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Neues Zuhause für Merzigs Rettungsdienst

Merzig
Neues Zuhause für Merzigs Rettungsdienst
Nina Drokur
27. März 2017

Nach 15 Monaten Bauzeit wurde die neue Rettungswache in der Trierer Straße eingeweiht.
Die neue DRK-Rettungswache in Merzig. Foto: Rolf Ruppenthal
Die neue DRK-Rettungswache in Merzig. Foto: Rolf Ruppenthal

Udo Recktenwald, Vorstandsvorsteher des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), wünschte den Mitarbeitern der neuen Rettungswache in Merzig gerade noch möglichst wenig Einsätze, da erklang wie aufs Stichwort das Piepen der Melder und die engagierten Einsatzkräfte spurteten zu einem der Einsatzwagen.

Nach 15 Monaten Bauzeit wurde am Freitag die neue Rettungswache in der Trierer Straße eingeweiht (die SZ berichtete kurz). „Bei 3000 Notfalleinsätzen, 1950 Notarzteinsätzen und 5160 Krankentransporten im Jahr, braucht es eine Rettungswache, die den modernen Ansprüchen genügt und auf dem neusten Stand der Technik ist“, betonte Recktenwald. Die bisher genutzten Gebäude in der Torstraße und am Landeskrankenhaus seien diesem Anspruch nicht mehr gerecht geworden. Laut dem stellvertretenden Pressesprecher des ZRF, Peter Lorenz, gehört zu der neuen modernen Einrichtung unter anderem eine Desinfektionshalle mit einer Hygieneschleuse, die es den Mitarbeitern nach einem entsprechenden Einsatz ermöglicht, die Kleidung zu wechseln und zu duschen. Die Anlagen am alten Standort seien völlig veraltet gewesen. Das größte Problem stellten nach seinen Worten die beengten Räume dar. „Insbesondere nachdem einer der Standorte geschlossen werden musste“, erläuterte Lorenz.

Auf den 3900 Quadratmetern sei jetzt genügend Platz für den zweigeteilten Garagentrakt, in dem die fünf Krankentransportwagen, zwei Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug stehen. Außerdem gebe es adäquate Aufenthalts- und Sozialräume für die 30 hauptamtlichen, 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie zwölf Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und die sieben Auszubildenden.

Möglich machte das nicht zuletzt auch die Stadt Merzig. Nach den Worten von Bürgermeister Marcus Hoffeld habe man zehn Jahre lang nach einem geeigneten Investor für das Gelände auf dem Innovationspark am SHG-Klinikum gesucht. „Die Rettungswache ist der Auftakt für den Gesundheitscampus“, sagte Hoffeld. Denn weitere Gebäude, wie eine Apotheke und ein Ärztehaus seien bereits geplant. Im April gebe es dazu nähere Informationen, kündigte der Bürgermeister an. Als Zeichen der Unterstützung überreichte er eine Uhr mit dem Logo der Kreisstadt.

1,85 Millionen Euro kostete die neue Rettungswache insgesamt und lag damit nach Informationen des ZRF genau im vorausberechneten Budget. Die Hälfte davon übernahmen die Krankenkassen. Den Rest teilten sich das Saarland und der Zweckverband. „Die fortschreitende Technik und eine Entwicklung, die nach vorne geht, sorgen für Investitionsbedarf“, sagte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Die Zusammenarbeit der Landkreise im Zweckverband ermöglichte aber erhebliche Kostenersparnisse bei dem nach ihren Worten längst überfälligen Bau. Die Wache in Merzig sei bereits die zweite neue Rettungswache im Landkreis nach Erbringen. „Ich bin mir nicht sicher, ob die beiden ohne die Zusammenarbeit im Zweckverband zustande gekommen wären“, betonte die Merzig-Waderner Landrätin Schlegel-Friedich.

Pfarrer Bernhard Weber und Pfarrer Hans-Lothar Hölscher, beide in der Notfallseelsorge aktiv, sprachen in ökumenischer Gemeinschaft die Segensworte. „Mitgehen, Zuwenden, Beistehen, Trösten, Perspektiven geben“ das sind gemäß den Worten der beiden Notfallseelsorger nicht nur die Aufgaben der Rettungskräfte, dazu verpflichtet die Nächstenliebe jedermann. Bei der Segnung wünschten sie den Mitarbeitern des DRK vor allem ein offenes Herz und ein offenes Ohr, viel Kraft und Ruhe. Im Anschluss fand die offizielle Schlüsselübergabe statt.

 

Zum Thema:

 

Das ist die Aufgabe des Rettungsdienstes Der Rettungsdienst als öffentliche Aufgabe der Daseinsfürsorge und Gesundheitsfürsorge ist im Saarland grundsätzlich Aufgabe der Landkreise. Um diese Aufgabe landesweit einheitlich zu erfüllen, wurde 1977 der Rettungszweckverband Saar (RZV) gegründet. Seit 2008 trägt er den Namen Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF). Er ist verantwortlich für die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der saarländischen Bevölkerung mit Notfallrettung und Krankentransport. Gesetzliche Grundlage für die Organisation und Finanzierung des Rettungsdienstes ist das Saarländische Rettungsdienstgesetz. Darin ist unter anderem festgehalten, dass die Standortverteilung der Rettungswachen so geplant werden soll, dass bei Notfällen die Einsatzkräfte in der Regel innerhalb von zwölf Minuten vor Ort sind.






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