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Rossini Messe zur Eröffnung der Blieskasteler Schloßbergkonzerte am 20.04.2016

Rossini Messe zur Eröffnung der Blieskasteler Schloßbergkonzerte
Collegium Vocale Blieskastel
11. April 2016

Mit Gioacchino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ eröffnet das Blieskasteler Collegium Vocale Blieskastel die diesjährigen Schlossbergkonzerte am Samstag, den 30. April um 20 Uhr in der Schlosskirche Blieskastel.
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Die „Petite Messe Solennelle“, neben dem „Stabat Mater“ die zweite große kirchenmusikalische Schöpfung Gioachino Rossinis (1792 – 1868), entstand im Jahre 1863. Trotz des bescheidenen Titels handelt es sich um ein eineinhalbstündiges Werk mit stilistischen Spannungsverhältnissen, die von polyphonen a-cappella-Abschnitten bis zu Teilen reichen, die sich an die Tonsprache der Opera Buffa anlehnen. Zudem scheinen die Fugen des Gloriaund Credo sowie das „Préluderéligieux“ stilistisch von Rossinis Beschäftigung mit der Musik Bachs beeinflusst.

Die vier Solisten und den bis zu achtstimmigen Chor lässt Rossini lediglich von Klavier und Harmonium begleiten. Wenn er auch 1867 eine Orchesterfassung erstellte, so hat doch diese ursprüngliche Originalbesetzung ihren ganz besonderen Reiz.
Die „Petite Messe Solennelle“ ist sicherlich ein höchst persönliches Werk Rossinis, schrieb er doch in sein Manuskript: „Lieber Gott! Da ist sie nun beendet, diese arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik („musiquesacrée“), die ich gemacht habe, oder vermaledeite Musik („sacréemusique“). Ich wurde für die Opera Buffa geschaffen, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein wenig Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“ Obwohl die Messe eine Auftragskomposition war, betrachtete sie Rossini als ein in erster Linie für ihn selbst komponiertes Werk, wie der Eintrag neben die Schlusstakte des AgnusDei belegt.

Seine Messe hat Rossini bewusst einer Veröffentlichung entzogen. Es gab bis zu seinem Tod nur eine öffentliche Aufführung am 15. März 1864. Erst nach seinem Tod konnte das Werk im Druck veröffentlicht werden, neben der Originalversion auch eine Fassung für Soli, Chor und Orchester. Rossini hatte diese Orchesterversion gedrängt von Freunden ausgearbeitet. Schon in den ersten Stellungnahmen wurde die harmonische Originalität und Fortschrittlichkeit der Messe hervorgehoben und vor allem die kontrapunktische Kunst Rossinis gewürdigt. Aber auch die Intensität des musikalischen Ausdrucks und die expressive Kraft der Musik dieser Messe wurden bewundert. Rossini verknüpfte hier historische Satztechnik des „Stiloantico“ wie bei Palestrina, kontrapunktische Satztechnik in Form kunstvoller Doppelfugen, homophone orchesterbegleitete Chorsätze und opernhaftes Belcanto in den Solistenpartien.


Das Blieskasteler Ensemble führt diese Messe in der Fassung für Klavier und Harmonium auf. Ausführende sind neben dem Collegium Vocale Blieskastel, die Solisten Muriel Schwarz (Sopran), Sandra Stahlheber (Alt), Martin Erhard (Tenor), Christian Heib (Bass) und Jörg Abbing (Harmonium).


Das Collegium Vocale Blieskastel wurde 1990 von seinem Dirigenten Christian von Blohn gegründet und trat bereits drei Monate später mit Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ mit großem Erfolg an die Öffentlichkeit.
Seitdem widmen sich die circa 60 Sängerinnen und Sänger der Pflege hochwertiger geistlicher Musik, wobei A-cappella-Kompositionen und Literatur für Chor und Orgel aus den unterschiedlichsten Stilepochen ein wichtiges Arbeitsfeld sind, darunter bedeutende Werke wie die vierzigstimmige Motette „Spem in alium“ von Thomas Tallis oder das „Große Abend- und Morgenlob“ von Sergej Rachminow, darüber hinaus Uraufführungen von Werken wie „Klagender Seraph“ (zum zehnten Jahrestag der Anschläge auf das World-Trade-Center in New York) und „Agnus Dei – à la memoire“ (2014 im Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges). Unter den Stücken mit Orgelbegleitung waren Louis Vierne: Messe solennelle, Charlies-Marie Widor: Messe à deux choœurs et deux orgues, Antonín Dvořák: Messe D-Dur oder Zoltán Kodály: Laudes Organi.

Ebenso gehören große oratorische Werke zum Repertoire des Chores (Claudio Monteverdi: Marienvesper, Johann Sebastian Bach: Johannespassion, Matthäuspassion, Magnificat, Hohe Messe h-Moll, Weihnachtsoratorium und weitere Kantaten, Georg Friedrich Händel: Messias, Joseph Haydn: Schöpfung, Caecilienmesse, Missa in angustiis, Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem, c-Moll-Messe, Ludwig van Beethoven: Christus am Ölberge,Missa C-Dur, Franz Schubert: Messe Es-Dur, Felix Mendelssohn: Paulus, Lobgesang, Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem, Gioachino Rossini: Petite Messe Solennelle, Anton Bruckner: Messe e-Moll, Messe f-Moll, Te Deum,Giuseppe Verdi: Requiem, Gabriel Fauré: Requiem, Camille Saint-Saëns: Oratorio de Noël, Francis Poulenc: Gloria, Maurice Duruflé: Requiem, Leonard Bernstein: Chichester Psalms, Carl Orff: Carmina Burana, John Rutter: Gloria, Requiem, Karl Jenkins: The Armed Man, Roland Kunz: Der Seele Ruh u. a.).

Der Chor erhielt zahlreiche Einladungen zu Musikfestivals wie den „Musikfestspielen Saar“, dem „Kultursommer Rheinland-Pfalz“, den „Preetzer Klosterkonzerten“, der Association des Amis des Concerts de Cathédrale de Lausanne, der C.M.B.A. di Roma, dem Festival „Euroklassik“ und weiteren, dazu kommen Reisen ins In- und Ausland mit Auftritten im Speyerer Dom, in der Augustinerkirche Mainz, der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, St. Jakobi und St. Marien Lübeck, im Ratzeburger Dom, in der Ludwigskirche und der Stiftskirche Saarbrücken, im Münster Überlingen, in der Kathedrale von Verdun, Abbatiale Saint Narbor de Saint-Avold,Abbaye des Prémontrés de Pont à Mousson, in den Kathedralen Notre-Dame und Saint Sulpice Paris, der Kathedrale von Lausanne, in S. Bartolemeo Brugherio, S. Giovanni Lucca oder S. Maria in Provenzano. Auch im Staatstheater Saarbrücken war das Ensemble zu Gast.


Im Jubiläumsjahr 2015 gestaltete der Chor mehrere interessante Projekte, unter anderem ein Konzert mit Motetten des polnischen Komponisten Henryk Górecki, einen gemeinsamen Auftritt mit den berühmten „King's Singers“ und natürlich die Aufführung aller sechs Kantaten von Bachs „Weihnachtsoratorium“.


Auch für das laufende Jahr 2016 stehen wieder eine Reihe interessanter Auftritte auf der Agenda: Am Mittwoch, 13. Juli, gestaltet das Ensemble in der Schlosskirche Blieskastel einen Evensong nach anglikanischer Tradition; am 17. September folgt eine erneute Aufführung des Oratoriums „Der Seele Ruh“ im Dom zu Speyer, gemeinsam mit dem Domchor Speyer und Weltstar Andreas Scholl.

Weitere Informationen zum Chor unter www.collegium-vocale-blieskastel.de
Karten sind zum Preis von 20,- € / ermäßigt 15,- € beim Verkehrsamt Blieskastel, im Haus des Bürgers, Luitpoldplatz 5, Tel. 06842-926 1314 und bei www.ticket-regional.de oder an der Abendkasse erhältlich.
Weitere Informationen zum Chor unter: www.collegium-vocale-blieskastel.de






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