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Wegwerfen war gestern: Im Mehrgenerationenhaus Bietzerberg wird miteinander und füreinander repariert

Wegwerfen war gestern
Im Mehrgenerationenhaus Bietzerberg wird miteinander und füreinander repariert
dst
21. Februar 2017

Manfred Klein
Manfred Klein

Das kennt man ja; der Föhn tut´s nicht mehr, das alte, liebgewonnene Radio gibt seit einigen Tagen komische Geräusche von sich, die Bohrmaschine bohrt nicht, der Aku-Schrauber schraubt nicht. Was tun? Wegwerfen, neu kaufen, fertig. Das war lange der übliche, der moderne Weg. Kann man machen, muss man aber nicht. Schon gar nicht mehr, wenn man in der Nähe der Gemeinden Bietzen, Harlingen und Menningen zuhause ist. Dort hat sich der Verein Bietzerberg miteinander füreinander das Motto „Wegwerfen? Denkste!“ auf die Fahnen geschrieben und ein Repair Café ins Leben gerufen.

 

Wegwerfen? Denkste!

„Wir haben Reparateure hier, die richtig fit sind“, verspricht der Vorsitzende Manfred Klein. „Diese Fachleute finden fast immer eine Lösung. Und die meisten, die hierher ins Café kommen, haben ja auch selbst handwerkliche Begabungen vorzuweisen.“

 

Im sogenannten Stützpunkt ihres Mehrgenerationendorfes, dem Alten Pfarrhaus, kommen Alt und Jung zusammen, um einmal im Monat an defekten Geräten, Fahrrädern und anderen „Sorgenkindern“ zu werkeln und sich ganz einfach auch mal auszutauschen. Bei Kaffee und Kuchen werden neue Freundschaften geschlossen, diskutiert, gestritten und gelacht und neue Pläne geschmiedet für die vielen Projekte, die der Verein mittlerweile im Angebot hat.

 

Das Alte Pfarrhaus als Stützpunkt des Vereins

„Als wir im August 2008 den Verein gründeten, war es uns wichtig, die Generationen zusammen zu bringen. Mit den verschiedensten Aktionen und Veranstaltungen“, erzählt Manfred Klein. „Unser Ziel, die Ressourcen und Potenziale zu nutzen, die in jedem Dorf vorhanden sind, war unser Grundprinzip. Wir haben das „Mehr Dorf“ genannt. Die Resonanz war überwältigend.“

 

Zunächst aber musste eine zentrale Anlaufstelle her. Als das alte Pfarrhaus 2009 zum Verkauf stand, griff die Stadt Merzig zu und überließ dem Verein per Nutzungsvertrag die nicht eben leichte Aufgabe, das alte Gebäude wieder in Schuss zu bringen und zu führen. Das gelang. In einer dreijährigen, intensiven Bau- und Renovierungsphase, mit höchstem ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder und durch die Auszeichnung des Bundesministeriums für Familie, die das Projekt zum „Leuchtturm“ erklärte. Das spülte Geld in die Kassen und ermöglichte es dem Verein, sein Vorhaben vom „Miteinander und Füreinander, wie es in den Großfamilien praktiziert wurde“, so Manfred Klein, zu verwirklichen.

 

Das Repair-Café als weiterer Baustein

Das Ziel, ältere Menschen mit jüngeren zusammen zu bringen, wird durch das Repair-Café um einen Baustein erweitert. Neben den vielen anderen Aktionen und Veranstaltungen, wie „Musik im Schuppen“, einem literarischen Stammtisch, dem Sozialruf „Helf dahemm“, dem Frühstückstreff und dem Handarbeitskreis „Flinke Nadel“ bietet das Repair-Café aber mehr als nur den Aspekt der generationenübergreifenden Dorfgemeinschaft. Hier geht es auch um Nachhaltigkeit. Die kennt keine Generationen, sondern „nur“ einen vernünftigen Umgang mit den Ressourcen und fördert das Nachdenken über unser Konsumverhalten. Und spätestens hier kann die jüngere Generation von der älteren lernen und Hilfestellung erhalten.

 

 

Zum Thema:

 

Auf einen Blick Das Mehrgenerationendorf Bietzen ist telefonisch erreichbar unter: (06861) 9 38 13 41 Im Internet gibt es jede Menge Informationen zu den Aktivitäten und den vielen Veranstaltungen: www.mehr-generationen-dorf.de Bürozeiten Sozialruf „Helf dahemm“: Mo. 14 – 17 Uhr, Di. 15 – 17 Uhr, Do. 9 – 12 Uhr Tel. (06861) 9 38 13 41 E-Mail: helf-dahemm@mehr- generationen-dorf.de




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