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Comedy-Abend des Turnverein Heiligenwald e.V. 1885

Comedy-Abend des Turnverein Heiligenwald 1885 e.V.
Turnverein Heiligenwald e.V. 1885
10. September 2018

"Gelacht hotte mir schnell…unn vill unn zwar de ganze Omend!"

Viele Neugierige und eingefleischte Fans zog es am Comedy-Abend des TV-Heiligenwald in die Jahnturnhalle. Am Samstag, den 08. September, starteten Jürgen Brill und Uli Schu – oder vielmehr bekannt unter dem Namen Langhals und Dickkopp – pünktlich um 19:30 Uhr mit ihrem Programm.

Noch keine Minute war vergangen, da hatte das Duo die Lacher schon auf seiner Seite. Das Publikum war bunt gemischt: von Leuten im „Häuslebau“-Alter bis zu denjenigen, die „höchstens noch abbauen“, war alles querbeet vertreten.


Das eingespielte urkomische Team gestaltete den Abend sehr abwechslungsreich; variierte zwischen amüsanten („klooren“) Dialogen und unterhaltsamen Liedern. Begleitet wurden die musikalischen Beiträge von ihrer Band The Biegels. Die Band machte ihrem Namen alle Ehre. Sie zeigten sich wie immer als „Meister der hohen Liedkunst“; und all das in ihrer unverwechselbaren Muttersprache, dem (fast) unverständlichen Mäbinger Platt.
Dem Hedwisch seine Buwen – Zwenn und Olli – mit Maldersch Uwe und Maiersch Frank sowie der Sohn der Eismännjesfrau aus Alsweiler, Francesco Böffel, spielten eigene Werke verbalakrobatischen Charakters und Hits der 70er im saarländischen Original.

Dabei ließen sie die amerikanischen Versionen von Simon & Garfunkel ziemlich alt aussehen. „Mrs. Robinson“ konnte nicht mit dem in Heiligenwald präsentierten Stück „Hör mir mol zu Fräulein Recktenwald, keiner schmiss die Kreid‘ so hart wie dou“ mithalten, welches einer ehemaligen Vertretungslehrerin gewidmet war. Dabei bezogen sie den ganzen Abend über das Publikum mit ein, sodass die Gäste auch die abgewandelte Ausführung von „Griechischer Wein“ („…geht direkt ins Blutt unn du bisch voll wie e Schwein…“) aus vollem Halse mitsingen konnten. Zahlreiche Lieder präsentierte die Band immer wieder zwischendurch gespickt mit lustigen Anekdoten und Geschichten z.B. über die Entstehung des Bandnamens.


Als vergnügliche Ergänzung trat ebenfalls der bekannte Scherer Erwin von der SchEP (Scherer Erwin Partei) auf. Die beiden Comedy-Acts wechselten sich zwischendurch ab, traten aber auch gemeinsam auf. Mit der Parodie von „Yesterday“ (The Beatles) beklagte sich der Scherer Erwin beispielsweise über sein Alter, indem er es besang: „Jesses näh, mir dut mei Kreiz so weh!“. In seiner politischen Ansprache plädierte er dafür, das Saarland sollte zukünftig nur noch für positive Vergleiche herangezogen. Demnach müssten Formulierungen wie „Bei einem Waldbrand wurde eine Fläche von der Größe des Saarlandes vernichtet“ ersetzt werden durch treffendere Aussagen wie „Mach mir mol e warmer Fleischkäsweck… Mit einer Scheib‘ von der Größe des Saarlandes!“. Seine politische Rede konzentrierte sich auf die wirklich wichtigen Dinge; Hauptaussage war, dass die Saarländer selbstbewusster werden müssten.

Dieser Erwin wird es noch weit bringen. So ist es nicht auszuschließen, dass die SchEP die Interessen des schönsten Bundeslands der Welt bald auch in Berlin vertreten könnte. Vielleicht kandidiert der Scherer Erwin aber auch in drei Jahren als nächster Kanzler, wer weiß… Reden schwingen, den Nerv der Zeit treffen und das ansprechen, was die Menschen am meisten umtreibt, kann er schon mal.


Eins ist klar: dieser Abend war unvergesslich. In der Pause waren die Gäste schon vollauf begeistert. Die gute Laune wurde zusätzlich durch ein leckeres Speisen- und Getränkeangebot gehoben. Angepasst an das saarländische Bühnenprogramm kam auch die regionale Esskultur nicht zu kurz: Die Küche der Gaststätte der Jahnturnhalle versorgte die Besucher mit hausgemachter Lyonerpfanne und einigen anderen kleinen Gaumenfreuden.


Nach der Pause wurde die Stimmung weiter angeheizt. Ordentlich gesättigt kam das Publikum nun so richtig in Fahrt und lachte stets ausgelassen mit. Der Applaus zum Ende des Abends war tosend und sofort wurden Rufe nach einer Zugabe laut. Krönender Abschluss war eine Hommage an die katastrophale Verkehrssituation in Marpingen. „The Kreizung“ erinnerte an Simon & Garfunkels „The Boxer“; das Duo hatte sich damals wohl die Songs der Biegels angehört.

Leider war der unterhaltsame Samstagabend um 22:30 Uhr programmtechnisch schon zu Ende. Der ein oder andere blieb noch zu einem Umtrunk und man tauschte sich über die Darbietungen aus. Alle Gäste waren maßlos begeistert. Die Veranstaltung hatte alle Überwartungen übertroffen und jeder ging noch mit einem Schmunzeln oder einem breiten Grinsen im Gesicht nach Hause.


Ein großer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, den Organisatoren sowie natürlich den Darstellern, die den weiten Weg nach „Hollywood“ (zu Deutsch: Heiligenwald; auf saarländisch: Helljewald) auf sich genommen haben, wo sie doch sonst anstatt „uff de Helljewald“ höchstens „üwwer Helljewald“ fahren. Langhals & Dickkopp, The Biegels sowie der Scherer Erwin sind auch zukünftig herzlich Willkommen in Heiligenwald und selbstverständlich auch beim TVH.






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