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Erster Konzert-Test für Beruser Sendehalle

Berus
Erster Konzert-Test für Beruser Sendehalle
Johannes A. Bodwing
3. April 2017

300 Besucher kamen zum Konzert zweier Musikvereine in die sensationelle Sendehalle in Berus. Besucher und Musiker: begeistert.
Feierlich: Die ingenieurtechnisch mutige Konstruktion der früheren französischen Sendehalle bei Berus.
Feierlich: Die ingenieurtechnisch mutige Konstruktion der früheren französischen Sendehalle bei Berus.

„Zurück zu den Wurzeln“, schmunzelte am Samstagabend Bürgermeister Bernd Gillo. Denn bis in die 1960er Jahre war die Sendehalle von Europe 1 auch Schauplatz für große Bälle. Das berichtete der Felsberger François Melcion, der 35 Jahre lang hier gearbeitet hatte. „Bis zu 1000 Personen waren dann hier drin, die ganze Umgebung und mit viel Stimmung.“ Dass nach so langer Zeit ein Konzert statt gefunden hat, fand Melcion „ganz doll“. So reagierten nahezu alle auf den fast dreistündigen Auftritt der Orchestergemeinschaft Altforweiler-Berus und des Gastvereins aus Hemmersdorf vor 300 Besuchern: eine kleine Premiere für die Halle als Konzerthalle. Das Publikum saß unter einem bis zu 16 Meter aufsteigenden Dach. Auf der linken Seite zogen sich Gehäuse mit der alten Sendetechnik durch das 82 Meter lange Gebäude. Rechts befand sich die fantastische Glasfassade mit Blick über den Saargau bis zur französischen Grenze.

Lutz Hewer meinte, „das war von außen immer so etwas Geheimnisvolles“. Als Konzertsaal fand Hewer das Gebäude jetzt schon richtig gut, und „vom Klang her echt super“. Das große Gelände ringsum könne vielleicht für Festivals genutzt werden, überlegte er. Überrascht von der kühlen Temperatur im Innern war Pascal Klein aus Ittersdorf. Die Wärme für das Gebäude lieferte früher einmal der rund 2000 Kilowatt starke Langwellensender. „Ich bin das ganze Leben lang dran vorbei gefahren“, sagte Klein weiter. Die Akustik sei „phänomenal, nicht nur für Blasorchester“. Für Bürgermeister Gillo war das Konzert ein kleiner Test. „Ich wollte wissen, wie das Feedback ist. Die Leute sind hellauf begeistert, dann bin ich es auch.“

Eine überregionale Entwicklung der Halle für Veranstaltungen, Schulungen und vieles mehr ist in der Überlegung. 1955 hatte der Sendebetrieb von Europe 1 begonnen, 2015 war er zu Ende. Einige Monate später erwarb die Gemeinde Überherrn das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und 24 Hektar Gelände für 120 000 Euro. Denn „diese Sendehalle ist in ihrer Art weltweit einzigartig“, erklärte Gillo.

Ein „sehr gut“ bekam die Veranstaltung von Dirigent Michael Groß. „So ein Ambiente hat man nicht alle Tage. Aber man muss schon diszipliniert spielen.“ Warum, sagte Schlagzeuger Florian Fuchs vom Musikverein Hemmersdorf. „Die Hallzeit ist wie wie in einer Kirche. Man muss sich beim Spielen ziemlich zurückhalten.“ Irene Rink und Brigitta Gersing meinten, dass „jeder es mal sehen wollte, weil man ja vorher nie rein gekommen ist“.






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