Saarländer führen gegen den Tabellenfünften mit 25:22.
Ausgelassen feiern die Handballer der HG Saarlouis ihren Heimerfolg gegen Bad Schwartau. Schon jetzt hat die HG
mehr Punkte geholt als am Ende der letzten drei Saisons. Trotzdem steckt sie noch im Abstiegskampf. FOTO: RUPPENTHAL
Ausgelassen feiern die Handballer der HG Saarlouis ihren Heimerfolg gegen Bad Schwartau. Schon jetzt hat die HG mehr Punkte geholt als am Ende der letzten drei Saisons. Trotzdem steckt sie noch im Abstiegskampf. FOTO: RUPPENTHAL

Den Gästen wird der fünfte Siebenmeter zugesprochen – bisher landeten alle im Tor. Der Saarlouiser Torwart Patrick Schulz geht vom Feld, Teamkollege Darius Jonczyk soll sein Glück versuchen. Schütze Thees Glabisch wirft ins rechte untere Eck, doch Jonczyks linker Fuß schnellt in Sekundenbruchteilen nach außen und kickt den Ball weg. Die knapp 1200 Zuschauer in der Halle reißt es von ihren Sitzen, es wird ohrenbetäubend laut. Jetzt ist jedem klar: Die HG Saarlouis wird gewinnen.

Bis zum Schlusspfiff fallen noch vier Tore. Endstand: 27:24. „Ich bin nur obenrum kaputt, untenrum geht’s noch“, antwortete Jonczyk nach dem Spiel lä- chelnd auf die ironische Frage, ob er sich bei seinem Reflex eine Verletzung zuzog. Seit drei Wochen ist er an der Schulter lädiert und kann deshalb nur einmal pro Woche trainieren. Für den filmreifen Kurzauftritt hat es aber gereicht. Der denkwürdige Abend hatte weitere Helden parat: zum Beispiel Rechtsaußen Lars Weissgerber. Der Junioren-Nationalspieler erzielte insgesamt acht Treffer und erntete dafür viel Lob von Trainer Jörg Bohrmann.

Gegen Dennis Klockmann, einen der besten Torhüter der Liga, wollte Bohrmann bewusst über die Au- ßenpositionen zum Erfolg kommen: „Dafür haben wir eine gezielte Videoanalyse der Torhüter gemacht. Das hat sich gelohnt“, sagte er. Weissgerber verriet: „Wir haben gesehen, dass man ihn am besten mit tiefen oder hohen und langen Würfen schlagen kann. Das haben wir im Training geübt.“ Auch Jerome Müller bekam ein Sonderlob. Dabei versemmelte der Nationalmannschafs-Kollege von Weissgerber am Anfang gleich die ersten drei Torabschlüsse und wurde ausgewechselt. Aber: „In der zweiten Hälfte hat er Verantwortung übernommen und war voll da.

Das zeichnet einen guten Spieler aus“, lobte Bohrmann. Bevor der Plan des Trainers voll griff, sah sich die HG allerdings einer überraschenden 5-1-Deckung der Gäste gegenüber. Die Verwunderung hielt genau achteinhalb Minuten, in denen Bad Schwartau auf 5:1 davonzog. Nach einer Viertelstunde glich Saarlouis jedoch zum 5:5 aus, drehte die Partie und führte zur Pause mit 12:8. Nach dem Seitenwechsel egalisierte der Ex-Saarlouiser Christoph Wischniewski zum 14:14 (41. Minute). Eine Führung gelang dem VfL aber nicht mehr.

Die aggressive HG-Abwehr vor einem starken Patrick Schulz, der effektive Angriff und „ein Tick mehr Einsatzbereitschaft und Wille“ (GästeTrainer Torge Greve) waren die Zutaten des Erfolgsrezepts. Spä- testens nach Jonczyks Auftritt war den HG-Fans der fünfte Heimsieg in Serie serviert. Weil sich erneut auch die direkten Konkurrenten gegen vermeintliche Favoriten durchsetzten, bleibt es im Abstiegskampf der 2. Bundesliga hochspannend: Zwischen Platz zehn (TV Emsdetten, 31:33 Punkte) und dem ersten Abstiegsplatz 17 (ASV HammWestfalen, 28:38) liegen gerade einmal drei Punkte.

Saarlouis ist mit 30:36 Zählern Zwölfter und hat bereits jetzt mehr Punkte als am Ende der letzten drei Spielzeiten (2016: 27 Punkte, 2015: 25, 2014: 23). Trotzdem darf sich die HG in den nächsten Wochen keine größeren Ausrutscher leisten.






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