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Eine Wissenschaft für sich: Die Pilzfreunde Saar-Pfalz können lebenserhaltende Tipps geben

Eine Wissenschaft für sich
Die Pilzfreunde Saar-Pfalz können lebenserhaltende Tipps geben
Stefan Holzhauser
22. November 2016

Pilzfreunde wie Harry Regin sammeln Pilze in Körben und nicht in Plastiktüten. Foto: Stefan Holzhauser
Pilzfreunde wie Harry Regin sammeln Pilze in Körben und nicht in Plastiktüten. Foto: Stefan Holzhauser

Die Pilzfreunde Saar-Pfalz wurden 1983 von damals 13 pilzkundlich interessierten Personen unter dem Namen „Verein der Pilzfreunde Pirmasens“ in Pirmasens gegründet. 1992 bildeten sich mehrere Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften – darunter auch die OG Bexbach. Der Verein wurde in Verein der Pilzfreunde Pfalz umbenannt. Im Februar 1996 wurde anlässlich der Mitgliederversammlung beschlossen, den Sitz des Hauptvereins von Pirmasens nach Bexbach zu verlegen. In der gleichen Versammlung wurden außerdem sämtliche Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften aufgelöst. Der Verein wurde in Pilzfreunde Saar-Pfalz umbenannt.

Zweck und Aufgabe des Vereins ist es unter anderem, seine Mitglieder in die volkstümliche Pilzkunde einzuführen und darin weiterzubilden. Es gibt Exkursionen, pilzkundliche Wochenenden, Ausstellungen sowie Bestimmungs- und Diaabende. Im Frühjahr beschäftigen sich die Pilzfreunde auch mit Orchideen, Wildkräutern und Heilplanzen.

 

Förderung des heimischen Pilzbestandes

Eine besondere Aufgabe sieht man in der Förderung des Naturschutzes und der Landespflege im Sinne der Naturschutzgesetze – insbesondere in der Pflege des Pilzbestandes der heimischen Wälder und Fluren. Die Bevölkerung soll über den Sinn und Zweck der Pilze im Haushalt der Natur aufgeklärt werden. Dem Verein sind auch das Anhalten zum sachgerechten Sammeln und Schonen seltener Arten extrem wichtig.

 

Bei einem Rundgang durch den Wald zwischen Bexbach und Kleinottweiler beantwortet der Vereinsvorsitzende Harry Regin (62) aus Oberbexbach alle wichtigen Fragen zum Thema Pilze. Sein Verein hat derzeit 128 Mitglieder und ist der einzige pilzkundliche Verein im gesamten Saarland. Regin gehört dem Verein bereits seit 1989 an. „Zunächst stand bei mir das Kulinarische im Vordergrund. Nach einigen Jahren wollte ich mich immer weiterbilden und hatte zunächst VHS-Kurse und Wanderungen besucht. 1983 folgte dann im Schwarzwald das Ablegen der Prüfung zum Pilzsachverständigen“, berichtet Regin. In Mitteleuropa gibt es zwischen 6500 und 7000 Pilzarten, Regin kennt sich derzeit bei 800 ohne Hilfsmittel genau aus. Man lerne bei diesem Hobby nie aus. Der Vereinsvorsitzende war auch schon oft in Sachen Pilze im Ausland unterwegs – unter anderem in Spanien und Schweden. Anfängern rät der Fachmann, sich einem pilzkundlichen Verein anzuschließen.

 

Ein schlechtes Jahr für Pilzsammler

Da es im Sommer viel zu trocken und zu heiß war, gab es im Herbst nicht viel zu sammeln. So gab es bei der diesjährigen Pilzausstellung nur 123 Arten statt wie in guten Jahren bis zu 450. Ganz wichtig für die Natur ist die Lebensgemeinschaft zwischen Baum, Wurzeln und Pilzwurzeln. Durch diese Symbiose findet im Wald die Produktion von Biomasse statt. Dieses Beziehungsgeflecht verschiedener Arten wird als Mykorrhiza bezeichnet. „Die Pilze sind ein kleines Wunder der Natur. Man sollte nur welche sammeln, wenn man sie zu 100 Prozent kennt. Sie sollten nur in Körben transportiert werden – in Plastiktüten werden sie zu stark erwärmt und auch schnell zerdrückt. Wer sich unsicher ist, ob sein gesammelter Pilz giftig sein könnte, kann sich über unsere Webseite mit einem Pilzsachverständigen in Verbindung setzen“, sagt Regin.

 

 

Zum Thema:

 

kontakt Pilzfreunde Saar-Pfalz Vorsitzender: Harry Regin, Vor der Kaserne 1, 66450 Bexbach, Telefon (0 68 26) 8 03 28 www.pilzfreunde-saar-pfalz.de




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