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Lernen von den Profis: Zweitliga-Spieler der HG Saarlouis zu Gast an der Grundschule Ensdorf

Ensdorf
Lernen von den Profis
Zweitliga-Spieler der HG Saarlouis zu Gast an der Grundschule Ensdorf
Roland Schmidt
13. Dezember 2016

Handball steht auf dem Lehrplan, wenn Trainer-Urgestein Willibald Lay die Schülerinnen und Schüler in die Ensdorfer Schulturnhalle bittet. Zweitliga-Profis der HG Saarlouis kommen dem 79 Jahre alten Rodener neuerdings zu Hilfe.
Jerome Müller (vorne rechts) und Ibai Meoki von der HG Saarlouis trainieren mit Kindern an der Grundschule Ensdorf. Foto: Ruppenthal
Jerome Müller (vorne rechts) und Ibai Meoki von der HG Saarlouis trainieren mit Kindern an der Grundschule Ensdorf. Foto: Ruppenthal

Der Wurf ist echt gut platziert, aber Hiranur hat die Ecke wohl geahnt. Reflexartig reißt die Drittklässlerin die Arme hoch und lenkt den Ball mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbei. Gehalten, Tor verhindert. Für diese Glanzparade bekommt das neun Jahre alte Mädchen Applaus von den Mitschülern.

Auch Jerome Müller und Ibai Meoki sind begeistert. Die Profis der HG Saarlouis sind heute in der Grundschule Ensdorf zu Gast und spielen mit den Kids Handball. Willibald Lay hat den Torjäger und den Spielmacher des Handball-Zweitligisten an diesem Morgen in der Schulturnhalle im Schlepptau.

Seit vielen Jahren macht der 79 Jahre alte Trainerfuchs vom HG-Trägerverein DJK Roden in den Grundschulen der Region Werbung für das rasante Mannschaftsspiel, rekrutiert Nachwuchs und punktet bei den Kids mit Witz und Kreativität – in seinem etwas anderen Unterricht. So sind die erwähnten „Pfosten“ eigentlich zwei senkrecht auf die Wand geklebte Stoffstreifen. Die „Querlatte“ ist aus gleichem Material – fertig ist das Tor.

„Es macht mir großen Spaß, mit den Kindern zu arbeiten. Ich mache das ja schon etwas länger. Die Profis sind erstmals dabei und kommen prima an. An diesem Modell sollten wir festhalten“, findet Lay. Die Trainingsgäste Müller, 20, und Meoki, 27, waren etwa im gleichen Alter, als sie zum Handball kamen. Davor spielten Junioren-Nationalspieler Müller und der frühere spanische Erstliga-Profi Fußball. „Ein Freund hat mich dann mal ins Handball-Training mitgenommen. Irgendwann bin ich dabei geblieben und habe die Wahl nicht bereut“, erinnert sich Müller an die eigenen Anfänge.

Kinder für Handball gewinnen

Jugend-Kicker Samuele weiß noch nicht, ob er den Fußball ganz zur Seite legen und sich künftig nur dem kleineren Ball widmen soll. „Es hat mir Spaß gemacht. Ich könnte mir vorstellen, beides zu machen. Mal schauen“, grübelt der Neunjährige.

In Samueles Alter haben sich viele Kinder oft schon entschieden, welchen Sport sie später ausüben werden. „Daher gehe ich auch gerne in die ersten und zweiten Klassen. Die Kleinen kannst du am meisten begeistern“, sagt Lay, der schon HG-Zweitliga-Torwart Darius Jonczyk und den Saarlouiser Erstliga-Profi Daniel Fontaine (Göppingen) unter seinen Jugendtrainer-Fittichen hatte.

In Ensdorf werden diesmal Grundtechniken vorgestellt, Bälle geprellt, gepasst und geworfen. „Es sind echt Talente dabei, die mit dem Ball wirklich gut umgehen können und auch Spaß haben“, stellt Jerome Müller erfreut fest.

Tore werfen ist nicht Hiranurs Ding. „Ich wehre die Bälle lieber ab. Im Tor stehen ist cooler“, schwärmt der neu gewonnene Handball-Fan. Samuele hat gelernt, wie man richtig hart wirft und sich weitere Tricks abgeschaut. Aber natürlich können Jerome und Ibai viel erzählen. So richtig in Aktion haben die Kinder die HG-Stars noch nie gesehen. Freikarten für die HG Saarlouis hat Willibald Lay aber immer am Mann. „Wir werden sicher mal hingehen und schauen, was die so können“, verspricht Samuele und grinst. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.






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