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Gutes Ende einer verkorksten Saison

St Wendel
Gutes Ende einer verkorksten Saison
Philipp Semmler
28. März 2017

Die Volleyballer des TV Bliesen hatten am Samstag Grund zu feiern. Durch den 3:1-Sieg gegen den TV Radolfzell sicherte sich der TV endgültig den Ligaverbleib. Jetzt beginnen die Personalplanungen. Klar ist: Dimitri Friedrich hört auf.
Lukas Kaiser freut sich über einen wichtigen Punkt im Spiel gegen den TV Radolfzell. Auch in der kommenden Saison wird der TV Bliesen in der 3. Volleyball-Liga aufschlagen. FOTO: B&K
Lukas Kaiser freut sich über einen wichtigen Punkt im Spiel gegen den TV Radolfzell. Auch in der kommenden Saison wird der TV Bliesen in der 3. Volleyball-Liga aufschlagen. FOTO: B&K

Samstagabend, 21.29 Uhr im Sportzentrum St. Wendel. Die Volleyballer des TV Bliesen haben vor 700 Zuschauern im letzten Saisonspiel der 3. Liga Süd gegen den TV Radolfzell Matchball. Das Publikum hat sich von seinen Sitzen erhoben und klatscht rhythmisch. Dimitri Friedrich steht am Netz, legt den Ball mit beiden Händen für Jérôme Klauck auf. Der zwei Meter große Mittelblocker steigt hoch und schmettert das Leder humorlos ins Feld des Gegners. Bliesen hat mit 3:1 (23:25, 25:16, 25:15, 25:13) gewonnen – und feiert danach mit seinen Fans.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten im ersten Satz dominierte der TVB den Gegner in den Folgesätzen nach Belieben und holte so die letzten noch nötigen Zähler zum sicheren Klassenverbleib. Ein Punkt hätte schon gereicht, am Ende wurden es drei. „Wir hatten es selbst in der Hand, und diese Chance haben wir genutzt. Die Erleichterung ist riesengroß“, freute sich Interimstrainer Gerd Rauch. „Wir sind froh, dass wir noch unten rausgekommen sind. Unser Kader ist viel zu stark, um abzusteigen“, ergänzte Libero Sandy Schumacher. Später stellte sich heraus, dass Bliesen auch im Falle einer Niederlage nicht mehr auf einen möglichen Abstiegsplatz abgerutscht wäre. Konkurrent VfB Friedrichshafen II hatte zeitgleich mit 1:3 bei der SG Rodheim verloren. Aber auf die Schützenhilfe aus Rodheim wollte sich der TV nicht verlassen.

Der Erfolg gegen Radolfzell war der vierte Heimsieg in Folge. Doch gerade jetzt, wo es wieder läuft, ist die Saison zu Ende. Ärgert man sich ein wenig darüber? „Auf keinen Fall“, sagt Außenangreifer Tobias Merkel. „Die Saison war anstrengend und kräftezehrend. Deshalb bin ich froh, dass jetzt mal ein paar Wochen Pause ist.“

Auch Gerd Rauch, der nach der Trennung von Übungsleiter Peter Lember Ende Dezember 2016 das Team wieder übernommen hatte, gönnt sich nach den anstrengenden letzten Wochen jetzt erst einmal eine Pause. „Ich fahre zwei Wochen nach Norwegen in Urlaub“, berichtete der 50-Jährige. „Danach werden wir die Trainersuche und die Kaderplanungen intensivieren.“

Rauch hatte schon bei seiner Amtsübernahme erklärt, dass er maximal bis Saisonende als Übungsleiter zur Verfügung stehen werde und sich danach wieder um seine anderen Aufgaben im Verein kümmern wolle. Dazu gehört auch die Suche eines Trainers. „Wir planen, den neuen Mann bis Ende April zu präsentieren“, verriet Rauch. Namen von Kandidaten ließ sich der 50-Jährige nicht entlocken. Hinweise gab er aber: „Sehr wahrscheinlich wird der neue Mann nicht aus dem Saarland und nicht aus einer unteren Liga kommen. Wir wollen jemanden verpflichten, der die Mannschaft weiterbringt.“

Offen ist auch, welche Spieler kommende Saison zur Verfügung stehen. Ein großer personeller Umbruch ist nicht zu erwarten – einen Abgang muss Bliesen aber verkraften. Für Eigengewächs Dimitri Friedrich war die Aktion am Netz, mit der er den letzten Punkt vorbereitete, die letzte im Bliesener Trikot. „Ich höre auf, weil ich im Moment keine Lust mehr habe“, verriet der 28-Jährige.

 

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Nachwuchs verpasst Podestplatz knapp Bei den südwestdeutschen Volleyball-Meisterschaften der U16 im Sportzentrum St. Wendel hat das Team von Ausrichter TV Bliesen vor einer Woche den vierten Platz belegt. Bliesen, das kurz zuvor Saarlandmeister geworden war, hatte sich in der Vorbereitung insgeheim das Ziel gesetzt, den favorisierten Gegnern ein Schnippchen zu schlagen und vielleicht sogar eines der beiden Tickets für die deutsche Meisterschaft zu ergattern. Verletzungen und Erkrankungen schwächten das Team jedoch und warfen alle Pläne über den Haufen. Teamkapitän John Stühring musste mit Fieber die Segel streichen. Die Vorrunde beendete Bliesen als Gruppenzweiter, im Halbfinale aber unterlag das Team dem späteren Meister Bad Salzig mit 0:2. Das Spiel um Platz drei gegen Eintracht Wiesbaden ging ebenfalls mit 0:2 verloren.






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