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Musikalisches Supertalent aus Korea gastierte in Sankt Wendel

Musikalisches Supertalent aus Korea gastierte in Sankt Wendel
Steffen Hällmayr
17. November 2017

Manchmal ist er recht weit, der Weg vom Ordentlichen zum Außerordentlichen.

Letzte Woche war er für geneigte Sankt Wendeler Ohren sehr kurz, denn er führte geradewegs in die evangelische Stadtkirche: Die südkoreanische Pianistin Hee-Jun Han gastierte auf Einladung des Hällmayr Konzertbetriebs in Püttlingen und Sankt Wendel. Die 27-jährige Musikerin hat bereits eine weltweite steile Karriere hinter sich und wird als einer der ganz großen Newcomer in der Klassik-Szene beurteilt.

Die Fachpresse beurteilt ihr Spiel als emotional ausdrucksstark und äußerst differenziert. Davon konnte sich das Publikum in Köllerbach schnell überzeugen. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden des Konzertbetriebes, Steffen Hällmayr, zeigte sich Hee-Jun Han spielfreudig mit der D-dur-Sonate KV 576 von Wolfgang Amadeus Mozart. Neben geläufiger Fingerfertigkeit braucht es hier ein hohes Maß an Musikalität sowie reife orchestrale Vorstellungskraft, um aus den schlichten Melodielinien und Dreiklangsbrechungen mitreißende Musik entstehen zu lassen, was Frau Han auch brovourös gelang, bevor sie dann mit der C-dur-Sonate Ops 2, Nr. 3 klanglich aus dem Vollen schöpfte, was das Publikum nahezu atemlos werden ließ.

Ausgewogen und mit gut angelegten melodischen Spannungsbögen interpretierte Hee-Jun Han dann Maurice Ravel’s „Ondine“ aus dem Klavierzyklus „Gaspard de la nuit“, bevor sie nach der Pause das musikalische Feuerwerk mit Beethoven’s Klaviersonate E-dur Opus 90, über die sie auch ihre Master-Arbeit schrieb, zündete. Zupackende Harmoniegänge, prägnante Rhythmik und stets angepasste Dynamik sowie tückische Trillerpassagen ließen die Interpretation zu einem Erlebnis werden, was Hee-Jun Han aber mit Franz Liszt’s „Rhapsodie Espagnole“ noch einmal steigern konnte. Spanisch anmutende Melodien gepaart mit Liszt’scher Virtuosität und Hee-Jun Han’s spannungsreicher Spielfreude und überlegener Technik ließen das Publikum eine überaus authentische Interpretation der Liszt’schen Musik erleben.

Eingängige Melodien, vom zarten pianissimo bis ins äußerste fortissimo gesteigert, halsbrecherische Oktavengänge und Akkordrückungen, die die Klanglichkeit des Klaviers voll auskosten, ließen das Werk zum Höhepunkt des Abends werden. Herzlicher Applaus forderte eine Zugabe, die Hee-Jun Han gerne erfüllte.




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