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„Willkommen hier aus vollem Herzen“: Awo lud syrische Flüchtlinge zur Weihnachtsfeier in die Begegnungsstätte

St Arnual
„Willkommen hier aus vollem Herzen“
Awo lud syrische Flüchtlinge zur Weihnachtsfeier in die Begegnungsstätte
Andreas Lang
21. Dezember 2016

Auch in Syrien ist der Brauch bekannt, sich zu Weihnachten einen geschmückten Baum in die Wohnung zu stellen. Das erfuhren die Daarler Gastgeber von ihren syrischen Gästen bei der Weihnachtsfeier in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo).
Die Arbeiterwohlfahrt St. Arnual hatte syrische Flüchtlinge aus dem Stadtteil zur Weihnachtsfeier eingeladen. Gastgeberin war die Vorsitzende Gisela Maas-Dick (stehend). Foto: Andreas Lang
Die Arbeiterwohlfahrt St. Arnual hatte syrische Flüchtlinge aus dem Stadtteil zur Weihnachtsfeier eingeladen. Gastgeberin war die Vorsitzende Gisela Maas-Dick (stehend). Foto: Andreas Lang

Verunsichert warten die Gastgeber auf ihre Gäste. „Wo bleiben sie denn nur?“, fragt Gisela Maas-Dick mehrfach. Gut ein Dutzend Flüchtlinge aus Syrien, die unweit der Awo-Begegnungsstätte in der St. Arnualer Scharnhosthalle vorübergehend ein Zuhause gefunden haben, erwartet sie. Denn sie hat als Vorsitzende der Daarler Arbeiterwohlfahrt zur gemeinsamen Weihnachtsfeier eingeladen. Doch auch nach dem „akademischen Viertel“ ist von den Besuchern noch nichts zu sehen. „Mit der Uhr nehmen sie es nicht so genau“, schmunzelt Stefan Brand, der für die Arbeitsgemeinschaft der Daarler Vereine gekommen ist.

Maas-Dick ruft zur Sicherheit bei Flüchtlingsbegleiterin Anette Adam-Huffer an, wenig später Entwarnung: „Sie kommen gleich.“ Tatsächlich schwingt Minuten später die Tür auf, die Gäste sind da. Zwar nur halb so viele wie angekündigt, doch das stört nicht weiter. „Wir möchten Ihnen heute zeigen, wie wir Weihnachten feiern“, sagt Maas-Dick, die sogleich ein erstes Gedicht vorträgt: „Willkommen hier aus vollem Herzen, willkommen hier zum Fest der Kerzen.“

Bereits im lockeren Gespräch beantwortet sie erste Fragen der Gäste – etwa die, was die Awo eigentlich macht: „Zum Beispiel unsere Kaffeenachmittage, dazu ist mittwochs stets jeder willkommen.“

Auch was es mit dem Christstollen auf sich hat, der aufgeschnitten zum Zugreifen auf Tellern ausgelegt ist: „Das ist ein spezieller Kuchen, die besondere Form soll das Jesuskind in der Krippe darstellen.“

Bald sind die Gespräche voll im Gange. „Bis vor fünf Jahren hatte ich in Syrien auch regelmäßig einen Weihnachtsbaum“, sagt einer der Gäste. Ein anderer klagt von seinen Problemen bei der Wohnungssuche. „Da müsste doch was zu machen sein“, meinen die beiden Kommunalpolitiker am Tisch. Neben Stefan Brand (CDU) ist das Sozialdemokratin Elfriede Nikodemus.

Wer wann und wie die benachbarte Sporthalle nutzen kann, ist ebenfalls ein Thema. Und dann kommt der Nikolaus. Dieter Gesang, der stellvertretende Awo-Vorsitzende, schlüpft in dessen Rolle und entpuppt sich als wahrer Experte. „Von vielen Sagen um den Heiligen Nikolaus habe ich die um die Kornvermehrung auf einem Schiff ausgewählt. Wenn die syrischen Gäste auch den sagenhaften Bischof nicht kennen, könnten sie die Region Myra in der Türkei kennen, wo St. Nikolaus gewirkt hat.“






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