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Gesprächskonzert mit dem Collegium Vocale Blieskastel am 08. Februar 2017 in der Schlosskirche Blieskastel

Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach
Collegium Vocale Blieskastel
17. Januar 2017

In Johann Sebastian Bachs Musik werden Grenzgänge hörbar, die unser Leben begleiten: In seiner Kirchenmusik wird die Grenze zwischen Weltlichem und Göttlichem, zwischen Leben und Tod, anhand vieler Themen durchgespielt.
Das Blieskasteler Collegium Vocale (Foto: Hans Peter MÜrz)
Das Blieskasteler Collegium Vocale (Foto: Hans Peter MÜrz)

Prof. Andreas Kruse, führender Altersforscher, Gerontopsychologe und ausgebildeter Musiker hat zu diesem Thema geforscht und faszinierende Beispiele für die Grenzgänge des alten Bach gefunden als Belege für Alterskreativität, für lebensbewertende und lebenswerkabschließende Leistungsfähigkeit im hohen Alter.

Kruse ist Ordinarius und Direktor des Instituts für Gerontologie (Alters- und Altenforschung) der Universität Heidelberg. Er gehört zu den führenden Wissenschaftlern auf seinem Gebiet und erhielt nationale und internationale Auszeichnungen, darunter den First Presidential Award der International Association of Gerontology, den Max-Bürger-Preis, den René-Schubert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie sowie den Ersten Generationenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz. Er wirkte darüber in nationalen und internationalen Kommissionen zur Politikberatung, darunter im Experten-Komitee der Vereinten Nationen zur Erstellung des International Plan of Action on Ageing und in fünf Altenberichtskommissionen der Bundesregierung (davon dreimal als Vorsitzender) sowie in der Zukunftskommission der Bundeskanzlerin. 2010 erhielt Kruse die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Humanwissenschaften der Universität Osnabrück.


Den musikalischen Part übernehmen mit Angela Lösch (Alt), Steffen Kohl (Tenor) und Michael Marz (Bass) renommierte Solisten, begleitet von einem aus Blockflöten, Gamben und Basso Continuo bestehenden Barockorchester. Mit dem Collegium Vocale Blieskastel singt zudem einer der seit vielen Jahren im Genre Geistliche Musik bekanntesten Chöre des Saarlandes. Die Gesamtleitung hat Dekanatskantor Christian von Blohn.


Als Hauptwerk kommt dabei der Actus Tragicus „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (BWV 106) zur Aufführung. Das Werk ist eine der frühesten Bachkantaten überhaupt, die wahrscheinlich schon 1707 oder 1708 in Mühlhausen als Trauerkantate entstanden ist. Bach vertont darin verschiedene Bibelworte des Alten und Neuen Testaments, sowie einzelne Liedstrophen alter Kirchenlieder von Martin Luther und Adam Reusner, die allesamt auf die Endlichkeit und das Sterben Bezug nehmen. Dabei lassen sich zwei Teile klar unterscheiden: Der im ersten Teil dargestellten Sicht des Alten Testaments auf das Sterbethema stellt der zweite Teil die Sicht des Neuen Testaments gegenüber; die Ablösung des alten durch den neuen Bund bestimmt damit den symmetrischen Aufbau der Kantate.


Daneben erklingen die Chormotette "Unser Leben ist ein Schatten" des ersten bekannten komponierenden Mitglied der Bach-Familie, Johann Bach sowie eine 20-stimmige Chorkomposition des norwegischen Komponisten Knut Nystedt über den Bach-Choral "Komm, süsser Tod", alles immer kommentiert mit Kurzvorträgen von Prof. Dr. Andreas Kruse.
Vortrag und Musik wollen gemeinsam dazu ermutigen, schöpferische Kräfte auch in den Grenzstationen des Lebens zu erkennen und anzusprechen und dem Menschen so ein effektives Element an die Hand zu geben, sein Leben in jeder Phase des Daseins bis ins hohe Alter kreativ und sinnstiftend gestalten zu können.






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