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Oberthal hat jetzt alles in der eigenen Hand

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Oberthal hat jetzt alles in der eigenen Hand
Philipp Semmler
14. Februar 2017

Fast hätten sie schon am vergangenen Sonntag feiern können. Aber dann fehlten den Oberthaler Keglerinnen doch ein paar Punkte zum Titel. Der soll nun am Samstag eingetütet werden.
Gut in Form: Katja Ricken war in Dilsburg mit 816 Holz die beste Akteurin der KF Oberthal. Am Tag zuvor hatte sie auf der eigenen Bahn 888 Holz abgeräumt - das zweitbeste Ergebnis der Gastgeber hinter Yvonne Ruch (926). Foto: Rup
Gut in Form: Katja Ricken war in Dilsburg mit 816 Holz die beste Akteurin der KF Oberthal. Am Tag zuvor hatte sie auf der eigenen Bahn 888 Holz abgeräumt - das zweitbeste Ergebnis der Gastgeber hinter Yvonne Ruch (926). Foto: Rup

Was für eine Dramatik! Der dritte Spieltag in der Endrunde um die deutsche Kegel-Meisterschaft der Damen biegt auf die Zielgerade ein. Und die Damen der KF Oberthal haben auf der Bahn des Erzrivalen KSC Dilsburg in Landsweiler die Chance, bereits vorzeitig den Titel einzufahren. Bianca Mayer geht als letzte Oberthalerin mit nur acht Holz Rückstand auf die führenden Gastgeberinnen auf die Bahn. Die Ausgangslage ist klar: Wirft Mayer neun Holz mehr als ihre Konkurrentin Sandra Keller, ist Oberthal zum vierten Mal in Folge deutscher Meister. Eine Serie, die bislang noch keine Damen-Mannschaft geschafft hat.

Keller beginnt durchwachsen. Bei ihren ersten fünf Würfen fallen nie alle neun Kegel. Erst mit dem sechsten Wurf gelingt es der Dilsburgerin, zum ersten Mal komplett abzuräumen. Dann lässt Keller zwei weitere „Neuner“ folgen. Doch dann fallen wieder selten alle Kegel. Keller schaut unzufrieden. Drei Bahnen weiter hat auch Mayer nicht ihren besten Tag erwischt. Auch ihr ist die Anspannung anzumerken, und auch ihrem Gesicht ist anzusehen, dass es alles andere als nach Wunsch läuft. Nach der Hälfte der 120 Würfe hat Keller knapp die Nase vorn. 369 Holz leuchten bei ihr auf der Anzeigetafel, bei Mayer sind es 360. Doch davon weiß Keller nichts. „Ich blende immer alles um mich herum aus, wenn ich auf der Bahn bin. Ich will nie wissen, was die anderen werfen, konzentriere mich lieber ganz auf mich selbst“, sagt sie.

Nach 30 weiteren Kugeln hat Keller ihren Vorsprung auf Mayer ausgebaut. Oberthal reagiert. Mayer wird ausgewechselt, für sie kommt Vera Schwan auf die Bahn. Denn plötzlich ist für die KFO auch noch Rang zwei an diesem Tag in Gefahr. Die Schlusskeglerinnen des RSV Remscheid und von Preußen Lünen haben mehr Holz geworfen als Keller und Mayer.

Die Gesichter der Oberthaler Spielerinnen, die Schwan zuschauen, werden immer länger. Denn auch sie erwischt keinen guten Lauf. 703 Holz erreichen Mayer und Schwan am Ende gemeinsam. Das ist die schwächste Zahl des Tages. Aber sie reicht noch, um mit insgesamt 4612 Holz knapp vor Remscheid (4605 Holz) und Lünen (4598 Holz) zu landen. Keller kommt am Ende auf 758 Holz, das reicht, um für Dilsburg den Tagessieg (4674 Holz) einzutüten.

Auch bei den Oberthalerinnen kehrt schnell das Lächeln ins Gesicht zurück. „Klar hätten wir hier gerne die vier Punkte für den Sieg geholt, aber auch mit drei sind wir mehr als zufrieden. Das Wochenende ist sehr gut für uns gelaufen“, sagt Oberthals Svenja Lambert.

Zum Auftakt des Doppelspieltages hatte Oberthal am Tag zuvor auf der heimischen Bahn geglänzt. Mit 5200 Holz holten die Gastgeber klar den Tagessieg. Auf Platz zwei kam Dilsburg (5092) vor Lünen (5003) und Remscheid (4926). Folge: Oberthal steht nach drei von vier Spieltagen mit 13 Punkten an der Spitze der Tabelle. Einzig verbliebener Konkurrent ist Dilsburg (elf Punkte). Lünen und Remscheid sind vor dem letzten Spieltag am Samstag um 12 Uhr in Lünen raus aus dem Titelrennen. „Wir haben eine gute Ausgangsbasis“, weiß Lambert.

 

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Klare Niederlage für die Männer: Die Bundesliga-Herren der KF Oberthal haben am Samstag das Spitzenspiel bei der KSG Montan Holten-Duisburg klar verloren. Tabellenführer Oberthal zog beim direkten Verfolger mit 0:3 (5106:5341 Holz) den Kürzeren. Dennoch bleiben die Saarländer mit zwei Punkten Vorsprung vor Holten-Duisburg Spitzenreiter.






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