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„Großartiges geleistet“: VdK Besch in Saarbrücken mit Willkommenspreis des Saarlandes ausgezeichnet

Besch
„Großartiges geleistet“
VdK Besch in Saarbrücken mit Willkommenspreis des Saarlandes ausgezeichnet
red
10. Dezember 2016

Seit dem Jahr 2014 kümmert sich der VdK Besch um Flüchtlinge – dafür ist der Ortsverband des größten saarländischen Sozialverbandes am Donnerstagabend mit dem Willkommenspreis des Saarlandes ausgezeichnet worden.
Klaus Marx (von links), Marion Cheshire, Karl Fuchs, Carla Goedert, Pia Hahn und Günter Leuck mit Sozialministerin Monika Bachmann in der Staatskanzlei in Saarbrücken bei der Verleihung des Willkommenspreises 2016 an den VdK Besch. Foto: Becker&Bredel/VdK
Klaus Marx (von links), Marion Cheshire, Karl Fuchs, Carla Goedert, Pia Hahn und Günter Leuck mit Sozialministerin Monika Bachmann in der Staatskanzlei in Saarbrücken bei der Verleihung des Willkommenspreises 2016 an den VdK Besch. Foto: Becker&Bredel/VdK

Günter Leuck, Vorsitzender des VdK Besch, nahm den Preis in der Staatskanzlei zusammen mit ehrenamtlichen Helfern von Monika Bachmann, Sozialministerin und Integrationsbeauftragte, entgegen. Der VdK Besch habe vom ersten Tag der Ankunft an Kontakt mit den Geflüchteten gesucht, sie regelmäßig besucht, bei Behördengängen begleitet, ihnen Hilfe, Orientierung und Beratung und somit eine Rundumbetreuung geboten, sagte Bachmann.

 

Leitlinie: soziale Gerechtigkeit

Die Arbeit des Sozialverbandes, dessen Leitlinie die soziale Gerechtigkeit sei, ziele darauf ab, die Bevölkerung mitzunehmen und Neiddebatten zu verhindern, unterstrich Bachmann, die zudem das ehrenamtliche Engagement als wichtiges Ziel des Verbandes hervorhob. VdK-Landesvorsitzende Armin Lang lobte das große Engagement und die Hilfsbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer um den VdK Besch. „Günter Leuck und seine Helfer haben Großartiges geleistet. Dank ihres Einsatzes konnte zahlreichen Familien und traumatisierten jungen Flüchtlingen schnell geholfen werden. Ohne diese Hilfe hätte die Integration der Geflüchteten in Perl nicht so reibungslos funktioniert.“ Der Willkommenspreis, der 2012 ins Leben gerufen wurde, ist mit 4800 Euro dotiert. Er würdigt Initiativen, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen und die die Willkommenskultur und das Miteinander zwischen Einheimischen und Migranten fördern.

 

26 Vereine hatten sich beworben, sechs davon wurden von einer siebenköpfigen Jury ausgezeichnet. Der erste Preis, der an den Fußballverein Blau-Weiß Gonnesweiler ging, ist mit 1000 Euro dotiert. Die vier Zweitplatzierten, darunter der VdK Besch, erhalten 750 Euro, zudem wurde ein Sonderpreis verliehen. Rund 45 ehrenamtliche Helfer unterstützen Leuck bei der Betreuung von derzeit 89 Flüchtlingen in der Gemeinde Perl. Neben Behördengängen und Hilfe im Alltag betreibt die „Wohlfahrtspflege Flüchtlingshilfe“ eine Außenstelle der Merziger Tafel, die regelmäßig Lebensmittel nach Perl liefert, und eine Kleiderkammer. Beide Angebote richten sich nicht nur an Geflüchtete, sondern auch an Saarländer in Not. Das Engagement aus Besch geht dabei weit über Besch und Perl hinaus – zeitweise wurden auch Flüchtlinge in Mettlach oder Orscholz betreut.

 

Gut eingearbeitet

Leuck startete seine Flüchtlingshilfe im Dezember 2014 – noch weit vor der großen Flüchtlingswelle im Sommer 2015. Davor war er einige Monate als Einzelkämpfer im Saarland unterwegs gewesen. Im Oktober hatte der 57-Jährige Kleider nach Besseringen gebracht, wo geflüchtete Jugendliche im ehemaligen VdK-Haus Sonnenwald untergebracht worden waren. „Die Jungs hatten gar nichts. Darum habe ich angefangen, für sie zu sammeln“, sagt Leuck. Im Internet und über die Medien rief er zu Kleiderspenden auf. Kleidung für Mädchen oder Erwachsene und Haushaltswaren brachte er direkt in die Landesaufnahmestelle in Lebach. „Als im Sommer immer mehr Flüchtlinge kamen, waren wir bereits gut eingearbeitet“, erinnert sich Leuck.

 

 

60 ehrenamtliche Helfer

Bis zu 60 Ehrenamtliche unterstützen Leuck zeitweise beim Empfang von Flüchtlingen aus Syrien oder Eritrea sowohl in Perl als auch in Mettlach – die Bürokratie ist dabei die größte Hürde. Die Hilfe umfasst viele Bereiche: die Anmeldung in Schulen und Kitas, das Organisieren von Deutschkursen, die Begleitung bei Arztbesuchen sowie zu Behördengängen nach Lebach mit dem eigenen Auto und vor allem das Bearbeiten von Anträgen für Sozialhilfe, Kinder- und Elterngeld. Seit April unterstützt die Grundschullehrerin Pia Hahn die Flüchtlingshilfe mit Deutsch-Kursen. Zunächst betreute sie vier junge Männer aus Syrien. „Mir wurde unglaublich viel Dankbarkeit entgegengebracht“, erinnert sie sich. Wenn es um Hilfe bei Formularen und Behördenbriefen geht, sei Leuck gefragt. „Die Flüchtlinge machen dann ein Foto von dem Brief und schicken es ihm, denn er hat sich so gut eingearbeitet, dass er weiß, was zu tun ist“, sagt Hahn. Ohne die vielen Helfer sei die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen gewesen, ist sie überzeugt.





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