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Das Chorleben weiter lebendig halten

St Ingbert
Das Chorleben weiter lebendig halten
Cornelia Jung
15. März 2017

Seit 155 Jahren setzt sich der Kreischorverband St. Ingbert für den Gesang und die Pflege der Tradition ein. Besonderes Gewicht hat die Nachwuchsarbeit.
Für das „Geburtstagsfoto“ mischten sich einige der Gratulanten für ein Lied unter die Sänger des MGV Josefstal (Leitung Friedel Hary vorne). Von links (jeweils ohne Chorkleidung): Ulli Meyer, Roland Krämer, Werner Zeitz, Theophil Gallo und Marianne Hurth. Foto: Cornelia Jung
Für das „Geburtstagsfoto“ mischten sich einige der Gratulanten für ein Lied unter die Sänger des MGV Josefstal (Leitung Friedel Hary vorne). Von links (jeweils ohne Chorkleidung): Ulli Meyer, Roland Krämer, Werner Zeitz, Theophil Gallo und Marianne Hurth. Foto: Cornelia Jung

Im Jahr 1862 wurde der Kreischorverband (KCV) St. Ingbert gegründet. Anlässlich seines 155. Geburtstages lud dessen Vorsitzender Werner Zeitz am Sonntag nach der Jahreshauptversammlung zum Empfang in die Altenbegegnungsstätte im Rathaus der Mittelstadt ein. Die musikalische Umrahmung übernahm der MGV Josefstal. Für den Vorstand des St. Ingberter Verbandes steht zwar das Singen an erster Stelle, doch müsse man das Chorleben auch lebendig halten, wie Zeitz sagte. „Wir sind einer der aktivsten Verbände im Saarland, haben im vergangenen Jahr den Chorverbandstag ausgerichtet, ein Neujahrskonzert, den Tag des Liedes und das Konzert ,Chorgesang mal anders' organisiert“, so Zeitz, „das ist eben auch die Aufgabe im KCV, das man mit solchen Veranstaltungen seine Existenzberechtigung nachweist“. Im Verband seien nur noch 17 Chöre, auf die er sich bei seiner Arbeit aber jederzeit verlassen könne. Auch die Stadt greife dem Kreischorverband unter die Arme, indem sie ihm mit den Räumlichkeiten für die Konzerte eine Bühne biete. „Dieses lebendige Leben hat viele Väter“, weiß dessen Vorsitzender, der sich bei allen Unterstützern bedankte. Staatssekretär Roland Krämer, der die Glückwünsche zum Jubiläum im Namen des Schirmherrn Minister Reinhold Jost überbrachte, bediente sich einiger Zitate, um die Bedeutung der Musik (nicht nur) für die Chöre hervorzuheben. Über Wilhelm Busch und der Textzeile „Music was my first love“ aus dem gleichnamigen John Miles-Lied, „landete“ er bei Aristoteles, der einmal bemerkt hatte, dass „sich die Stimmung ändert, wenn man verschiedene Arten von Musik hört“. Heute sei die Musik wohl vielfältiger als zu Zeiten des griechischen Philosophen und der KCV zeige gerade beim Tag des Liedes, wie Musik das Leben bereichern könne und wer den Ton angebe.

„Auf diesen Geburtstag sind wir stolz, denn es ist nicht selbstverständlich, dass man so eine hohe Jahreszahl erreicht“, gratulierte Landrat Theophil Gallo, der selbst Chorsänger ist, „das waren schon einige Generationen an Sängern, die das alles mitgetragen haben“. Es sei wichtig, dass die Menschen in ihrer Freizeit zur Kultur beitragen, weil sie der stetigen Pflege bedarf. Auch deshalb wünschte er für die Zukunft an Zeitz gerichtet, „dass ihr gut bei Stimme bleibt“.

Vom Saarländischen Chorverband, in dem 392 Chöre Mitglied sind, war dessen Vorsitzende nach St. Ingbert gekommen. „Der KCV St. Ingbert ist der kleinste, aber auch der rührigste, den wir im Saarland haben“, lobte Marianne Hurth das Engagement, „er ist klein und fein, aber oho“. Es gebe in ihm auch junge Chöre, in denen Kindern und Jugendlichen Raum zum Singen gegeben werde, so dass man beim KCV optimistisch in die Zukunft schaue. Das sei längst nicht überall so.

Auch der Ortsvorsteher von St. Ingbert-Mitte kam zum Gratulieren. Über die 155 Jahre habe die Region gute und schlechte Zeiten gehabt. „Sie haben den Menschen aber immer gegeben, was sie brauchen, Freude und gute Laune. Musik weckt Emotionen und Erinnerungen“, beschrieb Ulli Meyer die Wirkung des Chorgesangs unabhängig von den äußeren Bedingungen, „da kommt eben mehr rüber als nur Töne.“






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