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Weihnachten im Krieg: „Rodener Prisma“ beleuchtete das heilige Fest im Jahr 1944

Roden
Weihnachten im Krieg
„Rodener Prisma“ beleuchtete das heilige Fest im Jahr 1944
Erhard Grein
21. Januar 2017

Der Rodener Geschichtskreis hat sein Heft „Rodener Prisma“ 2/2016 überwiegend dem Thema „Weihnachten 1944“ gewidmet. Die Ausgabe wirft unter anderem einen Blick in das Tagebuch der Rodenerin Cäcilia Mertens.

Symbolisch für das zentrale Thema des neuen Prisma ist auf der Titelseite die zerstörte Pfarrkirche mit einem Gerüstaufbau abgebildet – zugleich sichtbares Zeichen des außergewöhnlichen Willens der Rodener zum Wiederaufbau ihres fast total zerstörten Heimatortes. Das Ende des Schicksalsjahres 1944 bot sich in Roden als „Weihnachtsfest im Bombenhagel“.

Gerd Meyer befasst sich mit der Evakuierung Rodens im Herbst 1944. Bereits im September 1944 verließen etwa 2500 Rodener ihre Heimat. Erst am 19. November 1944 erging der amtliche Räumungsbefehl. Martina Mertens stellt den ersten Teil des sehr ausführlichen Tagebuches von Cäcilia Mertens aus der Saarlouiser Silberherzstraße über deren Erlebnisse bei Kriegsende vor.

Thomas Gergen berichtet mit dem Thema „Weihnachten 1944 in Saarlouis“ an Hand von Augenzeugenberichten von Frauen, die ebenfalls das Schicksal der Daheimgebliebenen dokumentieren: von Cäcilia Mertens, von Liesel Paquet-Wagner und der Franziskanerschwester Botwida Reinig von der Elisabethklinik.

Viktor Rau zitiert aus dem Tagebuch seines Vaters Johann Josef Rau „Wieder daheim“. Er mahnt auch „Gegen das Vergessen des Krieges in Roden“. Stefan Schwall veröffentlicht Auszüge aus dem Tagebuch des Rodener Historikers Nikolaus Fox, der den Kriegswinter 1944/45 in Norwegen erlebte. Die Geschichte und Entwicklung des Stadtteils Roden vom 18. Jahrhundert bis 1918 wird anhand eines Aufsatzes von Änny Hans dargestellt. Bemerkenswert ist der Beitrag von Hans Jörg Schu über seinen Vortrag „Die Saar – eine literarische Flussreise von den Quellen bis zur Mündung der Saar“. Schmunzeln muss man bei „Tonton's Kriegslist 1815 gegen Roden bei der preußischen Stadtumzingelung“.

Im Heft erhält der Leser auch Informationen zur Namensgebung der Stadt Saarlouis. Es gibt mehrere markante Zeitpunkte: bei der Vorplanung des Festungsbaus Saar-Loutre, 1680 Sarre-Louis, 1793 Sarre-Libre, 1810 Saarlouis, 1936 Saarlautern und 1945 wieder Saarlouis.

Das Heft „Rodener Prisma“ kostet vier Euro. Es kann beim Rodener Geschichtskreis in der Schulstraße 7a in 66740 Saarlouis-Roden erworben werden. Info unter Telefon (0 68 31) 8 60 18 56.






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