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In Besseringen tragen die Indianer Rosa

Besseringen
In Besseringen tragen die Indianer Rosa
Ute Keil
6. Februar 2017

Die Narren im Wilden saarländischen Westen ließen es zwischen den Tipis krachen. Hier bevorzugen die Cowboys Drahtesel.
Sie hatten auf der Ponter Rosa Ranch in Besseringen alles fest im Griff, Esther Schwarz und Johannes Schneider FOTO : WERNER KREWER
Sie hatten auf der Ponter Rosa Ranch in Besseringen alles fest im Griff, Esther Schwarz und Johannes Schneider FOTO : WERNER KREWER

Wilder Westen an der Saar: In Besseringen feierte die Vereinsgemeinschaft am Samstag ihre Fösend auf der „Ponter Rosa Ranch“. Dieser Name spielt darauf an, dass der Merziger Stadtteil früher aus zwei Teilen bestand, nämlich aus Ponten und Besseringen. Heute ist das Dorf nicht nur vereint, sondern auch vom Lkw-Verkehr befreit, denn die großen Planwagentrecks ziehen jetzt durch die Prärie, und die Einwohner können in ihren Tipis endlich ruhig schlafen.

Im Bürgerhaus war an diesem Abend jedoch von Schlaf keine Rede. Ein echter Indianer und ein temperamentvolles Cowgirl hielten das Publikum in Atem und moderierten eine Sitzung, die sich gewaschen hatte. Kein Wunder – besteht doch die Bütt aus einer echten Zinkwanne mit einem eingebauten Ständer und vielen, vielen Luftballons. Die Besseringer „Schengelcher“ eröffneten den Reigen mit einem Tanz, gefolgt von einer Garde des Tanzsportclubs Brotdorf-Giesingen, die mit Maike und Jennifer Jager zwei Deutsche Meister in ihren Reihen haben und das Publikum mit großartigen Leistungen verwöhnten.

Dann wurde es unheimlich: Das Lied vom Tod klang klagend durch die Halle, und auf einem Drahtesel ritt „The lonesome Cowboy“ herein, der sein hartes Los geklagte, denn es ist nicht leicht, als reinrassiger Macho von Weicheiern und Frauenverstehern umgeben zu sein. Wie es bei starken Männern so üblich ist, ging es in seiner Rede hauptsächlich um Sex, aber da er innerhalb der von der Frauengemeinschaft gesteckten Schmerzgrenze blieb, hatte er für den Rest des Abends gute Überlebenschancen.

Die entzückende Svetlana im biederen, leicht gammeligem Hausfrauenlook, mit Liebestöter und rutschenden Wollstrümpfen, pries am Handy ihre Reize an und offenbar war dies ein einträgliches Geschäft, denn im Verlauf der Sitzung kam sie noch einmal als Karrierefrau auf die Bühne.

Gewichtige Indianerfrauen führten einen Kriegstanz auf, der selbst gestandene Mannsbilder das Fürchten lehrte. Das Männerballett kam dagegen leichtfüßig auf „Chickenwings“ daher. Agnes hielt anschließend einen Vortrag über Land und Leute und vor allem ihren geliebten Errrwin (mit mindestens drei r).

Die Besseringer hatten weder Mühe noch Kosten gescheut, um ein tolles Programm auf die Beine zu stellen. Sogar Helene Fischer hatten sie engagiert, und so waren alle etwas atemlos, als sie nach vielen fröhlichen Stunden den Heimweg durch die Nacht antraten.

Zum Thema:

Die Akteure Moderation: Esther Schwarz und Johannes Schneider; Tänze: Kindergruppe Schengelcher“ Gardeformation des TSC Brotdorf- Giesingen, Ponter-Ladies, Chickenwings, Männerballett; Trainerinnen: Kerstin Werner, Margit Dillinger, Kim Robin Dillinger und Sandra Kreibig; in der Bütt: Petra Baumann, Johannes Schneider, Esther Schwarz und Andrea Winter.






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