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Bei der Motivsuche lässt er sich viel Zeit: Der 6. Monika-von-Boch-Preis Fotografie geht an den gebürtigen Saarländer Oliver Kern

Merzig
Bei der Motivsuche lässt er sich viel Zeit
Der 6. Monika-von-Boch-Preis Fotografie geht an den gebürtigen Saarländer Oliver Kern
Von SZ-Mitarbeiterin Sylvie Rauch
18. Juni 2013

Fotograf Oliver Kern aus Saarbrücken studierte an der Fachhochschule Dortmund bei Arno Fischer. Seine Motive beschäftigen sich mit dem Menschen und dem Alltäglichen. Nun bekommt er den Monika-von-Boch-Preis.
Am Sonntag, 23. Juni, um elf Uhr, beginnt mit einer feierlichen Eröffnung die Ausstellung „Die deutsche Aussicht, Oliver Kern Fotografien“ im Museum Schloss Fellenberg. Gleichzeitig erhält der gebürtige Saarländer Oliver Kern den 6. Monika-von-Boch-Preis Fotografie.

Dies ist eine Neuerung im Rhythmus der Preisvergabe. Bisher wurde der aktuelle Preisträger bei der Ausstellungseröffnung seines Vorgängers bekannt gegeben. Dies sei keine schlechte Idee gewesen, führte aber mitunter zu Irritationen, wie die Leiterin des Museum Schloss Fellenberg, Dr. Ingrid Jakobs, erklärte. So kommt es zu der einmaligen Situation, dass die Ausstellung des 5. Monika-von-Boch-Preisträgers erst Anfang des Jahres in Merzig zu sehen war, und nun bereits die Arbeiten des Nachfolgers gezeigt werden.

Kern studierte in Dortmund

Der 6. Monika von Boch-Preisträger, der Fotograf Oliver Kern, ist 1965 in Saarbrücken geboren. Er studierte von 1989 bis 1995 an der Fachhochschule Dortmund bei Arno Fischer. Künstlerisch-fotografische Langzeitprojekte beherrschen die Arbeitsweise von Oliver Kern, „fotografische Reihungen“ kennzeichnen seine Werke.

Oliver Kerns Interesse gilt dem Menschen im Allgemeinen und im Besonderen, seinen Beziehungen, seinen Lebensverhältnissen, dem Alltäglichen und den kleinen Details, die zum Miterleben ansprechen. All dies schildert Kern mal mit kühler, informativer Distanz, mal mit unaufdringlicher Nähe. Mitunter gesellen sich Humor und leise Ironie dazu.

Er sucht und sammelt

Kern agiert als stiller Beobachter, sucht, sammelt und überprüft Motiv und Aussage.

Dabei lässt er sich viel Zeit, mitunter zehn Jahre, wie bei seinem letzten Projekt „Die deutsche Aussicht“. Für diese Ausstellung ist der Fotograf durch Deutschland gefahren und hat die Dinge fotografiert, „mit denen wir deutsche Identität verbinden“.

Ausstellung läuft bis August

All seine Eindrücke sind in der umfangreichen Ausstellung zu sehen, die am Sonntag, 23. Juni, um elf Uhr eröffnet wird. Zur Eröffnung sprechen Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Dr. Roland Augustin von der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.

Die Stiftung verwaltet auch den Nachlass von Monika von Boch, zu deren Ehren der Preis alle zwei Jahre an besondere Personen verliehen wird.

Die Ausstellung im Museum Schloss Fellenberg in Merzig läuft vom 23. Juni bis zum 25. August. Sie wird unterstützt und gefördert von der Sparkasse Merzig-Wadern.

Zur Ausstellung ist im Hatje Cantz Verlag ein Buch „Die deutsche Aussicht“ erschienen, das zu einem Sonderpreis im Museum Schloss Fellenberg erhältlich ist.

Für Fragen steht das Team des Museums gerne zur Verfügung: Museum Schloss Fellenberg, Torstr. 45A, Merzig, Telefon (0 68 61) 79 30 30, E-Mail: info@museum-schloss-fellenberg.de; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr und nach Voranmeldung.

www.museum-schloss-

fellenberg.de

Zum Thema:

Hintergrund Seit 2003 wird alle zwei Jahre der Monika-von-Boch-Preis für Fotografie vom Museum Schloss Fellenberg in Merzig an künstlerisch arbeitende Fotografen verliehen. Erinnert wird damit an das künstlerische Wirken der herausragenden Mettlacher Fotografin Monika von Boch. Sie gilt als die bedeutendste Fotografen-Persönlichkeit im Saarland. Arbeiten von ihr befinden sich unter anderem in der Sammlung des Museums of Modern Art in New York und im Kestner Museum in Hannover.Mit dem Monika-von Boch-Preis soll jedoch nicht nur das künstlerische Wirken der Mettlacher Fotografin im Gedächtnis bleiben, sondern auch die internationale Bewegung innerhalb der Fotografie, die in den fünfziger Jahren von Saarbrücken und dem Leiter der Fotoklasse für Kunst und Handwerk, Otto Steinert, dem Begründer der „subjektiven Fotografie“ ausging. In den 1950er Jahren war Monika von Boch dort als Abendschülerin eingeschrieben. syr





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