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Mit dem ICE durch den Garten: Bei den Modellbahnfreunden Heiligenwald feilen Vater und Sohn gemeinsam am Gleisverkehr der „Saarlandbahn“

Mit dem ICE durch den Garten
Bei den Modellbahnfreunden Heiligenwald feilen Vater und Sohn gemeinsam am Gleisverkehr der „Saarlandbahn“
David Benedyczuk
21. Februar 2017

Vater Gerhard Neis (links) mit Sohn Andre in einem teilweise noch vom Schnee bedeckten Streckenabschnitt ihrer Gartenbahn in Heiligenwald. Auf rund 200 Quadratmetern gibt es im Neis'schen Garten allerhand zu entdecken. Die Liebe zum Detail ist dabei unübersehbar. Foto: David Benedyczuk
Vater Gerhard Neis (links) mit Sohn Andre in einem teilweise noch vom Schnee bedeckten Streckenabschnitt ihrer Gartenbahn in Heiligenwald. Auf rund 200 Quadratmetern gibt es im Neis'schen Garten allerhand zu entdecken. Die Liebe zum Detail ist dabei unübersehbar. Foto: David Benedyczuk

Bereits Ende der 80er Jahre starteten Gerhard Neis und Sohn Andre ein Projekt, das auch fast 30 Jahre später noch auf die endgültige Vollendung wartet. Damals war der Traum von einer Modelleisenbahnstrecke im eigenen Garten in Bosen recht schnell zum Erliegen gekommen: „Der Boden in Bosen hat uns damals einen Strich durch die Rechnung gemacht – und den Gedanken vorerst eingefroren“, erinnert sich Neis Senior (68) an die beschwerlichen Anfänge im Norden des Saarlandes.

 

Wohnhaus musste für „Saarlandbahn“ weichen

Es folgte der Umzug nach Heiligenwald, wo sogar eines der beiden Wohnhäuser dem Bahnprojekt weichen musste. Nach dem Abriss und der Einebnung kam es 1990 zur ersten Gleisverlegung im neuen Neis'schen Garten. Auf Holzfundamenten, die allerdings zu faulen begannen. „Alles, was damals aufgebaut wurde, mussten wir wieder abreißen“, erinnert sich der 31-jährige Andre, der damals noch ein kleiner Junge war. Nach einem Versuch mit Kunststoff, der sich aber bei Hitze stark ausdehnte, musste schließlich der gute alte Beton herhalten. Auf diesem Fundament legten die Modellbahnfreunde Heiligenwald eine der größten privaten Gartenbahnen im Saarland an.

 

In ihr Projekt haben Vater und Sohn seitdem viel investiert – nicht nur etliche Arbeitsstunden. „Alleine finanziell war von Anfang an klar, dass das Projekt auf viele Jahre ausgelegt ist“, verrät Andre. Tausende Euro stecken bisher in der „Saarlandbahn“. „Wir haben diesen Namen früh gewählt. Uns hat damals sogar jemand kontaktiert, der uns für Verantwortliche bei der Umsetzung der richtigen Saarbahn hielt“, gerät Vater Neis ein wenig ins Schmunzeln. Ein Blick in den Garten verrät: Der große Aufwand hat sich gelohnt. Abstell-, Güter- und Rangierbahnhof, Stellwerk, Wohnhäuser, Bauernhof, eine Burg, ein langer Tunnel und, und und – die Gartenbahn gibt ein beeindruckendes Bild ab.

„Die meisten Bahnen fahren einfach nur im Kreis. Wir wollten das Ganze doch detailgetreuer anlegen“, sagt Andre, während er den Blick stolz umherschweifen lässt. „Wir haben sogar Lautsprecher im Hotel, können Musik abspielen“, verrät Gerhard Neis. Viele freie Stellen tun sich neben der Strecke, auf der der Zugverkehr witterungsbedingt noch ruht, nicht mehr auf. Doch in der Werkstatt steht schon der Rohbau für das geplante Feuerwehrgebäude, das bald seinen vorgesehenen Platz einnehmen soll. „Im Sommer ist es so weit“, sagt Andre, woraufhin sein Vater nur ungläubig den Kopf schüttelt und sagt: „Nee, das dauert bestimmt bis zum Winter, bis wir das fertig haben.“ Denn wie fast alle Gebäude entlang der Gleise wird auch die Heimat der Brandschützer in aufwändiger Eigenregie konstruiert. Ein Rathaus soll folgen – und selbst danach steht weiter viel auf dem Plan. „Ich muss wohl mindestens 100 werden, damit wir alles fertig kriegen“, sagt Neis und grinst.

 

Hobby als Ausgleich zur Arbeit im Büro

Vor seinem Rentnerdasein war das Hobby für ihn auch „ein guter Ausgleich zum sturen Büffeln im Büro“. Das sieht bei Andre, der ebenfalls in einem Büro arbeitet, genauso aus. „Obendrein ist es ein sehr vielseitiges und lehrreiches Hobby. Elektriker, Maurer, Schreiner, Gartenbau, etc. – viele Bereiche spielen hier mit rein“, betonen Vater und Sohn gelichzeitig. Beide freuen sich schon jetzt darauf, ihrem Schmuckstück im Frühjahr wieder neues Leben einzuhauchen. Dann geht die „Saarlandbahn“ im Neis'schen Garten wieder auf große Fahrt.

 

 

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Auf einen Blick Hinter den Modellbahnfreunden Heiligenwald verbirgt sich eine private Initiative des 68-jährigen Gerhard Neis und seines 31-jährigen Sohnes Andre. Abgesehen vom immensen Einsatz, den beide bei der Umsetzung ihrer Modellbahn im heimischen Garten über Jahre bereits an den Tag gelegt haben, hat sich das Duo auch bei der Gestaltung seiner Webseite große Mühe gegeben. Unter www.mbf-heiligenwald.de finden Interessierte alle möglichen Informationen zur rund 200 m² großen Privatbahn im Neis'schen Garten.




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