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Himmel und Hölle zugleich: 800 Teilnehmer beim fünften Hartfüssler-Trail trotzen den tropischen Bedingungen

Saarbrücken
Himmel und Hölle zugleich
800 Teilnehmer beim fünften Hartfüssler-Trail trotzen den tropischen Bedingungen
Mirko Reuther
31. August 2016

„Jedes Mal, wenn du aus dem Wald in die Sonne kommst, fühlst du dich, als würde dir die Energie aus den Knochen gesaugt“, fasste Sieger Vlad Ixel die Bedingungen des Hartfüssler-Trails zusammen.
800 Teilnehmer machten den Hartfüssler-Trail wieder zu einem ausgebuchten Lauf.
800 Teilnehmer machten den Hartfüssler-Trail wieder zu einem ausgebuchten Lauf.
Unbarmherzig brennt die Sonne mit 38 Grad Celsius auf das ehemalige Grubengelände in Saarbrücken von der Heydt. Die Luft steht. Es sind Bedingungen, bei denen für manchen selbst der Weg ins örtliche Freibad eine schweißtreibende Anstrengung ist. Trotzdem nahmen an diesem Sonntag fast 800 Sportler an einem der härtesten Läufe im Saarland teil. Der fünfte RAG-Hartfüssler-Trail führte die Teilnehmer über alte Bergmannspfade über die Halden in Püttlingen, Göttelborn, Brefeld und Saarbrücken.

 

Hartfüssler – der Name ist kein Marketing, er ist Programm. „Denkt an Mütze und Sonnenschutz – auf den Halden wird es die Hölle“, hatte der veranstaltende Hartfüssler-Trail e.V. auf seiner Internetseite gewarnt. Trotzdem kamen die Teilnehmer aus ganz Deutschland, um dabei zu sein. Vlad Ixel, Sieger über die Langdistanz von 58 Kilometern, reiste sogar aus Hongkong an. Aber selbst dem erfahrenen Ukrainer, der schon oft sogenannte Ultrathons über 100 Kilometer gelaufen ist, machten die Bedingungen zu schaffen.

 

„Jedes Mal, wenn du aus dem Wald in die Sonne kommst, fühlst du dich, als würde dir die Energie aus den Knochen gesaugt. Ich bemitleide jeden, der noch da draußen auf der Strecke ist“, sagte Ixel, der nach 5:16:08 Stunden im Ziel ankam. Für den Hartfüssler-Trail hatte der 29-Jährige nur Lob übrig. Organisation und Streckenmarkierungen seien top, die Aussicht von den Halden „herrlich“, sagte Ixel, der im Ziel geduldig auf seine deutsche Freundin wartete, die ebenfalls teilnahm.

 

Die Faszination der Veranstaltung, deren 800 Startplätze bereits Mitte August vergeben waren, erklärt Hendrik Dörr vom Hartfüssler-Trail e.V.: „Wir verbinden das saarländische Bergbauerbe mit der Natur und dem Laufen. Der Weg führt über die Halden vorbei an Bergwerken und durch den Urwald vor den Toren der Stadt. Das ist eine besondere Mischung. So hat unser Lauf einen gewissen Kultstatus erreicht.“ Das Besondere macht auch die außergewöhnliche Verköstigung aus. Diesmal wurden saarländische Spezialitäten wie Schwenkbraten, Dibbelabbes, Flammkuchen oder Wildschweinsalami aus dem Saarkohlewald an den Verpflegungsstationen gereicht.

 

Manche Teilnehmer kamen aber nicht mehr in den Genuss der kulinarischen Köstlichkeiten. „Einige Läufer sind mit der Hitze nicht zurechtgekommen. Sie haben das Rennen vernünftigerweise abgebrochen. Wir haben sie dann abgeholt“, sagte Dörr: „Die Strecke führt über Stock und Stein, man muss ständig aufpassen, wo man hintritt. Das ist eine ganz andere Geschichte als ein normaler Marathon. Die 58 Kilometer-Läufer sind aber in der Regel so erfahren, dass sie wissen, was sie sich zumuten.“

 

Das wusste auch Sebastian Meiser. Der Quierschieder war im Vorjahr noch über die Langdistanz gestartet, nahm dieses Mal nach Bandscheibenproblemen aber über am 14-Kilometer-Lauf teil. „Wenn einen das Laufen erstmal so richtig gepackt hat, lässt es einen nicht mehr los. Dann ist so ein Rennen auch keine Quälerei mehr, selbst wenn die Temperaturen dich wie heute ans Limit bringen“, sagte Meiser – und ärgerte sich kaum, dass er in der letzten Kurve noch von zwei Läufern überholt worden war und das Rennen auf dem vierten Platz beendete. „Es läuft eben nicht immer alles so, wie man will“, sagte der 28-Jährige. Für die meisten Sportler stand aber ohnehin nicht der Kampf gegen die eigene Bestzeit, sondern gegen die Elemente im Vordergrund. „Wer bei dieser Hitze die Ziellinie überschreitet, der soll einfach nur stolz auf sich sein“, sagte Dörr.

 

Zum Thema:

 

Auf Einen Blick Die Ergebnisse des 5. Hartfüssler-Trails: 58 Kilometer: Männer: 1. Vlad Ixel (The North Face) 5:16:08 Stunden; 2. Dieter Ulbricht (laufkultur.de) 5:57:59; 3. Peter Magyar (ohne Verein) 6:25:22. Frauen: 1. Pamela Veith (TSV Kusterdingen) 5:58:00; 2. Tatiana Quesada (CAEG Luxemburg) 6:29:34; 3. Birthe Hilmes (LG Meulenwald) 6:32:36. 30 Kilometer: Männer: 1. Timo Schmidt (ohne Verein) 2:34:17 Stunden; 2. Fabian Grill (LTF Theeltal) 2:37:27; 3. Steven Gaborieau (Running Team Grafenberg) 2:40:45. Frauen: 1. Monika Wozna (Running Team Grafenberg) 2:50:11; 2. Josefine Lißner (Uni Stuttgart) 2:52:33; 3. Yasmine Jacobi (Recup Runners) 3:16:38 14 Kilometer: Männer: 1. Mensur Suetan (LAG Saarbrücken) 1:00:02 Stunden; 2. Jonas Held (ohne Verein) 1:00:56; 3. Jonas Klasen (LT SV Sitterswald) 1:01:33. Frauen: 1. Claudia Seel (TV Kirkel) 1:09:27; 2. Angela Schmitz (ohne Verein) 1:12:49; 3. Martina Honecker (LAG Saarbrücken) 1:13:36. 7 Kilometer: Männer: 1. Michael Kitzhöfer (ohne Verein) 34:52 Minuten ; 2. Fridjof Gebhardt (ohne Verein) 38:25; 3. Florian Seel (TV Kirkel) 40:03. Frauen: 1. Hannah Seel (LC Rehlingen) 35:16; 2. Kira Martin (ohne Verein) 43:02; 3. Anna Große (LT SV Sitterswald) 46:02. mire





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