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„Garagensamstag am Mittwoch“ – Jung und Alt verbindet die Technik von gestern und morgen

„Garagensamstag am Mittwoch“ – Jung und Alt verbindet die Technik von gestern und morgen
Freunde Historischer Fahrzeuge und Technik e.V. Saarlouis
8. Juni 2018

„Garagensamstag am Mittwoch“ ist das Motto eines Vereins in Saarlouis-Fraulautern, das zum Ausdruck bringt, dass dort beim Verein „Freunde Historischer Fahrzeuge und Technik e.V.“ manches anders abläuft und angeboten wird als anderswo.

Ist aber er auch zum einen ein Verein, in dem das verbindende Element die Lust an der Technik ist, zum anderen, ist er auch ein organisch gewachsenes Projekt, in dem Jung und Alt generationenübergreifend mit flacher Vereinshierarchie gemeinsam unter einem Dach in Fraulautern zusammen ihre Freizeit gestalten. Nicht der Vorstand ist das Gremium, das den Verein führt, sondern es sind die Mitglieder, die mit vielen kreativen Ideen immer wieder den Verein neu beleben und von den „Verantwortlichen“, die nun mal ein e.V. hat, gerne unterstützt werden. Zurückzuführen ist dies wohl auf die kreative und „absichtslose“ Entstehung dieses Vereins, wie sie Dirk Ganster beschreibt, 2. Ehrenamtlicher Vorsitzender und im Hauptamt staatlich anerkannter Erzieher für Jugend- und Heimerziehung am Saarlouiser Gymnasium am Stadtgarten. An seiner Seite im Verein, Nora Altmeyer – „einziges Mädchen“ im Verein - wie sie sagt.

Der erste erste Mopederwerb von Dirk im Jahr 2008 führte dazu, dass immer mehr Freunde ihn beim Basteln, Schrauben und Ausprobieren am Samstagnachmittag beobachteten und dann selbst historische Zweiräder erwarben, um gemeinsam zu schrauben. Immer größer, ohne teures Vereins-Marketing, wurde der Freundeskreis, der schließlich zur Gründung des gemeinnützigen Vereins im Jahr 2015 führte.

Untergebracht waren die Technik-Fans zunächst in einer angemieteten Scheune. Als die abgerissen wurde musste eine Doppelgarage als Zwischenstation dienen. Dann folgte ein Glücksfall, um den viele andere Vereine im Saarland die Schraubercrew wahrscheinlich beneiden. Sie erhielten von der Stadt die „Historische Feuerwache“ mit großem Freigelände. Jetzt haben sie dort - und dies macht das generationenübergreifende solidarische Handeln, das in dem Verein schon immer angelegt war, auch nach aussen sichtbar – eine Vielzahl großer und kleiner Räume für verschiedene Aktivitäten. Junge und ältere Technikfreunde können in einem Computerraum sich der Technik der Vergangenheit und Zukunft mit alten und neuen Computern widmen, sie können sich im Makerspace mit der Technik eines 3-D-Druckers befassen und eigene Gegenstände schaffen, in einer Schmiede mit Esse und Amboss im Freien kann man handwerkliches Geschick erlernen im Umgang mit der Bearbeitung von Eisen, um zum Beispiel aus einem 15 cm langen Stück Stahl einen Säbel oder zahlreiche Küchenmesser zur „Freude“ der Ehefrauen oder Freundinnen herzustellen.

Die Vielfalt an Beschäftigungs- und Lernmöglichkeiten in diesem Verein ist immens. Dennoch ist überall die Technik das verbindende Element aller Aktivitäten, sie ist letztendlich das „Schmiermittel“ des Vereins und der Solidarität untereinander. Und dort ist der Mittwoch der „Garagensamstag“, an dem das jüngste Mitglied mit 15 Jahren und das „älteste“ Mitglied mit 84
Jahren zusammen werkeln und noch viel mehr.

Herzstück ist die Schrauberwerkstatt. Beim Betreten ist man überrascht von der Vielzahl an historischen Zweirädern. Bis 40 an der Zahl, die auf Regalen gestapelt sind, auf dem Boden stehen oder hochgestellt sind auf einem Podest, um daran gut arbeiten zu können. Dreikant-, Sechskantschlüssel, Schrauben, Schraubenzieher, Bremsen, Lenker, Auspuffrohre, Helme, Spiegel, Kotflügel, Mopedsitze, Zündkerzen - alles ist zu finden, um ein altes Zweirad wieder auf Vordermann zu bringen. Der Fundus des Vereins und seiner Mitglieder umfasst Marken, die heute kaum mehr bekannt sind und reicht von Simson, Velo solex, über Hercules Mofa, Java Mopeds bis zu Mobylettes u.v.a
Ein Mitglied des Vereins, natürlich an beiden Armen und im Gesicht mit Öl und Schmiere geschwärzt, arbeitet an seiner Vespa, die er in Italien gefunden und nach Fraulautern gebrachte hatte. Zwar lief sie noch, aber mit vielen Aussetzern, so dass er sich einfach – ohne technische Vorkenntnisse – dazu entschloss, sie komplett zu zerlegen und in den kommenden Wochen wieder zusammenzubauen. Hilfreich sind ihm dabei Anleitungen aus dem Internet und Fotos, die er von den Einzelteilen machte, bevor er sie abschraubte.

Dirk Ganster, stolzer Besitzer einer Simson 50 B (1975), Nora Altmeyer, Fahrerin einer Simson Schwalbe 1980 und 4 weitere Freunde der Marke Simson werden in den Sommerferien für eine Woche mit ihren historischen Mopeds nach Suhl fahren, dem Ort, an dem die Marke Simson in der DDR produziert wurde.

Am Sonntag, dem 05.08.2018 laden die Technikfreunde übrigens zum dritten mal zu ihrem markenoffenen „Old- und Youngtimertreffen“ rund um die Historische Feuerwache Fraulautern ein.

Öffnungszeiten:
Dienstag 19 Uhr Makerspace (Konstruieren, Löten, Programmieren, Basteln)
Mittwoch 19 Uhr Offener Garagentreff („Garagensamstag“)
Samstag 19 Uhr Schmieden und Retrogaming
Wir bitten unsere Gäste über die B51(neu), Ausfahrt „Nedschroef / Coating Becker“ anzureisen.

Fotos: LAG PRO EHRENAMT/ME




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