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Sie bewahren bergmännisches Musikgut: Bergkapelle Saar und Saarknappenchor haben am Standort Reden eine neue Heimat gefunden

Schiffweiler
Sie bewahren bergmännisches Musikgut
Bergkapelle Saar und Saarknappenchor haben am Standort Reden eine neue Heimat gefunden
Andreas Detemple
7. September 2016

Neben dem Konzertsaal in der ehemaligen Lampenstube des Bergwerks Reden und dem Verlesesaal haben Bergkapelle und Saarknappenchor in Reden auch einen neuen Proberaum. Ein Konzert stellte die gute Akustik des Saales unter Beweis.
Gut besucht war die Auftaktmatinee der Bergkapelle Saar unter der Leitung von Bernhard Stopp im neuen Konzertraum der ehemaligen Lampenstube des Bergwerks Reden. Foto: Andreas Detemple
Gut besucht war die Auftaktmatinee der Bergkapelle Saar unter der Leitung von Bernhard Stopp im neuen Konzertraum der ehemaligen Lampenstube des Bergwerks Reden. Foto: Andreas Detemple
. Zurück zu seinen historischen Wurzeln hieß es am Sonntagmorgen für den ehemaligen Verlesesaal des Bergwerkes Reden. Dort, wo einst das Einfahrtsgebet für über 3000 Bergleute gesprochen wurde, haben die Bergkapelle Saar und der Saarknappenchor eine neue Heimat gefunden. ,,Darüber sind wir natürlich sehr froh“, sagte am Sonntagmorgen Bernhard Stopp, Dirigent und Leiter der Bergkapelle Saar, um im Anschluss bei einem großartigen Konzert der Bergkapelle auch die großartige Akustik des neuen Konzertsaales zu demonstrieren. Mit Unterstützung der Landesregierung, der Bergbaustiftung und der LEG Saar wurde der Saal komplett neu mit akustischen Deckenelementen ausgestattet.

So gestaltete sich schon der Konzertauftakt mit dem traditionellen „Glück auf, der Steiger kommt“ zu einem ungetrübten Klangerlebnis. Nach der Schließung des letzten Bergwerkes an der Saar 2012 und der Schließung der letzten Bergwerke an der Ruhr und in Ibbenbüren unterhält die RAG seit diesem Jahr keine werkseigenen Klangkörper mehr. Zur Bewahrung des kulturellen Bergbauerbes haben die RAG Stiftung, die RAG und die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie die Vereine Bergmusik an der Saar und Ruhrkohle Musik gegründet.

,,Zweck unseres Vereines ist die Förderung, Erhaltung und Pflege der bergmännischen Kultur, insbesondere die Unterhaltung der Klangkörper Bergkapelle Saar und Saarknappenchor“, informierte Hans Georg Schmitt, Vorsitzender des Vereines zur Konzerteröffnung im Beisein einer Vielzahl geladener Gäste aus Politik und Wirtschaft. Einzig Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer musste sich kurzfristig krankheitsbedingt entschuldigen. ,,Aber auch ihr gebührt unser Dank, dass sowohl Bergkapelle wie Saarknappenchor ihren Beitrag zur Aufwertung des Standortes Reden leisten können“, so Hans Georg Schmitt. Neben dem Konzertsaal in der ehemaligen Lampenstube und dem Verlesesaal hat man den beiden Formationen auch einen neuen Proberaum hergerichtet und zur Verfügung gestellt. Diesen konnten die Besucher im Rahmen der Veranstaltung ebenfalls begutachten.

Mit Franz von Suppés Ouvertüre zur komischen Oper „Die leichte Kavallerie“, James Barnes „Symphonic Ouverture“, Ambroise Thomas „Raymond Ouvertüre“ unterstrich die Bergkapelle Saar ihre musikalische Ausnahmestellung und sorgte mit dem „Steigermarsch“, arrangiert von Hans Gerd Klesen, für ein fulminantes Finale. ,,Das war ein absolutes Konzert-Highlight“, wertete Landrat Sören Meng – eine Einschätzung, der sich auch Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs gerne anschloss: ,,Musikalisch auf absolut höchstem Niveau. Wir sind sehr stolz, dass wir mit dem Erlebnisort Reden zur Erhaltung des bergmännischen Musikgutes beitragen können.“

Somit sind auch nach der Beendigung des Saarbergbaus Bergkapelle und Saarknappenchor im Saarland weiterhin präsent. ,,Und stehen somit auch weiterhin kostenlos für wohltätige Zwecke zur Verfügung“, erklärte Hans Georg Schmitt. ,,Es wäre beiden Klangkörpern eine Freude, wenn die saarländischen Kommunen und Institutionen diesbezüglich bei uns anfragen würden.“

Für die kulinarische Umrahmung der Veranstaltung sorgte die IGBCE-Ortsgruppe Schiffweiler, wobei man sich diesbezüglich von den saarländischen Wurzeln trennte. Statt saarländischem Schwenker oder Dibbelappes gab es zur Verköstigung auf Wunsch der Bergkapelle diesmal eine original „Ruhrpott-Currywurst“.





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