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Collegium Vocale Blieskastel gestaltet Eröffnungskonzert der Schloßbergkonzerte 2016 - Gioacchino Rossinis „Petite Messe Solennelle“

Collegium Vocale Blieskastel gestaltet Eröffnungskonzert der Schloßbergkonzerte 2016
Collegium Vocale Blieskastel
8. März 2016

Mit Gioacchino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ eröffnet das Blieskasteler Collegium Vocale Blieskastel die diesjährigen Schlossbergkonzerte am Samstag, den 30. April um 20 Uhr in der Schlosskirche Blieskastel.
Das Blieskasteler Collegium Vocale in der Schloßkirche
Das Blieskasteler Collegium Vocale in der Schloßkirche

Die „Petite Messe Solennelle“, neben dem „Stabat Mater“ die zweite große kirchenmusikalische Schöpfung Gioachino Rossinis (1792 – 1868), entstand im Jahre 1863. Trotz des bescheidenen Titels handelt es sich um ein eineinhalbstündiges Werk mit stilistischen Spannungsverhältnissen, die von polyphonen a-cappella-Abschnitten bis zu Teilen reichen, die sich an die Tonsprache der Opera Buffa anlehnen. Zudem scheinen die Fugen des Gloria und Credo sowie das „Prélude réligieux“ stilistisch von Rossinis Beschäftigung mit der Musik Bachs beeinflusst.


Die vier Solisten und den bis zu achtstimmigen Chor lässt Rossini lediglich von Klavier und Harmonium begleiten. Wenn er auch 1867 eine Orchesterfassung erstellte, so hat doch diese ursprüngliche Originalbesetzung ihren ganz besonderen Reiz.
Die „Petite Messe Solennelle“ ist sicherlich ein höchst persönliches Werk Rossinis, schrieb er doch in sein Manuskript: „Lieber Gott! Da ist sie nun beendet, diese arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik („musique sacrée“), die ich gemacht habe, oder vermaledeite Musik („sacrée musique“). Ich wurde für die Opera Buffa geschaffen, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein wenig Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“ Obwohl die Messe eine Auftragskomposition war, betrachtete sie Rossini als ein in erster Linie für ihn selbst komponiertes Werk, wie der Eintrag neben die Schlusstakte des Agnus Dei belegt. Seine Messe hat Rossini bewusst einer Veröffentlichung entzogen. Es gab bis zu seinem Tod nur eine öffentliche Aufführung am 15. März 1864. Erst nach seinem Tod konnte das Werk im Druck veröffentlicht werden, neben der Originalversion auch eine Fassung für Soli, Chor und Orchester. Rossini hatte diese Orchesterversion gedrängt von Freunden ausgearbeitet. Schon in den ersten Stellungnahmen wurde die harmonische Originalität und Fortschrittlichkeit der Messe hervorgehoben und vor allem die kontrapunktische Kunst Rossinis gewürdigt. Aber auch die Intensität des musikalischen Ausdrucks und die expressive Kraft der Musik dieser Messe wurden bewundert. Rossini verknüpfte hier historische Satztechnik des „Stilo antico“ wie bei Palestrina, kontrapunktische Satztechnik in Form kunstvoller Doppelfugen, homophone orchesterbegleitete Chorsätze und opernhaftes Belcanto in den Solistenpartien.
Das Blieskasteler Ensemble führt diese Messe in der Fassung für Klavier und Harmonium auf. Ausführende sind neben dem Collegium Vocale Blieskastel, die Solisten Muriel Schwarz (Sopran), Sandra Stahlheber (Alt), Martin Erhard (Tenor), Christian Heib (Bass) und Jörg Abbing (Harmonium).


Die Gesamtleitung obliegt Christian von Blohn, der auch den Klavierpart übernimmt.
Das Collegium Vocale wurde im August 1990 in der Blieskasteler Orangerie gegründet und feierte im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Gründer und auch noch heutiger Leiter ist Christian von Blohn, damals Organist und Chorleiter an der Blieskasteler Schlosskirche. Heute ist er Dekanatskantor, Organist an der Hildegardskirche und St. Josefskirche St. Ingbert und Leiter des dortigen Bischöflichen Institutes für Kirchenmusik im Bistum Speyer. Seit der Gründung des Chores folgten eine Reihe von Rundfunk- und Fernsehaufnahmen, sowie Konzerte im In- und Ausland. Die Übertragung der bundesweit ausgestrahlten Sendung „Laudate“ in der ARD, oder der Fernsehgottesdienst im ZDF war für die Sängerinnen und Sänger ebenso interessant wie die Konzerte in Frankreich (Paris), der Schweiz (Lausanne) oder Italien (Siena). Unvergesslich bleiben auch die Konzertreisen nach Norddeutschland oder an den Bodensee. Auf Einladung der Saarländischen Landesvertretung in Berlin stattete der Chor auch der Hauptstadt Berlin einen Besuch ab und gestaltete dort gleich drei Konzerte. Zahlreiche Konzerte im Rahmen der verschiedensten Konzertreihen waren ebenso Höhepunkte wie die Aufführungen im Speyrer Dom, in der benachbarten Pfalz und im ganzen Saarland. Besonders häufig trat das Ensemble natürlich im Saarpfalzkreis auf.


Das Collegium Vocale Blieskastel zählt zurzeit etwa Mitglieder. Die Literatur umfasst Werke aus den unterschiedlichsten Epochen – von der Renaissance bis zur Moderne. Bachs Weihnachtsoratorium, die beiden großen Passionen und das Magnificat gehören ebenso zum Repertoire wie Mozarts große Messen und sein Te Deum, Haydns Schöpfung, die Nelson- und Cäcilienmesse. Die Requien von Fauré, Durufle´ und Verdi waren ebenso bereits zu hören. Aber nicht nur große oratorische Werke stehen auf dem Programm. Jedes Jahr gestaltet das Ensemble die sogenannten „a-cappella Konzerte“, bei denen der Chor ohne Begleitung singt. Hier waren Komponisten wie Rachmaninow, Bach, Bruckner, Palestrina, Schütz, Mendelssohn und John Rutter vertreten. Der Chor singt dabei gerne auch doppelchörige Chorliteratur oder sogar Werke mit bis zu 40-stimmiger Aufspaltung.


Karten sind zum Preis von 20,- € / ermäßigt 15,- € beim Verkehrsamt Blieskastel, im Haus des Bürgers, Luitpoldplatz 5, Tel. 06842-926 1314 und bei www.ticket-regional.de oder an der Abendkasse erhältlich.
Weitere Informationen zum Chor unter: www.collegium-vocale-blieskastel.de






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