Home Saarpfalz Gersheim

Eine alte Tradition lebt weiter: Tausende Besucher beim traditionellen Bruder-Konrad-Ritt am Pfingstmontag

Utweiler
Eine alte Tradition lebt weiter
Tausende Besucher beim traditionellen Bruder-Konrad-Ritt am Pfingstmontag
26. Mai 2015

Der diesjährige Bruder-Konrad-Ritt wurde von zwei Kreuzreitern von der Reitsportgemeinschaft Ormesheim angeführt. Vorbei an vielen geschmückten Häusern zog er wieder von Medelsheim über Peppenkum und Riesweiler nach Utweiler.
Jakob Frenzel (links) mit dem Kreuz und Christine Maul (3. von links) führen den Zug durch Medelsheim an. Foto: Wolfgang Degott
Jakob Frenzel (links) mit dem Kreuz und Christine Maul (3. von links) führen den Zug durch Medelsheim an. Foto: Wolfgang Degott
Seit 80 Jahren schlängelt sich alljährlich am Pfingstmontag der Bruder-Konrad-Ritt von Medelsheim über Peppenkum und Riesweiler nach Utweiler. Angeführt wurde der Zug ab der St.-Martin-Straße, wo schon eine Stunde vor dem Start ein reges Treiben herrschte, die teilnehmenden Fahrzeuge sich wie eine Perlenschnur aneinanderreihten, von den beiden Kreuzreitern Jakob Frenzel und Christiane Maul von der Reitsportgemeinschaft Ormesheim auf ihrem 18-jährigen Westfalen Pablo beziehungsweise dem zwölfjährigen Hannoveraner Luciano. Sie ritten vorbei an den festlich geschmückten Häusern der drei Dörfer, wo sich auch einige Familien zusammen gefunden hatten, um den Festtag zur Begegnung zu nutzen, sich gemeinsam schöne Stunden zu gönnen. Keinen Deut an Anziehungskraft hat diese Traditionsveranstaltung, teils religiös, teils weltlich, weil auch immer ein großes Zelt der Feuerwehr kurzfristig Heimat der tausende von Besuchern ist.

Die Utweiler Feuerwehr konnte sich bei der Verkehrs- und Parkplatzregelung auf die Mithilfe aus Seyweiler und Medelsheim verlassen. Die Premiere des Konrad-Ritts in der Parr war eine Reminiszenz des damals erst ein Jahr zuvor heilig gesprochenen Bruder Konrad, auch Konrad von Parzham, der mit bürgerlichem Namen Johann Evangelist Birndorfer hieß. Er hatte vor seinem Tod am 21. April 1894 insgesamt 41 Jahre als Pförtner des Klosters St. Anna Altötting alle Menschen empfangen und verabschiedet, die dort ein und ausgingen, zeigte ihnen den Weg, war Berater und Tröster. Gersheims Pfarrer Krystian Scheliga erwähnte in seiner Predigt, dass sich Menschen auch die Prozession im Bliesgau in Bewegung setzten, dass sie sich auf den Weg zum Bruder Konrad, dessen Reliquie immer in einer Monstranz mitgeführt wird. Scheliga hob die Bedeutung des Lebensweges zwischen Geburt und Tod heraus, forderte auf, sich dem Erlebnis Weg zu öffnen, ihn zu genießen.

145 Traktoren gesegnet

Erstmals dabei war Kaplan Martin Seither und der polnische Pater Josef vom Franziskanerkloster Blieskastel. Beide segneten 45 Pferde mit ihren Reitern und 145 Traktoren und Zugmaschinen mit ihren Lenkern und Mitfahrern.

Mit der Deutschen Messe von Franz Schubert begleitete der Musikverein Gersheim unter der Stabführung von Björn Weinmann die Liturgiefeier, an der viele Konradpilger aus der Region, aber auch aus dem ganzen Saarland, Teilen Lothringens und der Pfalz teilnahmen. Jürgen Lothschütz trug wie in den über 20 Jahren zuvor im Schatten der Bruder-Konrad-Kirche die Lesung vor. Mit zur Gestaltung trugen auch die erfahrenen Messdiener Manfred Berger, Ronja Krämer, Moritz Sand und Franzi Zäh, mit den beiden Debütanten Lea Allgaier und Luca Bersweiler bei. Treue Helfer sind seit vielen Jahren unter anderem Anton Scheyer, der drei Tage nach dem ersten Bruder-Konrad-Ritt geboren wurde, Wendelin Paltz und Alban Klingler.

Sie alle stehen in der Tradition, an deren Beginn sich Medelsheims früherer Pfarrer Karl Beil im Heimatbuch „Meltis oder Medelsheim: Die Parr“ erinnert: Die neue Bruder-Konrad-Kirche veranlasste den Bruder-Konrad-Ritt jeweils am Pfingstmontag. Gar sehr wurde es begrüßt, dass dieser von Blieskastel aufs Land verlegt wurde. So zog am 10. Juni 1935 ein stattlicher Zug von 200 Reitern von Medelsheim über Peppenkum, Riesweiler zum Festplatz in Utweiler.

Hier wurden die Pferde gesegnet; hier der Festgottesdienst gehalten; hier der neue Heilige auch als heiliger Bauer gefeiert und um seine Fürbitte für Land und Leute angegangen.





Das könnte Sie auch interessieren
Weitere Themen aus dem Ressort Saarpfalz:
Verein eintragen oder verwalten
Auf diesem Profil tut sich was

Termine
TERMIN EINGEBEN